GiftigLobelie - Indianertabak

(Lobelia inflata)


  


Die Lobelie ist eine einjährige Pflanze mit hübschen, zartvioletten Blüten.

Weil ihre Blätter von den Ureinwohnern Nordamerikas häufig als Tabakersatz geraucht wurden, nennt man sie auch Indianertabak. Botanisch ist sie mit der normalen Tabakpflanze jedoch nicht verwandt.

Geraucht oder als Räucherung hilft die Lobelie gegen Asthma und krampfartigen Husten. Wegen potentiell gefährlicher Nebenwirkungen, und weil sie innerlich angewendet kaum heilkräftig wirkt, wird die Lobelie aber kaum noch als Heilpflanze genutzt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Achtung! Giftig. Nur homöopathisch oder äußerlich anwenden.

Asthma,

Heilwirkung:
auswurffördernd,
harntreibend,
krampflösend,
nervenberuhigend,
schleimlösend,
Anwendungsbereiche:
Atemnot,
Brechmittel,
Bronchialasthma,
Bronchitis,
Gelenkentzündungen,
Geschlechtskrankheiten,
Geschwüre,
Hautentzündungen,
Husten,
Keuchhusten,
Krampfhusten.
Muskelschmerzen,
Rauchentwöhnung,
Rheuma,
Tennisellenbogen,
Verletzungen,
Verbrennungen,
wissenschaftlicher Name:
Lobelia inflata, Dortmannia inflata
Pflanzenfamilie:
Campanulaceae = Glockenblumengewächse
englischer Name:
Indian Tobacco
andere Namen:
Indianertabak, Lobelienkraut, Aufgeblasene Lobelie
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut
Inhaltsstoffe:
Alkaloide: Lobelin (Piperidin-Alkaloide), Isolobinin
Sammelzeit:


Anwendung

Achtung! Giftig.

Lobelie nur homöopathisch oder äußerlich anwenden.

Die Lobelie wurde früher als Asthmazigaretten oder Asthmaräucherpulver verwendet.

Die Einwohner Nordamerikas kauten den Indianertabak auch als Brechmittel und als Mittel, um sich das Rauchen abzugewöhnen.

Bei innerlicher Einnahme hilft der Indianertabak übrigens nicht gegen Asthma. Darum kann man ihn auch nicht als Hustentee verwenden.

Wegen der starken Nebenwirkungen bei höheren Dosierungen wird die Lobelie heutzutage praktisch nicht mehr als Heilpflanze eingesetzt, außer in der Homöopathie.

Dabei kann man die getrockneten Blätter durchaus äußerlich gegen Wunden oder Rheuma anwenden. Da man die Lobelie aber kaum im Handel bekommt, ist auch diese Nutzung kaum praktikabel, es sei denn, man baut sich die Lobelie im eigenen Garten an.

Homöopathie

In der Homöopathie wird die Lobelie unter ihrem wissenschaftlichen Namen "Lobelia inflata" in relativ niedrigen Potenzen eingesetzt.

Die Anwendungsgebiete entsprechen der Anwendung in der Pflanzenheilkunde, also bei Asthma, Bronchitis und Atemproblemen.

Außerdem wird Lobelia inflata gegen Übelkeit eingesetzt, was entsprechend der Ähnlichkeitsregel passt, weil hohe Dosen Lobelie beim Gesunden zu Übelkeit führen.



Wirkung

Das Alkaloid Lobelin in der Lobelie hat eine aktivierende Wirkung auf die Atmung.

Die Nerven des Atemsystems werden beruhigt, indem der Vagusnerv entspannt wird, und Krämpfe werden gelindert, sodass wieder leichter geatmet werden kann, was bei Asthma eine deutlich lindernde Wirkung haben kann.

In höheren Dosen wirkt es jedoch lähmend auf das Atmungssystem.

Nebenwirkungen

In höheren Dosen ist die Lobelie giftig.

Insbesondere, wenn man sie einnimmt, beispielsweise als Tee, oder kauend, kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen kommen.

Bei starken Überdosierungen kann es sogar zu Todesfällen durch Atemstillstand kommen.



Magische Anwendung

Die Blätter des Indianertabaks wurden verwendet, um gegen Hexerei zu schützen.

Auch als Liebesmittel wurde die Lobelie gern verwendet.

Die Lobelie soll auch gegen Sturm wirken. Dazu soll man dem Sturm etwas pulverisierte Lobelie entgegenwerfen. So kann man angeblich verhindern, dass der Sturm näher kommt.



Geschichtliches

In ihrer amerikanischen Heimat wird die Lobelie, entsprechend ihrem Namen, seit Menschengedenken als Tabakersatz geraucht oder zur Rauchentwöhnung gekaut. Auch als Brechmittel und Abführmittel wurde sie von den Ureinwohnern Nordamerikas verwendet.

Ihren Namen erhielt die Lobelie im 16. Jahrhundert nach dem englischen Hofbotaniker Matthias von Lobel benannt. Der Namensteil "inflata" kommt von den aufgeblasenen Fruchtkapseln.

Amerikanische Pflanzenheilkundler entdeckten die Lobelie als Heilpflanze gegen Asthma und andere Erkrankungen der Atemwege. Äußerlich wurde sie zur Wundheilung und gegen Rheumatismus eingesetzt.

Diese Erkenntnisse fanden Einzug in die offizielle amerikanische Heilkunde.

Im 18. Jahrhundert wurde die Lobelie dann auch in europa als Heilpflanze bekannt.

In Gärten und Parks wird die Lobelie manchmal zur Zierde angepflanzt.




Pflanzenbeschreibung

Der Indianertabak (Lobelie) wurde von den Ureinwohnern Nordamerikas zwar zum Rauchen verwendet, er hat botanisch aber nichts mit dem normalen Tabak zu tun. Stattdessen gehört er zur Familie der Glockenblumengewächse.

Lobelie ist in Nordamerika heimisch. Vor allem findet man sie ursprünglich an der Ostküste der USA und rund um die Großen Seen.

Sie wächst bevorzugt in offenen Wäldern.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter hoch, meistens bleibt sie jedoch deutlich kleiner (40-60 cm).

Die Blätter sitzen wechselständig an kurzen Stielen. Die Blattform ist schmal oval-eiförmig, sie haben einen leicht gezähnten Rand und eine raue Oberfläche.

Die hübschen Blüten erscheinen zwischen Juli und August.

Sie entspringen den Blattachseln und sind hellrosa bis zartviolett. Sie stehen in einem grünen Blütenbecher.

Bei gut gedeihenden Pflanzen wachsen vielblütige Blütenstände aus den Blattachseln.

Die einzelnen Blüten sind länglich. Sie haben oben zwei kleine Blütenblätter und einen Knubbel. Unten gibt es drei Blütenblätter.

Aus den Lobelie-Blüten entwickeln sich bis August oder September die aufgeblähten Blütenbecher, die die Samen beinhalten. Diese aufgeblähten Blütenbecher haben der Lobelia Inflata den zweiten Namensteil gegeben, denn "inflata" heißt "aufgeblasen".



Anbautipps

Die Lobelie kann man sehr gut im Garten anbauen.

Man kann sie entweder aus Stecklingen oder Samen ziehen.

Die Samen kann man wahlweise in der Frühlingsmitte oder im Herbst in Anzuchttöpfen ansäen. Normalerweise dauert es zwei Wochen, bis die Samen keimen.



Sammeltipps

Sobald die unteren Früchte reif sind, werden die ganzen Pflanzen geerntet.

Man kann sie frisch oder getrocknet nutzen.

Zum Trocknen hängt man die gesamte Pflanze in lockeren Bündeln kopfüber an einen halbschattigen, trockenen Platz.




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