Giftig Maiglöckchen


  


Mit dem duftenden Maiglöckchen wird so mancher Maifeiertag begangen. In vielen Gegenden sind an diesem Tag junge Menschen unterwegs, die kleine Maiglöckchensträusse verkaufen. Da kann man immer nur hoffen, dass diese Sträusse aus Gärtnereien stammen, denn das wildwachsende Maiglöckchen steht unter Naturschutz.

Heutzutage denkt kaum jemand an eine medizinische Anwendung beim Anblick der hübschen weissen Blütentrauben.

Doch das Maiglöckchen ist ein wertvolles Heilmittel, das schwache Herzen stärkt und unregelmässigen Herzen wieder zu einem Rhythmus verhilft. Es wirkt deutlich milder und ungefährlicher als der viel verwendete Fingerhut.

Früher wurde das Maiglöckchen sogar als Allheilmittel betrachtet, doch seine Giftigkeit hat den Einsatz des Maiglöckchens für Alltagsbeschwerden nahezu vollständig zum Erliegen gebracht.



Steckbrief

Heilwirkung:
Achtung! Giftig. Nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äusserlich anwenden.

Homöopathisch ab D1!,

Asthma,
Verstopfung,
Herzschwäche,
Herzwassersucht,
Herzrhythmusstörungen,
Niedriger Blutdruck,
Schlaganfall (vorbeugend),
Nervenschwäche,
Epilepsie,

wissenschaftlicher Name:
Convallaria majalis
Pflanzenfamilie:
Maiglöckchengewächse = Convallariaceae
englischer Name:
Lily of the Valley
volkstümliche Namen:
Augenkraut, Chaldron, Faldron, Galleieli, Glasblümli, Herrenblümli, Maiblume, Maiblümchen, Maienlilie, Maizauken, Marienglöckchen, Marienriesli, Niesekraut, Schillerlilie, Schneetropfen, Springauf, Tallilie, Zaucken
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut
Inhaltsstoffe:
Convallatoxin, Convallarin, Convallatoxol, Digitalis-Glykoside, Asparagin, Flavonoide, Saponine
Sammelzeit:
Mai
Fotos vom Maiglöckchen


Anwendung


Achtung! Giftig.

Maiglöckchen nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äusserlich anwenden.

Das Ausmass der Giftigkeit des Maiglöckchens ist jedoch umstritten. Berichte über ein totes Kind, das Maiglöckchen-Blumenwasser getrunken hatte, liessen sich nicht belegen, andere Todesfälle sind nicht bekannt. Allerdings kann es vor allem bei kleinen Kindern, die die Beeren gegessen haben, zu Durchfall und Erbrechen kommen, manchmal gepaart mit Herzrhythmusstörungen. Zum Essen ist das Maiglöckchen also keinesfalls geeignet.

Früher galt das Maiglöckchen als Allheilmittel, doch dan wurde seine Giftigkeit festgestellt und seine Anwendung geriet nahezu in Vergessenheit.

Maiglöckchen als Herzmittel

Später wurde jedoch herausgefunden, dass die Glykoside, die im Maiglöckchen enthalten sind, ähnlich wirken wie das Herzmittel Strophanthin, aber weniger giftig sind.

Maiglöckchen sind auch weniger giftig als der vielfach benutzte Fingerhut, und sie sammeln sich zudem nicht schädlich im Körper an.

Daher werden Präparate mit Maiglöckchen-Wirkstoffen heutzutage gerne gegen eine Vielzahl von Herzbeschwerden eingesetzt. Sie helfen gegen Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Altersherz.

Auch gegen herzbedingtes Asthma kann das Maiglöckchen in ärztlich verschriebenen Fertigpräparaten helfen.

Maiglöckchen für das Nervensystem

In der Volksheilkunde wurde das Maiglöckchen früher gegen alle Arten von Krankheiten eingesetzt.

Davon ist vor allem die Anwendung bei Problemen des Nervensystems übrig geblieben.

Manchmal wird es zur Vorbeugung gegen und zu Nachbehandlung von Schlaganfall benutzt. Auch gegen Epilepsie wird es traditionell angewandt, jedoch ist der Nutzen dieser Anwendung nicht belegt.

In homöopathischer Verdünnung ab D1 kann man das Maiglöckchen vorsichtig anwenden.



Pflanzenbeschreibung


Das Maiglöckchen ist in Europa und Nordamerika heimisch.

Es wächst in Laubwäldern, bevorzugt Buchenwäldern, und kommt selten vor. Dort wo es wächst, steht es aber meistens in grösseren Beständen.

Aus dem ausdauernden Wurzelstock treiben im Frühjahr lange, ovale Blätter mit Spitze aus, die paarweise zusammengewachsen sind.

Zwischen den beiden Blättern wächst ein Blütenstengel, der eine einseitig hängende Traube von kleinen, weissen Blüten trägt. Die Blüten sehen aus wie kleine Glöckchen. Sie duften sehr stark und wohlriechend.

Aus den Blüten entwickeln sich später leuchtend rote Beeren.

Achtung!
Die Pflanze darf nicht gesammelt werden, denn sie steht unter Naturschutz!

Mehr Fotos vom Maiglöckchen...


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