Koriander

(Coriandrum sativum)


  

Koriander


Der Koriander ist eine Mittelmeerpflanze, die verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis ist.

Mit seinen Verwandten teilt er auch die Wirkung, die in erster Linie die Verdauung stärkt.

Aus der indischen Küche und ihren Currys ist der Koriander nicht wegzudenken, und auch im nahen Osten wird Koriander gerne zum Kochen verwendet.

Das Aroma frischer Blätter und Samen ist jedoch nicht Jedermanns Sache. Getrocknet duftet und schmeckt der Koriander aber deutlich milder und für die meisten Menschen angenehmer.



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Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause.
Ein Kindle-Ebook von Eva Marbach, der Autorin dieser Heilkräuter-Webseite.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verdauungsschwäche,
Völlegefühl,
Heilwirkung:
antibakteriell,
appetitfördernd,
carminativ,
fungizid,
krampflösend,
milchbildend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche:
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Durchfall,
Husten,
Magen-Darm-Entzündung,
Magenkrämpfe,
Magenschwäche,
Menstruationskrämpfe,
Mundgeruch,
Reizdarm,
Reizmagen,
Verstopfung,
Völlegefühl,
wissenschaftlicher Name:
Coriandrum sativum
Pflanzenfamilie:
Doldenblütler - Apiaceae
englischer Name:
Coriander
andere Namen:
Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Indische Petersilie, Echter Koriander, Gartenkoriander, Gewürzkoriander, Hochzeitskügelchen, Kaliander, Klanner, Krapfenkörner, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzendill, Wanzenkraut, Wanzenkümmel
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen (Früchte), ätherisches Öl
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: Linalool, Geraniol, Pinen, Limonen, Terpinen, Borneol; Petroselinsäure, Palmitinsäure, Ölsäure, Gerbstoff, Flavonoide, Cumarine, Sitosterin, Kaffeesäurederivate
Sammelzeit:



Anwendung

Koriander

Koriander kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Küchenkraut anwenden.

Die häufigste Art, Koriander medizinisch anzuwenden ist der Tee.

Tee

Für einen Koriander-Tee kann man wahlweise getrocknete Blätter oder zerstoßende Samen verwenden. Die Wirkung der beiden Pflanzenteile ist vergleichbar.

Tee aus Koriander-Blättern

Für den Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel getrocknete Koriander-Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Koriandertee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Tee aus Koriander-Samen

Für einen Tee aus Koriander-Samen zerstößt man zunächst die Samen, am besten in einem Mörser.

Dann macht man eine sanfte Abkochung.

Dazu setzt man ein bis zwei Teelöffel Samen mit einer großen Tasse Wasser auf den Herd und bringt das Wasser zum Kochen.

Sobald das Wasser kocht, nimmt man den Topf vom Herd und lässt den Tee noch etwa 10 Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Koriandertee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Koriander-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Koriander-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Koriander


Teemischung gegen Verdaungsschwäche und Blähungen

Der Koriander gehört zusammen mit seinen engen Verwandten zu den carminativen Heilpflanzen. Das heißt sie fördern die Verdauung und lindern Blähungen.

Besonders gut wirken die carminativen Doldenblütler zusammen in einer Teemischung.

Man kann die Teemischung folgendermaßen zusammenstellen:

  • 25 gr Koriander-Samen (Früchte)
  • 25 gr Kümmel-Samen
  • 25 gr Fenchel-Samen
  • 25 gr Anis-Samen

Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel für eine große Tasse Tee. Dann macht man damit eine sanfte Abkochung.

In dieser Mischung ist der Koriander eine der schwächeren Heilpflanzen. Besonders stark wirkt der Kümmel. Für eine intensive Wirkung kann man den Anteil des Kümmels verdoppeln.

Fenchel und Anis fördern den Wohlgeschmack der Teemischung.

Diese Teemischung finden Sie auch unter Teemischung: Blähungs-Tee (Carminativum)

Tinktur

Um eine Koriander-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man zerstoßene Koriander-Samen oder Blätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen etwa eine Woche ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Man kann sie auch bei aktuem Bedarf, z.B. nach schweren Mahlzeiten einnehmen.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Wer will, kann die Tinktur auch aus der carminativen Teemischung (s.oben) zubereiten.

Koriander-Honig

Einen Koriander-Honig kann man gegen Husten zubereiten.

Dazu zerstößt man Koriander-Samen mit dem Mörser oder dem Mixer.

Die zermahlenen Koriander-Samen werden mit Honig vermischt.

Diese Honigmischung kann man als Hustensirup verwenden.

Küche

In der Küche kann man sowohl die Samen als auch das frische Kraut verwenden.

In Europa und im nahen Osten spielen die Samen eine größere Rolle in der Küche. Kurz angeröstet und zerkleinert kann man den Koriander als Gewürz für Brot, Kleingebäck, Gerichten mit Kohl, Gemüsesuppen und Bohnengerichten verwenden.

In Asien, aber auch Südamerika wird vor allem das frische Kraut verwendet, ähnlich wie hierzulande die Petersilie, was dem Koriander auch den Namen Indische Petersilie eingebracht hat.

Die Indische Küche kann man sich ohne Koriander kaum vorstellen. Koriander ist Teil des Curry-Gewürzpulvers und auch Teil fast aller frischen Curries.

Der Duft und Geschmack der frischen Koriander-Pflanze gefällt aber nicht Jedem. Diesem Geruch hat der Koriander auch den Namen "Wanzenkraut" zu verdanken. Manche hassen das Koriander-Aroma und machen deshalb einen Bogen um die indische Küche. Man kann sich aber an den speziellen Geschmack gewöhnen.

Im getrockneten Zustand ist der umstrittene Aspekt des Koriander-Geschmacks verflogen.



Wirkung

Koriander

Die medizinische Wirkung des Korianders wurde wegen ihrer guten Nachweisbarkeit sogar von der Kommission E bestätigt. Diese staatliche Kommission empfiehlt den Koriander bei Appetitlosigkeit und Dyspepsie.

Die Wirkung des Korianders beruht in erster Linie auf seinen ätherischen Ölen.

Sie stärken den Appetit und die Verdauung. Außerdem werden Krämpfe gelindert.

Darum eignet sich der Koriander für Verdauungsbeschwerden nahezu aller Art.

Darmgase werden ausgeleitet und Krämpfe der Verdauungsorgane werden gelindert. Außerdem wird der Appetit gestärkt.

Koriander hat auch eine antibiotische Wirkung, die sehr ausgeprägt ist.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind beim Koriander nicht bekannt.

Es kann höchstens zu einer leichten Lichtempfindlichkeit kommen, wenn man Koriander-Pflanzensaft äußerlich anwendet.

Es gibt manche Menschen, die allergisch auf den Koriander reagieren. Vor allem Menschen, die auch unter anderen Allergien leiden, sind relativ häufig von einer Koriander-Allergie betroffen.



Anwendungsgebiete

Koriander

Aus den Wirkungen ergeben sich die Anwendungsgebiete des Korianders.

Man kann Koriander als Tee oder Tinktur gegen Blähungen, Magenkrämpfe oder Darmkrämpfe einsetzen.

Auch wenn man zu schwer gegessen hat, kann Koriander helfen. Daher wird der Koriander auch in der Küche gerne zum Würzen von schwerverdaulichen Speisen verwendet, wie beispielsweise Bohnen- oder Kohlgerichten.

Eine schwache Verdauung oder Appetitlosigkeit können durch Koriander verbessert werden.

Gegen Mundgeruch kann man die Koriandersamen kauen.

Weil der Koriander krampflösend wirkt, hilft er auch in vielen Fällen von Reizmagen und Reizdarm.

Wegen der keimtötenden Wirkung kann man Koriander auch bei bakteriellen Infektionen des Verdauungsapparates einsetzen, z.B. bei Salmonellen-Erkrankungen.

Die krampflösende Wirkung lässt den Koriander auch bei Periodenkrämpfen helfen.



Magische Anwendung

Koriander

Der Koriander ist eine beliebte Pflanze für Liebeszauber und Liebsbeutel.

Für einen Liebestrank werden reife Koriandersamen zerstoßen und dem Wein beigegeben.

In einen Liebesbeutel füllt man mehrere Kräuter, u.a. Koriander, und legt ihn beispielsweise unter das Kopfkissen.

Auch in Beuteln werden die Koriandersamen am Körper getragen, um Kopfschmerzen zu lindern. Bei dieser "magischen" Anwendung kommt vermutlich die Wirkung der ätherischen Öle zum Zuge.

In China wird der Koriander als Symbol der Unsterblichkeit betrachtet.



Produkttipps:


Geschichtliches

Koriander

Erste Nachweise des Korianders gibt es schon von 23.000 in einer Höhle in Israel. Danach findet man ihn wieder vor etwa 8.000 Jahren. Anscheinend wurde er auch damals schon als Kultur- und Heilpflanze verwendet und wuchs nicht wild.

Auch heute findet man den Koriander nicht als Wildpflanze, höchstens in verwilderter Form.

Sowohl im alten Indien, im Römischen Reich, als auch im klassischen Ägypten und Babylon wird der Koriander schon als Heilpflanze verwendet. Sogar aus dem alten China findet man Hinweise auf die medizinische Nutzung des Korianders.

Im Mittelalter wurde der Koriander dann allmählich auch in Mitteleuropa eingeführt. Dazu trugen natürlich die zahlreichen Klöster und ihre Klöstergärten bei.

Seit Karl dem Großen (747 bis 814) findet man schriftliche Hinweise auf die Verwendung des Korianders. Er wurde in der Liste der Heilpflanzen in der Schrift "Capitulare de villis vel curtis imperii" aufgeführt. Diese Pflanzenliste war Teil einer Verordnung, die vorschrieb, wie die königlichen Landgüter bestellt werden sollten. Die Heilpflanzenliste mit 73 Pflanzen zeigen deutlich, welche Heilkräuter damals als besonders wichtig betrachtet wurden.

Auch nach Nordamerika wurde der Koriander eingeführt, nachdem es entdeckt wurde.




Pflanzenbeschreibung

Koriander

Der Koriander ist im Mittelmeerraum und im nahen Osten heimisch.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch.

Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst die jungen Blätter aus. Sie sind dreigeteilt, breit und am Rande gezackt. Sie erinnern ein wenig an Blatt-Petersilie.

Sobald die Pflanze höher wächst verändern sich die Blätter drastisch.

Sie sind fein gefiedert und sehr dünn.

Zwischen Juni und Juli erscheinen die Blüten. Sie wachsen in einer Doppeldolde, sind also innen fein unterteilt und außen etwas gröber. Die Blüten sind weiß mit einem Hauch von Rosa.

Aus den Koriander-Blüten entwickeln sich zwischen Juli und September die fast kugelrunden Samen. Die Samen sind gelb-braun. in frischem Zustand riechen sie unangenehm nach Wanzen. Dieser Geruch verliert sich aber, wenn die Samen getrocknet werden.


Anbautipps

Koriander

Der Koriander ist eine einjährige Pflanze.

Daher kann man ihn am besten aus Samen anziehen.

In mitteleuropäischen Gärten gedeiht der Koriander recht gut, die Samen schaffen es aber nur in besonders warmen Gebieten auszureifen.

Im heimischen Garten kann man also vorwiegend die Blätter und das Kraut des Korianders anziehen, weniger die Samen.

Als Boden eignet sich am besten leichter, durchlässiger Boden. Am liebsten wächst der Koriander in der vollen Sonne oder im Halbschatten.

Im Frühjahr sät man Koriander-Samen in Reihen mit etwa 25 cm Abstand.

Nach der Keimung dünnt man die Reihen so aus, dass nur etwa alle 15 cm eine Pflanze stehenbleibt.

In der Wachstumsphase muss der Koriander ausreichend gegossen werden.



Sammeltipps

Koriander

Wenn man den Koriander im eigenen Garten kultiviert, kann man ihn ernten.

Die jungen, breiten Blätter kann man ernten, sobald sie sprießen. Dazu schneidet oder pflückt man sie ab.

Das blühende Kraut kann man zur Zeit der Blüte abschneiden.

Für den Einsatz in der Küche verwendet man Blätter oder Kraut am besten frisch.

Als Tee ist es besser, wenn man den Koriander vorher trocknet, weil der Geruch dann angenehmer ist. Das Wanzenaroma verliert sich bei der Trocknung.

Die Trocknung sollte zügig aber schonend erfolgen, am besten im Halbschatten.

Zur Samenreife gelangt der Koriander in Mitteleuropa nur in ausgesprochen warmen Gegenden.

Wenn man reife Samen hat, schneidet man am besten das ganze Kraut ab und stellt es trocken in Gefäße, wie in eine Vase. Das ist besser als die Samenernte im Freiland, weil dort zu viele Samen auf den Boden fallen.

Nach ein paar Tagen lösen sich die Samen von selber von den Pflanzen und man kann sie abschütteln.

Die Samen werden schonend aber zügig getrocknet, damit man sie aufbewahren kann.




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