Leicht giftig Immergrün


  

Im Frühling leuchten die hübschen, violetten Blüten des Immergrüns wie kleine Windmühlen aus den schattigen Plätzen, wo das Immergrün am liebsten wächst.

Das ganze Jahr über bedecken die ledrigen, glänzenden Blätter den Boden und bringen selbst im Winter grüne Farbe in Gärten oder Wälder.

Als Heilpflanze wird das Immergrün nur selten eingesetzt, weil es in grossen Mengen etwas giftig ist. Die Schulmedizin hat aus den Wirkstoffen des Immergrüns jedoch ein Krebsmittel hergestellt.

Früher wurde das Immergrün von der Volksheilkunde für verschiedene Krankheiten verwendet.



Steckbrief

Heilwirkung: Achtung! leicht giftig!,
adstringierend,
antibakteriell,
beruhigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
krampflösend,
schleimlösend,
tonisierend,
Husten,
Keuchhusten,
Mandelentzündung,
Verdauungsschwäche,
Magenentzündung,
Magenschwäche,
Durchfall,
Rheuma,
Kreislaufprobleme,
Herzschwäche,
Bluthochdruck,
Leukämie,
Menstruations fördernd,
Zahnschmerzen,
Nasenbluten,
Wunden,
Furunkel,
wissenschaftlicher Name:Vinca minor
Pflanzenfamilie:Hundsgiftgewächse = Apocynaceae
englischer Name:Periwinkle
volkstümlicher Name:Bärwinkel, Jungfernkraut, Singrün, Totengrün, Totenveilchen, Totentanz, Wintergrün
Verwendete Pflanzenteile:Blätter
Inhaltsstoffe:Alkaloide, Bitterstoffe, Beta-Sitosterol, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine, Vincamin, Vincin
Sammelzeit:Ganzjährig, vor allem im Frühling.
Blütezeit: April bis Mai


Anwendung

Achtung! Leicht giftig.

Immergrün nur niedrig dosiert, in Teemischungen, homöopathisch oder äusserlich anwenden.

Krebsmittel Immergrün

Da das Immergrün leicht giftig ist, wird es von der Schulmedizin nicht als Heilpflanze für normale Beschwerden eingesetzt.

Die Wirkung des Alkaloids Vincamins bremst jedoch das Wachstum weisser Blutkörperchen und eignet sich daher zur Behandlung von Leukämie. Die Pharamindustrie hat deshalb aus den Alkaloiden des Immergrüns das Medikament "Vincristin" entwickelt, das im Rahmen einer Chemotherapie gegen Leukämie eingesetzt wird.

Dieses Anwendung hat jedoch nichts mit Pflanzenheilkunde zu tun und hat zudem schwere Nebenwirkungen.

Volksheilkundliche Anwendung

Früher wurde das Immergrün gerne in der Volksheilkunde eingesetzt.

Es sollte gegen Husten, Halsentzündungen und Verdauungsprobleme helfen.

Auch gegen Herzschwäche und hohen Blutdruck wurde das Immergrün verwendet.

Äusserliche Anwendung

Äusserlich angewandt wurde das Immergrün früher zur Behandlung von Wunden und Abszessen benutzt.



Giftwirkung

Die Alkaloide des Immergrüns, vor allem das Vincamin, senken die Anzahl der weissen Blutkörperchen (Leukozyten) und unterdrücken andere Bestandteile des Immunsystems.

Daher wird das Immunsystem unterdrückt, was fast immer unerwünscht ist und zu verstärkter Infektanfälligkeit führen kann.

Da der natürliche Vincamingehalt im Immergrün gering ist, ist die immunsupressive Wirkung normalerweise nur sehr gering.


Geschichtliches

Früher wurde das Immergrün gerne für das Winden von Kränzen verwendet, was sich ganz von selber anbietet, weil die elastischen Stengel des Immergrüns lang genug für Kränze sind und die Blätter weich und angenehm.

Diese Kränze schmückten häufig junge Frauen beim Tanz.

Auch als Brautschmuck wurden Immergrünkränze eingesetzt.

Früher war das Immergrün auch als Liebespflanze und für magische Zwecke beliebt.



Pflanzenbeschreibung

Das kleine und grosse Immergrün ist in Mitteleuropa heimisch. Aus seiner Familie, die der Hundsgiftgewächse, die sonst in den Tropen vorkommt, ist es die einzige mitteleuropäische Gattung.

Das Immergrün wächst in lichten Wäldern und Gebüschen. In vielen Gärten wird es als Bodendecker für schattige und halbschattige Ecken angebaut.

Die Stengel des Immergrüns werden bis zu 60 cm lang. Sobald sie etwas länger sind, stehen sie nicht mehr aufrecht, sondern wachsen am Boden entlang.

Die immergrünen, ovalen Blätter wachsen gegenständig direkt an den Stengeln. Sie sind lederartig, was es ihnen erleichtert, den Winter zu überstehen.

Im April und Mai erscheinen die violetten Blüten des Immergrüns, deren fünf Blütenblätter wie Windmühlenflügel angeordnet sind.


Anbautipps

Das Immergrün kann man in Garten- und Baumärkten häufig als kleine Pflanzen kaufen.

Man pflanzt sie an einem schattigen oder halbschattigen Platz im Garten.

Im Laufe der Zeit breitet sich das Immergrün immer weiter aus, wenn es sich wohlfühlt.


Sammeltipps

Man kann die Blätter des Immergrüns ganzjährig ernten, aber im Frühjahr, wenn das Immergrün blüht, sind sie am heilkräftigsten.

Die Blätter werden geerntet und an einem trockenen, luftigen Platz getrocknet.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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