Lungenkraut


  

Lungenkraut Das Lungenkraut wächst in Laubwäldern und Gebüschen, wo es uns im Frühjahr mit seinen rotvioletten bis blauen Blüten erfreuen kann. Die Blüten erinnern an die gelbe Schlüsselblume, aber die Pflanze gehört zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie. Doch auch das Wirkungsspektrum ist ähnlich.

Durch die darin enthaltene Kieselsäure und den Schleim wirkt das Lungenkraut lindernd auf Reizhusten und Entzündungen der oberen Luftwege, was der Pflanze auch ihren Namen gegeben hat.

Obwohl das Lungenkraut ihrem wissenschaftlichen Namen zufolge "officinal" sein sollte, das heisst immer in Apotheken vorrätig, wird es von der offiziellen Phytotherapie kaum benutzt. Die Volksheilkunde schätzt es jedoch sehr.



Steckbrief

Heilwirkung:
Haupt-Anwendungen: Husten
Heilwirkung: adstringierend,
blutstillend,
erweichend,
harntreibend,
schleimlösend,
schweisstreibend,
Anwendungsbereiche: Bronchitis,
Katarrh der oberen Luftwege,
Erkältung,
Halsschmerzen,
Heiserkeit,
Halsentzündung,
Durchfall,
Darmentzündung,
Hämorrhoiden,
Blasenentzündung,
Nierenbeckenentzündung,
Augenentzündung,
Wunden,
Pickel,
wissenschaftlicher Name:Pulmonaria officinalis, Pulmonaria maculosa
Pflanzenfamilie:Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name:Lungwort
volkstümliche Namen:Bachkraut, Blaue Schlüsselblume, Bockkraut, Brunneschüsseli, Fleckenkraut, Güggelhose, Händschechrut, Hänsel und Gretel, Himmelschlüssel, Hirschkohl, Hirschkoze, Hirschmangold, Hosenschiffern, Königsstiefel, Lungentee, Lungenwurz, Schlotterhose, Schwesternkraut, Ungleiche Schwestern, Unser lieben Frauen Milchkraut, Waldochsenzunge
Verwendete Pflanzenteile:Kraut
Inhaltsstoffe:Kieselsäure, Schleimstoffe, Flavonoide, Allantoin, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine
Sammelzeit:Main und Juni


Anwendung

Lungenkraut Heutzutage wird Lungenkraut nur noch relativ selten als Heilpflanze verwendet.

Früher galt es jedoch als wichtige Heilpflanze bei Lungenerkrankungen aller Art und auch die Volksheilunde setzt das Lungenkraut gerne ein.

Der traditionelle Einsatzbereich des Lungenkrauts reicht vom einfachen Husten bis hin zu Lungentuberkulose, die früher auch in Mitteleuropa eine verbreitete Plage war.

Vor allem der hohe Gehalt an Kieselsäure im Lungenkraut rechtfertig den Einsatz als Husten-Heilpflanze. Ausserdem enthält das Lungenkraut auch Schleimstoffe und Saponine, die für den Einsatz als Heilkraut der Atemwege sprechen.

Ausserdem wirkt das Lungenkraut lindert auf Darmentzündungen und Durchfall.

Äusserlich angewandt hat es gewisse wundheilende Fähigkeiten, die sich unter anderem durch den Allantoin-Gehalt und die enthaltenen Gerbstoffe erklären. Das Allantoin ist auch der Haupt-Wirkstoff des Beinwells, sodass man das Lungenkraut ähnlich anwenden kann wie den Beinwell.

Tee

Die Hauptanwendungsart für das Lungenkraut ist der Tee.

Man kann das Lungenkraut entweder allein als Tee aufbrühen oder zusammen mit anderen Kräutern als Mischtee.

Für einen Lungenkraut-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Lungenkraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Lungenkraut-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Lungenkraut-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Den Lungenkraut-Tee kann man zur Wundheilung auch äusserlich für Umschläge, Bäder und Waschungen verwenden.

Pulver

Getrocknetes Lungenkraut kann man zu Pulver zerreiben.

Ein Esslöffel von diesem Pulver wird mit einer Tasse lauwarmer Milch vermischt.

Dann trinkt man es in kleinen Schlucken.

Man kann diese Anwendung auch mit warmer Milch und etwas Honig einsetzen.



Pflanzenbeschreibung

Lungenkraut Das Lungenkraut ist in Mitteleuropa heimisch.

Es wächst bevorzugt in lichten Laubwäldern und an Waldrändern. Dort kommt es häufig in grösseren Gruppen vor.

Der Boden sollte für das Lungenkraut möglichst feucht und kalkhaltig sein.

Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 20 cm hoch.

An einem leicht behaarten Stengel wachsen rauhe Blätter. Die Blätter haben meistens weissliche Flecken.

Zwischen März und Mai blüht das Lungenkraut in Blütenbüscheln an der Spitze der Pflanzen.

Die Blüten ähneln in der Form stark der Schlüsselblume, obwohl beide Pflanzen verschiedenen Pflanzenfamilien angehören.

Die Farbe der Lungenkraut-Blüten wechselt von rötlich bei jungen Blüten über violett bis hin zu blau bei älteren Blüten.

Dieser Farbwechsel verbindet das Lungenkraut sichtbar mit einigen anderen Pflanzen aus der Familie der Rauhblattgewächse, wie beispielsweise Natternkopf oder blauroter Steinsame.

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