Haferwurz

(Tragopogon porrifolius)


  

Haferwurz


Die violett blühende Haferwurz ist Heilpflanze, Gemüse und Zierpflanze in einem.

Dennoch ist sie fast vergessen worden. Erst die Rückbesinnung auf alte Gemüsearten hat ihr wieder zu einiger Bekanntheit verholfen.

Dabei war sie früher ein beliebtes Wurzelgemüse, geschätzt für ihren Geschmack, der an Austern erinnert. Doch sie wurde nach und nach von der Schwarzwurzel verdrängt.

Die Heilkräfte der Haferwurz sind noch unbekannter als ihr Nährwert. Der Kenner weiß jedoch, dass er beim Essen der Haferwurz auch seiner Gesundheit eine Freude macht.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Nährend bei Diabetes
Heilwirkung:
abführend,
blutreinigend,
harntreibend,
krampflösend,
lindernd,
Anwendungsbereiche:
Arteriosklerose,
Blasenerkrankungen,
Bluthochdruck,
Diabetes,
Gallenerkrankungen,
Leberschwäche,
Verstopfung,
wissenschaftlicher Name:
Tragopogon porrifolius
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Common Salsify, Oyster Plant
volkstümlicher Name:
Austernpflanze, Bocksbart, Hafermaukel, Haferwurzel, Habermark, Lauchblättriger Bocksbart, Markwurz, Milchwurz, Purpur-Bocksbart, Weißwurzel
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Triebe, Blüte
Inhaltsstoffe:
Inulin, Schleim, Vitamine
Sammelzeit:
Frühjahr (Triebe, Blüten), Herbst (Wurzeln)
Fotos von der Haferwurz


Anwendung

Haferwurz

Die Haferwurz wird als Heilpflanze hauptsächlich dadurch angewendet, dass man sie isst.

Tees und ähnliches aus der Haferwurz sind eher nicht üblich, obwohl man bestimmt einen Tee aus dem Kraut oder aus der Wurzel versuchen kann.

Der wichtige Inhaltstoff Inulin ist eine Art Stärkeersatz, der den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. Daher eignet sich die Haferwurz besonders zur Ernährung von Diabetikern.

Die ganze Pflanze gilt außerdem als harntreibend, krampflösend und durch den Schleim allgemein lindernd.

Ihre traditionellen Anwendungsgebiete wie beispielsweise gegen Leberschwäche, Bluthochdruck oder Arteriosklerose beruhen auf der Erfahrungsheilkunde und sind nicht durch medizinische Studien belegt.

Haferwurz in der Küche

Von der Haferwurz kann man fast alle Teile essen.

Wurzel

Wie der Name der Haferwurz schon sagt, geht es bei der Haferwurz vor allem um die Wurzel.

Man kann die längliche Wurzel kochen wie Schwarzwurzel, also beispielsweise in leicht gesalzenem Wasser. Entweder kocht man die gewaschenen Wurzeln im Ganzen oder in kleine Scheiben geschnitten.

Die Garzeit beträgt etwa 15 Minuten, es geht also schneller als bei Karotten.

Alternativ kann man die Haferwurz auch im Backofen garen.

Ihr Geschmack erinnert an Austern, was ihr auch den Nahem Austernpflanze eingebracht hat.

Man kann die gegarte Haferwurz als Gemüse essen, mit Soße, Sättigungsbeilage und Fleisch oder Fisch (auf Wunsch). Sie eignet sich auch für Suppen, entweder gemischt mit anderen Gemüsearten oder als reine Cremesuppe.

Man kann die junge Wurzel auch roh reiben oder raffeln, um sie als Salat zu essen.

Der Phantasie bei der Zubereitung sind keine Grenzen gesetzt.

Hinweis! Im Innern der Wurzel befindet sich ein Milchsaft. Wenn man die Wurzel schält, tritt dieser Saft aus und kann sich verfärben. Daher bereitet man die Wurzel besser nur gewaschen zu und lässt sie ungeschält.

Junge Triebe

Die neuen Triebe, die im Frühjahr sprießen, kann man roh oder gekocht als Gemüse und Salat zubereiten.

Blütenstengel

Die Stengel der Blüten kann man kochen wie Spargel und entsprechend einsetzen, also beispielsweise mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln.

Blüten

Die Blüten können roh als Zierde im Salat gegessen werden.

Sprossen aus den Samen

Aus den Samen kann man Sprossen ziehen, die sich zum Verzehr im Salat eignen.

Geschichtliches

Haferwurz

Die Haferwurz wurde im Mittelmeerraum schon in der Antike als Gemüse angebaut und auch medizinisch eingesetzt.

Der berühmte Heilkundige Dioskurides erwähnte sie im 1. Jahrhundert nach Chr. Er empfahl sie vor allem zur Stärkung von Leber und Galle.

Auch Plinius beschrieb die Haferwurz. Schon einige Jahrhunderte früher erwähnte sie der Grieche Theophrastos.

Irgendwann kam die Haferwurz auch nach Mitteleuropa. Auch hier wurde sie als Gemüse und Heilpflanze verwendet.

Unter anderem schrieben Albertus Magnus im 13. Jahrhundert und Hieronymus Bock im 16. Jahrhundert und über die Haferwurz und ihre Anwendung.

Doch allmählich verlor die Haferwurz an Bedeutung. Zwar wurde sie in Deutschland noch in geringen Mengen im 20. Jahrhundert angebaut, aber sie geriet nach und nach in Vergessenheit.

Die Schwarzwurzel verdrängte die Haferwurz schließlich fast ganz, wenngleich auch die Schwarzwurzel nur eine geringe Bedeutung in der Küche hat.

Dank Bio-Bewegung besinnen sich viele Menschen wieder auf die alten Gemüsearten zurück. Daher wird auch die Haferwurz wieder bekannter.



Pflanzenbeschreibung

Haferwurz

Die Haferwurz kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Sie ist aber auch in Mitteleuropa heimisch geworden, nachdem sie hier erst einmal eingeführt wurde.

Die violette Haferwurz ist eng mit dem hiesigen Wiesen-Bocksbart verwandt, der gelb blüht.

Die Haferwurz wächst bevorzugt in sandigen, lockeren, tiefgründigen Böden und braucht viele Nährstoffe. Zum optimalen Gedeihen braucht die Haferwurz volle Sonne.

Die zweijährige Pflanze wird im zweiten Jahr bis zu 120 Zentimeter hoch.

Im ersten Frühjahr treibt die Wurzel zunächst schmale Blätter in einer Rosette aus.

Erst im zweiten Jahr erscheint im Mai der Blütenstengel und etwas später zwischen Mai und August die Blüte.

Die großen, violetten Blüten öffnen sich nur morgens und schließen sich mittags schon wieder. Nach wenigen Tagen sind sie verblüht.

Dann schließt sich die Hülle der Blüte wie eine Art langer, schmaler Schnabel.

Aus diesem Schnabel bildet sich nach einer Weile der Fruchtstand, der an die Pusteblumen vom Löwenzahn erinnert, aber deutlich größer und leicht bräunlich sind.

Die lange Pfahlwurzel wird bis zu 30 cm lang. Sie ist innen weiß und außen gelblich.

Mehr Fotos von der Haferwurz ...


Anbautipps

Haferwurz

Für den Anbau der Haferwurz sollte man einen sonnigen Standort wählen und den Boden gut auflockern.

Am besten sät man die Haferwurz früh im Jahr an Ort und Stelle.

Sobald die kleinen Pflänzchen sprießen, werden sie auf etwa 15 cm vereinzelt.


Erntetipps

Haferwurz

Wenn man die Wurzeln der Haferwurz verwenden will, sollte man sie im Herbst des ersten Jahres ernten. Im zweiten Jahr, nach der Blüte, wird die Wurzel holzig und eignet sich nicht mehr für die Küche.

Die Wurzel wird ausgegraben und kann auf Wunsch im Winter im Keller eingelagert werden.

Die Blätter, Stengel und Blüten kann man abschneiden, wenn sie gewachsen sind und möglichst frisch verwenden.



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