Hamamelis


  

Hamamelis


Die Hamamelis, auch virginische Zaubernuss genannt, fällt besonders im Spätwinter auf.

Sie öffnet ihre gelben Büschelblüten nämlich schon im Januar oder Februar, wenn andere Pflanzen noch tief in der Winterruhe liegen.

Rinde und Blätter der Hamamelis wirken besonders stark zusammenziehend und entzündungshemmend. Daher wird sie häufig zur Wundbehandlung eingesetzt.

Hamamelis ist Bestandteil zahlreicher Cremes und Salben.


Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Hautentzündungen,
Heilwirkung:
adstringierend,
beruhigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
Anwendungsbereiche:
Afterjucken,
Analfissuren,
Analekzem,
Blutungen,
Dammriss,
Dammschnitt,
Diarrhoe,
Durchfall,
Ekzeme,
Gebärmuttervorfall,
Gebärmutterrückbildung nach einer Geburt,
Geschwollene Füsse,
Hämorrhoiden,
Hautjucken,
Juckreiz,
Kopfschuppen,
Krampfadern,
Mundschleimhautentzündung,
Neurodermitis,
Rachenentzündung,
Seborrhoisches Ekzem,
Trockene Haut,
Unreine Haut,
Venenentzündung,
Verbrennungen,
Verletzungen,
Windeldermatitis,
Wunden,
Wunde Babyhaut,
Wunder Babypo,
Zahnfleischentzündung,
wissenschaftlicher Name:
Hamamelis virginiana
Pflanzenfamilie:
Zaubernussgewächse = Hamamelidaceae
englischer Name:
Witch Hazel
volkstümlicher Name:
Virginische Zaubernuss, Amerikanische Zaubernuss, Hamamelis, Hexenhasel, Hopfenhainbuche, Virginia-Zaubernuss, Wünschelrute, Zauberhasel, Zauberhaselnuss, Zaubernuss
Verwendete Pflanzenteile:
Rinde, Blätter
Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Gerbsäure, Hamamelin, Hamamelitannin, Quercetol, Chinasäure, Kaempferol, Ellagitannin, Gallussäure, Flavonoide, Phenol, Ätherische Öle
Sammelzeit:
Juni bis August


Anwendung

Hamamelis

Hamamelis wird vorwiegend äusserlich gegen Hautprobleme angewendet.

Man kann Hamamelis-Tee aber auch innerlich gegen Durchfall und andere Schleimhautentzündungen des Verdauungstraktes trinken.

Tee

Für einen Hamamelis-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Hamamelis-Blätter oder Rinde mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Oder man wäscht die entzündeten Hautpartien mit diesem Tee, badet sie darin oder legt einem Umschlag damit an.

Kompresse

Man kann eine Kompresse in den Hamamelistee eintauchen und als Umschlag auf die betroffenen Hautbereiche legen.

Die Kompresse befestigt man mit einem Verband und lässt sie mindestens zwei Stunden einwirken.

Wenn man eine besonders intensive Wirkung erzielen will, lässt man die Hamamelis-Kompresse über Nacht einwirken.

Bäder

Verdünnten Hamamelistee kann man für Teilbäder verwenden.

Die entzündeten Hautpartien werden für etwa 20 Minuten in das Bad getaucht.

Zur Behandlung von Hämorrhoiden eignet sich beispielsweise ein Sitzbad.

Für entzündete Füsse bereitet man ein Hamamelis-Fussbad zu.

Tinktur

Um eine Hamamelis-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Hamamelisblätter oder Hamamelisringe in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Oder man wendet die Tinktur äusserlich an.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Hamamelis-Wasser

Hamamelis-Wasser ist ein sogenanntes Hydrolat. Es wird häufig als Cremezutat für die Hobby-Salbenküche angeboten.

Solch ein Hamamelis-Wasser ist durchaus gut geeignet, um daraus Cremes herzustellen.

Die Wirkung von Hamameliswasser ist jedoch deutlich milder und schwächer als die Wirkung einer Hamamelistinktur.

Video

Dieses Video zeigt, wie man ein Hamamelis-Gesichtswasser herstellen kann.

Dauer: 1 Min 12 Sek

Bei Youtube anschauen

Seite zum Hamamelis-Gesichtswasser-Video mit Transscript

Hamamelis-Salbe und -Creme

Besonders häufig wird Hamamelis in Form von Creme oder Salbe eingesetzt.

Im Handel gibt es zahlreiche Hamamelis-Cremes.

Man kann Hamameliscreme auch selber anrühren.

Dafür verwendet man Hamamelis-Tinktur oder Tee als Wasserphase in Cremerezepten.

Man kann auch einen Hamamelis-Ölauszug für Cremes verwenden.

Siehe:

Hamamelis-Cremes kann man nahezu für alle Arten von Hautproblemen einsetzen. Sie hilft vor allem gut, wenn man eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung haben will.

Produkttipps:


Geschichte

Die Heilkraft des Hamamelis-Strauches wird schon seit langer Zeit von den Ureinwohnern Nordamerikas hoch geschätzt. Sie setzten Rinde und Blätter der Hamamelis gegen Hautleiden und Durchfall ein.

Gegabelte Zweige wurden als Wünschelrute verwendet, unter anderem zum Aufspüren von Wasseradern.

In Europa ist die Hamamelis noch nicht so lange bekannt und wird daher auch noch nicht so lange als Heilpflanze verwendet.

Heutzutage ist die adstringierende Wirkung der Hamamelis sogar durch wissenschaftliche Studien belegt. Daher wird die Hamamelis auch in der offiziellen Phytotherpaie verwendet.



Pflanzenbeschreibung

Hamamelis

Der Hamamelis-Strauch ist in Nordamerika heimisch. Dort wächst er vor allem an der Ostküste.

In Gärten wird Hamamelis aber auch in Europa angepflanzt.

Hamamelis braucht einen sonnigen oder halbschattigen Standort und bevorzugt leichten und sandigen Boden.

Der langsam wachsende Strauch wird bis zu 5 Meter hoch.

Bis er das erste Mal Blüten trägt, muss der Hamamelis-Strauch 6 Jahre alt werden.

Die Rinde der Zweige ist graubraun bis grau.

Die Blätter sind buchtig und am Rande gezähnt. Sie sitzen auf kurzen Stielen.

Die grosse Besonderheit der Hamamelis ist seine Blüte, die mitten im Winter stattfindet.

Die Blüten erscheinen zwischen Dezember und Februar. Dadurch bringen sie etwas Farbe in den sonst so grauen Winter.

Auch die Form der Bläten ist ungewöhnlich.

Sie bestehen aus zahlreichen gekrümmten Streifen, die wie Büschel aus dem Blütenzentrum wachsen. Meistens sind die Blüten gelb. Das Zentrum der Blüten ist häufig rostrot. Dort kann man auch die Vierzähligkeit der Blüten erkennen.

Zwischen August und September werden die Samen reif. Sie sind schwarz und werden von den Samankapseln bis zu 10 Meter weit geschleudert.


Anbautipps

Die Hamamelis ist eine schöne Pflanze für den Garten.

Vor allem im Winter bringt sie etwas leuchtende Farbe in das triste Wintergrau.

Da die Anzucht aus Samen sehr schwierig ist und über ein Jahr lang dauert, kauft man sich am besten fertige kleine Hamamelis-Pflanzen.

Der langsam wachsende Strauch braucht lockeren und gut drainierten Sandboden, der aber ausreichend befeuchtet wird. Der Boden sollte eher leicht sauer sein und nicht allzu viel Kalk enthalten.

Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.

Da Hamamelis extrem winterhart ist und bis zu -35°C aushält, kann man sie auch in kalten Gegenden anpflanzen.

Die Hamamelis-Pflanze wird in den Boden gepflanzt und gut angegossen.

Dann braucht sie nur noch bei starker Trockenheit gegossen werden.

Am besten schneidet man die Zweige nicht, denn anschliessend wachsen die neuen Zweige meistens eher unschön nach.

Erst wenn die Hamamelis sechs Jahre alt ist, beginnt sie erstmals zu blühen.


Sammeltipps

Die meisten Hamamelis-Sträucher stehen in Gärten oder Parks und dürfen daher nicht ohen weiteres beerntet werden.

Wenn ein Hamamelis-Strauch einmal beschnitten wird, kann man um die abgeschnittenen Zweige bitten.

Im eigenen Garten kann man mit dem Hamamelisstrauch natürlich machen, was man will.

Die Zweige werden von der Rinde befreit und an einem warmen, trockenen Platz getrocknet.

Das Sammeln der Blätter ist einfacher, doch auch hier braucht man die Erlaubnis des Strauchbesitzers.

Die abgesammelten Blätter legt man locker in eine Kiste, in der sie genügend trockene Luft bekommen und gut trocknen können.

Man kann auch die frisch gesammelten Pflanzenteile gleich in Korn ansetzen, um eine Tinktur zuzubereiten.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
Der Besuch dieser Seite kann nicht den Besuch beim Arzt ersetzen.
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