Echter Lein

(Linum usitatissimum L.)


  

Lein


Früher war der Lein eine wichtiges Pflanze, um daraus Kleidungsstoffe herzustellen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit.

Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, weil es fein und kühlend ist.

Heutzutage ist vor allem der Lein-Samen beliebt, denn in Feuchtigkeit eingebracht er ist so schleimig, dass er harten Stuhlgang weicher macht und so gegen die verbreitete Verstopfung hilft.

Die einhüllenden und lindernden Eigenschaften des Leins kann man auch gegen Entzündungen in den Atemwegen und Verdauungsapparat einsetzen.

Ausserdem werden entzündliche Hautprozesse gelindert.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verstopfung,
Heilwirkung:
abführend,
einhüllend,
erweichend,
entzündungshemmend,
krampflösend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche:

Samen und Öl

Drüsenschwellungen,
Furunkel,
Gallensteine,
Geschwüre,
Gürtelrose,
Halsschmerzen,
Hautauschlag,
Heiserkeit,
Gesichtsneuralgien,
Ischias,
Kehlkopfentzündung,
Krebsvorbeugung,
Magenschleimhautentzündung,
Magenübersäuerung,
Mundschleimhautentzündung,
Rachenentzündung,
Rheumatische Schmerzen,
Schnupfen,
Schuppenflechte,
Sodbrennen,
Unterleibsschmerzen,
Zahnschmerzen,

Homöopathie

Asthma,
Harnblasenreizung,
Heufieber,
Heuschnupfen,
chronischer Durchfall,
Zungenlähmung,
wissenschaftlicher Name:
Linum usitatissimum L.
Pflanzenfamilie:
Linaceae = Leingewächse
englischer Name:
Flax
volkstümlicher Name:
Faserlein, Flachs, Flachsbeere, Flas, Flax, Gemeiner Lein, Glix, Haarlinsen, Lein, Leinbleaml, Leinsamen, Öl-Lein, Saat-Lein
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen,
Blüte (Homöopathie)
Inhaltsstoffe:
Aminosäuren, Ballaststoffe, cyanogene Glykoside, Lignanglykoside, Linolsäure, Schleimstoffe, Phosphatide, Proteine, Sterole, Triterpene, ungesättigte Fettsäuren,
Sammelzeit:
August bis Oktober


Anwendung

Leinsamen

Innerlich Samen

Gegen Verstopfung wendet man den Leinsamen folgendermassen ein:

Man nimmt ein bis zwei Esslöffel geschroteten Leinsamen und vermischt ihn mit Jogurt, Müsli oder einer Flüssigkeit.

Durch die Feuchtigkeit hat der Leinsamen die Gelegenheit, etwas auszuquellen und seinen Schleim abzusondern.

Nach kurzer Einwirkzeit isst man den Leinsamen mit dem Jogurt oder Müsli.

Man sollte anschliessend noch etwa 1/2 Liter Wasser trinken, damit der Leinsamen im Magen-Darm-Trakt vollständig aufquellen kann.

Dadurch wird der Stuhl weicher und kann besser durch den Darm gleiten. Verstopfung wird gelindert.

Achtung!
Leinsamen sollte nicht bei Verdacht auf Darmverschluss oder Darmlähmung angewendet werden. Darmverschluss und Darmlähmung gehören in ärztliche Behandlung.

Tee

Aus den Samen kann man einen Tee aufbrühen, der eine positive Wirkung auf die Harnsysteme hat.

Umschlag

Ein Umschlag aus zerquetschten oder gemahlenen Samen hilft gegen Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Geschwüren.

Ein Umschlag aus einem kurz aufgekochten Samenbrei hilft gegen Furunkel.

Solch einen Breiumschlag kann man auch mit Honig und Olivenöl ergänzen, um die Heilwirkung gegen Furunkel zu verstärken.

Leinöl

Das aus Leinsamen gepresste Öl hilft gegen Hautauschläge.

Leinöl wird auch als eröffnendes Klistier eingesetzt.

Eine innerliche Kur mit Leinöl (50 Gramm je Trunk) hilft bei Gallensteinkolliken.

Täglich ein Löffel Leinöl beugt dem Herzinfarkt vor.

Homöopathie

Das Mittel wird aus den Blüten hergestellt und wirkt gegen Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer Durchfall und Zungenlähmung.

Geschichtliches

Lein

Lein ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Im Jahre 2005 war deshalb Lein die Pflanze des Jahres um an diese Bedeutung zu erinnern.

Lein ist Nahrungsmittel (wenn auch selten genutzt), Heilpflanze und vielseitiger Rohstoff.

Die Anfänge für die Nutzung des Leins findet sich in der Steinzeit, zunächst für die Herstellung von Stoffen und Seilen.

Im alten Ägypten wurden die reichen Toten in Leintücher gehüllt.

Viele alte Heiler (z.B. Hippokratiker wie Theophrast, Hildegard von Bingen) nutzten Leinsamen zu medizinischen Zwecken sowohl innerlich und äusserlich.

Obwohl heute Lein auf der ganzen Welt angebaut wird, spielt Lein nur noch eine Randrolle. Die Bedeutung als Heilpflanze nimmt aber wieder zu.




Pflanzenbeschreibung

Lein

Der Lein ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch.

Er wächst bevorzugt im gemäßigtem Klima, dort wurde er überall als Kulturpflanze angebaut.

Die einjährige Pflanze wird zwischen 30 und 150 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind schmal, lanzettlich, dicht besetzt und wechselständig.

Die weiß-blauen bis blauen 5-zähligen Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von etwa 2-3 cm.

Die Blütengriffel sind himmelblau.

Aus den Blüten entwickeln sich die Samen in rundlichen Kapseln (8-10 Samen) und können von August bis Oktober geerntet werden.



Produkttipps:


Anbautipps

Lein

Die Pflanze ist anspruchslos.

Der Lein mag sonnigen und nährstoffreichen Boden, Aussaat im Frühling (April/Mai).

Ist es zu trocken, sollte man gießen. Ist es zu nass, werden keine Blüten und Samen gebildet.

Schnecken mögen die jungen Pflanzen.



Sammeltipps

Blüten sammelt man am frühen Morgen, da Nachmittags die Blüten oft geschlossen oder verblüht sind.

Für die Samengewinnung wird die ganze Pflanze direkt am Boden abgeschnitten und getrocknet. Am besten über Backpapier oder ähnlichem aufhängen, da einige Sorten Samenkapseln haben, die beim Trocknen aufplatzen.

Nur reife Samen nutzen, da unreife Samen giftige cyanogene Glykoside enthalten.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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