Leicht giftig Leberblümchen

(Hepatica nobilis)


  

Leberblümchen
Zeichnung: Jonathan Stenger
Das Leberblümchen ist eine kleine blaublühende Pflanze, die bevorzugt in Wäldern im Halbschatten wächst.

Sie war und ist eine wichtige Pflanze in der Volksheilkunde.

Alle Teile der frischen Pflanze sind giftig, getrocknet ist sie ungiftig.

Da die Pflanze selten geworden ist, steht sie unter Naturschutz und darf nicht mehr in der Natur gesammelt werden.

Das Leberblümchen wurde zur Blume des Jahres 2013 gewählt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Leberkrankheiten,
Gallenkrankheiten,
Heilwirkung: blasenziehend,
harntreibend,
leberschützend,
schleimlösend,
schmerzlindernd,
Anwendungsbereiche:

Pflanzenheilkunde

Blasenprobleme,
Bronchitis,
Gallensteine,
Husten,
Kehlkopfentzündung,
Leberschwellung,
Leberschwäche,
Lungenprobleme,
Milzschwellung,
Nierenprobleme,
Rheuma,
Tuberkulose,
Verdauungsbeschwerden,
Wunden

Homöopathie

Bronchitis,
Rachenkatarrh,
wissenschaftlicher Name: Anemone hepatica, Anemone tribola, Hepatica nobilis, Hepatica tribola
Pflanzenfamilie: Ranunculaceae = Hahnenfußgewächse
englischer Name: Hepatica, Liver Flower, Liverleaf
volkstümlicher Name: Auswärts, Blaumblume, Ebenauskraut, Edel-Leberkraut, Fastenblume, Feigerl, Guldenleberkraut, Güldenleberkraut, Haselmünichkraut, Hasenwurz, Blaue Herzblume, Blaues Herzblumenkraut, Herzfreude, Herzkraut, Herzleberkraut, Himmelsterndln, Hirschklee, Herzblümli, Hümmistern, Josefibleamel, Leberblattl, Leberblümchen, Leberkraut, Leberwindblume, Märzblom, Märzblümchen, Osterbleaml, Schneekadeln, Blaue Schlüsselblumen, Schwarzblätterkraut, Sohn-vorm-Vater, Staudenbleaml, Sternleberkraut, Vorwitzchen, Vorwitzerchen, Vorwitzkraut, Blaue Windblume, Windrosenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Anemonin, Anthocyane, Emulsin, Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Harz, Hepatisaponin, Lactonglucoside, Protoanemonin, Saponine
Sammelzeit: März bis Mai
Kontraindikation: Schwangere und Stillende


Anwendung

Leberblümchen Das Leberblümchen wird überwiegend getrocknet eingesetzt, da das Gift (Protoanemonin) der frischen Pflanzenteile äusserlich die Haut reizt und innerlich Gastroenteritis (akute Magen-Darm-Entzündung) und Nephritis (Nierenentzündung) hervorrufen kann.

Tee

1 Esslöffel getrocknetes Kraut wird mit 250 ml kaltem Wasser übergossen und 6-10 Stunden ziehen gelassen.

Abseihen und schluckweise über den Tag verteilt trinken, wirkt gegen Leber- und Gallenkrankheiten.

Es wird kein heißes Wasser genommen, weil der Tee unerträglich bitter schmeckt.

Tinktur

5 gehäufte Esslöffel getrockneten blühenden Krautes werden zerkleinert und in 500 ml Korn angesetzt.

3-4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen, anschliessend abseihen.

Eingenommen werden 10 Tropfen auf einem Stückchen Zucker, wirkt gegen Leber- und Gallenkrankheiten.

Wein

Das getrocknete Kraut wird in Wein aufgekocht und abgeseiht.

Der sehr bittere Wein dient der Blasen- und Nierenreinigung.

Frische Pflanze

Die hautreizende Wirkung der frischen Pflanze wurde früher zum Blasenziehen bei Rheuma eingesetzt. Eine Methode, die heute nicht mehr angewendet werden sollte.

Homöopathie

Die frische Pflanze wird in der Homöopathie gegen den Bronchitis und Rachenkatarrh mit Fremdkörpergefühl eingesetzt.

Geschichtliches

Leberblümchen Das Leberblümchen ist eine beliebte Heilpflanze in der Volksheilkunde, vor allem gegen Leberleiden, was ihr den Namen gab.

Auch die Blattform, die an die Leber erinnern soll, zeigt nach der mittelalterlichen Signaturenlehre die Wirksamkeit bei Leberleiden an. Die Leber wird geöffnet und geheilt.

Auch als Zauberpflanze als Schutz gegen Krankheit war das Leberblümchen beliebt. Die ersten drei Blüten, die man findet, sollen gegessen das ganze Jahr gegen Fieber schützen.

Heute hat das Leberblümchen als Heilpflanze kaum noch eine Bedeutung, zumal die Pflanze in der Natur geschützt ist.

In Gärten findet man das Leberblümchen als Zierpflanze, die als eine der ersten blühenden Pflanzen den Frühling ankündigt.



Pflanzenbeschreibung

Leberblümchen Das Leberblümchen ist in fast ganz Europa heimisch, sowie in Nordamerika, Japan und Korea.

Sie wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden in Wäldern.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 5 und 20 Zentimeter hoch.

Die blauweißen, blauen bis violetten Blüten erscheinen zwischen Februar und April, die Blüten haben 6-8 Blütenblätter.

Die grundständigen Blätter sind 3-lappig, lederartig und erscheinen nach der Blüte.

Alle Pflanzenteile sind giftig (Protoanemonin).

Die Pflanze steht unter Naturschutz.



Anbautipps

Leberblümchen Die Pflanze ist schwierig zu kultivieren.

Das Saatgut muss für etwa einen Monat zwischen -5°C und 0°C gelagert werden, erst dann ist es keimfähig.

Die Keimzeit kann von einen Monat bis zu einem Jahr betragen, die Keimtemperatur liegt bei etwa 10°C. Sinnvoll ist daher die Anzucht in Töpfen.

Statt Samen kann man das Leberblümchen durch Wurzelteilung vermehren.

Das Leberblümchen gerne eine Mischung aus kalkiger Erde, Lehm und Kompost aus Laub. Der Boden sollte feucht sein.

Die kleinen Pflanzen erst dann auspflanzen, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.

Zwar kommt das Leberblümchen mit Sonne und Schatten klar, aber am liebsten mag es Halbschatten.

Das Leberblümchen sondert über die Wurzel Stoffe ab, die Pflanzen in der Umgebung am Wachstum hindert.

Mag das Leberblümchen den Standort, so vermehrt es sich zu einem großflächigen Bestand.



Sammeltipps

Leberblümchen Das Sammeln in der Natur ist nicht erlaubt, da die Pflanze geschützt ist.

Gesammelt werden nur die oberidische Teile. Blüten zuerst im Jahr.

Die Blüten werden schnell in den Schatten gebracht und dort getrocknet.

Beim Sammeln muss man mit dem Hautkontakt vorsichtig sein, da das Protoanemonin zu heftigen Hautreaktionen (Hahnenfuß-Allergie, Hahnenfuß-Dermatitis oder Wiesen-Dermatitis) mit Blasenbildung führen kann.

Wenn die Planze getrocknet wird, verliert sich das Gift.



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