Granatapfel

(Punica granatum)


  

Granatapfel

Der Granatapfel ist eine klassische Frucht aus warmen Ländern, die auch hierzulande immer häufiger angeboten wird.

Die kleinen, saftigen Samenmäntel im Innern der kugeligen Früchte schmecken süß und aromatisch und sind ein erfreulicher Anblick in Obstsalaten und anderen Speisen.

Doch der Granatapfel kann noch viel mehr, denn er hat vielfältige Heilkräfte, die teilweise auch schon wissenschaftlich untersucht wurden.

Man kann die Kraft des Granatapfels nicht nur gegen Wechseljahsbeschwerden und bei Herzkreislauferkrankungen nutzen. Sogar auf verschiedene Krebsarten soll er eine hemmende Wirkung haben.



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Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause.
Ein Kindle-Ebook von Eva Marbach, der Autorin dieser Heilkräuter-Webseite.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Herzkreislauf-Erkrankungen,
Krebs,
Wechseljahrsbeschwerden,
Heilwirkung:
adstringierend,
antispetisch,
antiviral,
durchblutungsfördernd,
entzündungshemmend,
gefäßschützend,
hormonausgleichend,
kühlend,
lindernd,
stärkend,
vitalisierend,
zellschützend,
Anwendungsbereiche:
Alterserscheinungen,
Arteriosklerose,
Arthritis,
Bluthochdrck,
Diabetes,
Entzündungen,
Erhöhte Blutfettwerte,
Gelenkschmerzen,
Hautentzündungen,
Leberschwäche,
Nervosität,
Östrogendominanz,
Prostata-Beschwerden,
Rheuma,
Schlaffe Haut,
Übergewicht,
Verdauungsbeschwerden,

Rinde:
Bandwürmer,
Würmer,

wissenschaftlicher Name:
Punica granatum
Pflanzenfamilie:
Weiderichgewächse - Lythraceae
englischer Name:
Pomegranate
andere Namen:
Grenadine, Echte Granate, Granatbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Frucht, Samen, Knospen, Wurzelrinde, Rinde (giftig)
Inhaltsstoffe:
Phytohormone: Beta-Sitosterol, Betulin, Östradiol, Östron, Quercetin; Polyphenole: Flavonoide, Anthocyane; Ellagtannine, Phenolsäuren: Gallussäure, Ellagsäure; Vitamine, Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Eisen;
Sammelzeit:
September bis Februar



Anwendung

Granatapfel

Mehrere Teile des Granatapfelbaums kann man medizinisch anwenden: die Frucht, die bitteren Fasern der Frucht, die Samen, die Blüten-Knospen, die Wurzelrinde und die Rinde.

Am häufigsten und insgesamt zunehmend wird die Granatapfelfrucht verwendet.

Die anderen Teile des Granatapfelbaums werden eher selten verwendet, die Rinde ist sogar leicht giftig und wird deshalb heutzutage nicht mehr eingesetzt.

Granatapfel-Frucht

Die Granatapfel-Früchte kann man essen, um in den Genuss der Heilwirkung zu kommen.

Die wohlschmeckenden, roten Samenmäntel enthalten jedoch die Samen und sind daher etwas umständlich zu essen.

Hier finden Sie eine Fotoanleitung, wie man den Granatapfel öffnen kann: Granatapfel öffnen

Wer das nicht mag, kann auch den Saft trinken. Granatapfel-Saft wird im gut sortierten Handel angeboten, meistens unter dem Namen "Grenadine".

Besser als abgefüllter Saft ist jedoch frischer, selbstgemachter Saft. Dazu gibt man die saftigen Samenmäntel in ein Sieb und drückt sie aus. Übrig bleiben die Samen und die Häute der Samenmäntel.

Medizinisch besonders wirksam, vor allem im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung, ist fermentierter Saft. Solch ein Saft wird manchmal auch unter der Bezeichnung "Granatapfel-Elixier" angeboten. Die Wirkung von fermentiertem Saft ist in einigen medizinischen Studien mit Erfolg untersucht worden.

Wer am liebsten Tabletten schluckt, kann den Granatapfel auch pulverisiert in Kapselform einnehmen.

Produkttipps:

Granatapfel-Samen

Granatapfelsamen kann man innerlich und äußerlich anwenden, um den Stoffwechsel zu beleben. Äußerlich angewendet regeneriert sich die Haut und die Falten sollen verringert werden.

Innerlich

Die einfachste Möglichkeit, die Samen innerlich anzuwenden ist es, sie einfach mitzuessen, wenn man einen Granatapfel verspeist.

Damit der Körper an die wertvollen Wirkstoffe im Innern der Samen gelangen kann, sollte man die Samen zumindest einmal durchbeißen. Gründlicheres Kauen wäre natürlich noch besser, aber wer kaut schon gerne Obstkerne?

Äußerlich als Öl

Für den äußerlichen Einsatz der Kerne auf der Haut, kann man sich mit relativ wenig Aufwand ein Granatapfelöl zubereiten.

So stellt man ein Granatapfelöl her:

  • Zuerst reinigt man die abgeknabberten Samen eines Granatapfels und trocknet sie gründlich ab.
  • Als nächstes zerkleinert Samen mit einem Mixer.
  • Dann gibt man das Samen-Mus in ein kleines Schraubdeckelglas.
  • Die Samen-Masse wird mit einem guten Pflanzenöl (z.B. Jojobal-Öl oder Mandelöl) übergossen und bedeckt.
  • 2 Wochen lang muss die Mischung an einem hellen Ort stehen, damit die Samenwirkstoffe an das Öl übergehen können.
  • Dann wird das Öl abgeseiht.

Das Granatapfelöl kann man direkt zur Hautpflege verwenden, oder man stellt daraus Cremes und Salben her.

Siehe dazu unseren Bereich: Kräuter in der Salbenküche - Naturkosmetik selbstgemacht

Auch fertige Hautöle und Cremes im Handel werden manchmal mit Granatapfelöl hergestellt. Bei diesen Fertigpräparaten wird das Granatapfelöl aus den Granatapfelkernen gepresst, ähnlich wie bei anderen Pflanzenöl, z.N. Traubenkernöl.

Produkttipps:

Granatapfel-Schale

Die Schale des Granatapfels und die hellen Innenhäute zwischen den Samen kann man auch als Heilpflanze benutzen, u.a. gegen Wechseljahrsbeschwerden.

Zum Aufbewahren werden Schale und Innenhäute getrocknet, man kann sie aber auch frisch verwenden.

Aus den Schalen kann man einen Tee zubereiten.

Dazu stellt man eine sanfte Abkochung her, d.h. man lässt das Wasser mit den Schalen nur kurz aufkochen und anschließend noch ein paar Minuten ziehen. Siehe: Rezepte: Abkochung

Für eine große Tasse Granatapfel-Tee braucht man 2 Teelöffel voll getrocknete Granatapfelschale (mehr bei frischen Pflanzenteilen).

Granatapfel-Knospen

Aus den Knospen der Granatapfelblüte kann man einen Tee zubereiten, ähnlich wie aus der Granatapfelschale.



Wirkung

Granatapfel

Zur medizinischen Wirkung des Granatapfels wurden schon mehr als 250 medizinische Studien durchgeführt. Die meisten dieser Studien besieren jedoch auf Untersuchungen der Granatapfelwirkung im Reagenzglas. Dennoch gehört der Granatapfel somit zu den gut durch Studien untersuchten Heilpflanzen.

Polyphenole

Besonders interessant für die allgemeine Gesundheit und das Herzkreislaufsystem sind die vielen Polyphenole, die im Granatapfel enthalten sind. Dazu gehören unter anderem die Anthocyane und die Flavonoide, das sind natürliche Farbstoffe mit heilender Wirkung. Den Polyphenolen verdanken auch der Rotwein, die Heidelbeeren und der Grüne Tee ihre Gesundheitswirkung.

Phytohormone

Die im Granatapfel enthaltenen Phytohormone (pflanzliche Hormone) haben eine komplexe Wirkung, die auf den interessierten Laien teilweise einen widersprüchlichen Eindruck macht.

Einerseits enthält der Granatapfel pflanzliche Östrogene, die sogenannten Phytoöstrogene, die einen eventuell vorhandenen Östrogenmangel im Körper ausgleichen können. Dadurch hilft der Granatapfel beispielsweise gegen Wechseljahrsbeschwerden oder auch manche Fälle von Unfruchtbarkeit.

Andere der Phytohormone verhindern jedoch die Überproduktion von Östrogenen, wodurch der Granatapfel gegen Östrogendominanz helfen kann. Sogar östrogenempfindlicher Brustkrebs kann mithilfe des Granatapfels ausgebremst werden. Das Gleiche gilt vermutlich für Prostatkrebs und einige andere Krebsarten. Natürlich sollte man Krebserkrankungen nicht ausschließlich mit Granatapfel behandeln; man kann ihn jedoch als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung und zur Vorbeugung verwenden.

Durch die Phytohormone wird der Stoffwechsel insgesamt aktiviert. Der Körper kann sich besser regenieren und wirkt dadurch verjüngt. Die Haut sieht straffer aus und die Faltentiefe wird geringer, insbesondere bei äußerlicher Anwendung.

Die Phytohormone sind auch in der Granatpfelschale und in den Samen enthalten.

Vitamine und Mineralstoffe

Die im Granatpfel enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe unterstützen die stärkende Wirkung dieser Heilpflanze.



Anwendungsgebiete

Granatapfel

Der Granatapfelbaum kann für eine Vielzahl von Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden eingesetzt werden.

Das liegt einerseits daran, dass man verschiedene Teile des Granatapfelbaums medizinische verwenden kann, aber vor allem liegt es an der vielseitigen Kombination von Wirkstoffen, die im Granatapfel enthalten sind.

Granatapfel-Frucht

Die Granatapfelfrucht und ihr Saft sind die wichtigsten medizinisch eingesetzten Bestandteile des Granatapfelbaums.

Krebs

Das interessanteste Einsatzgebiet der Granatapfelfrucht ist wohl die Krebserkrankung.

Medizinische Studien deuten eine krebshemmende Wirkung bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Leukämie und möglicherweise einigen anderen Krebsarten an.

Das heißt aber nicht, dass der Granatapfel nun das lang erhofte Wundermittel gegen Krebs ist. Es handelt sich eher um eine leichte Wirkung.

Man kann den Granatapfel und seine Produkte also zur Untersützung einer medizischen Behandlung verwenden.

Auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie können mithilfe des Granatapfels gelindert werden.

Besonders gut soll für diesen Einsatzzweck der fermentierte Saft wirken.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Weil der Granatapfel die Blutgefäße schützt und verjüngt und somit die Durchblutung verbessert, kann man ihn zur Behandlung des gesamten Spektrums der Herzkreislauferkrankungen einsetzen.

Das geht von Bluthochdruck und allgemeinen Durchblutungsstörungen bis hin zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall.

Granatapfel

Anti-Aging

Neben der positiven Wirkung auf die Durchblutung werden auch die anderen Gewebe des Körpers durch den Granatapfel regeneriert und verjüngt.

Daher kann er auch bei anderen Arten von Alterserscheinungen verwendet werden.

Das betrifft Gelenkbeschwerden ebenso wie Hautprobleme, erhöhten Cholesterinspiegel und Übergewicht.

Frauenbeschwerden

Die pflanzlichen Hormone des Granatapfels wirken ausgleichend auf das Hormonsystem, insbesondere von Frauen.

Darum kann man den Granatapfel bei Wechseljahrsbeschwerden anwenden.

Auch bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) und Unfruchtbarkeit kann man den Granatapfel versuchen.

Granatapfel-Samen

Die Granatapfelsamen werden innerlich für die gleichen Krankheiten eingesetzt wie das Fruchtfleisch oder der Saft.

Äußerlich kann man Granatapfelsamenöl verwenden, um die Haut elastischer und jünger zu machen.

Es eignet sich als Körperöl, Gesichtsöl und in Cremes aller Art.

Granatapfel-Schale und Granatapfel-Knospen

Den Tee aus der Granatapfelschale oder aus Granatapfelknospen kann man vor allem gegen Frauenbeschwerden, beispielsweise in den Wechseljahren verwenden.

Er eignet sich aber auch bedingt für die anderen Anwendungsgebiete der Granatapfelfrucht.

Granatapfel Wurzelrinde

Die Rinde der Granatapfelbaum-Wurzel wurde früher über Jahrhunderte hinweg als Mittel gegen Würmer verwendet.

Es gibt jedoch Nebenwirkungen und die Behandlung ist nicht so zuverlässig wie mit modernen Wurmmitteln. Daher wird die Granatapfel-Wurzelrinde heutzutage nicht mehr zur Wurmbehandlung eingesetzt.

Granatapfel Rinde - Achtung giftig!

Die Rinde des Granatapfels wurde früher über Jahrhunderte hinweg als Mittel gegen Würmer, beispielsweise Bandwürmer verwendet.

Die Nebenwirkungen, Erbrechen, Durchfall usw. sind hierbei jedoch so stark, dass man die Granatapfelrinde als giftig bezeichnen kann.

Daher wird die Granatapfel-Rinde heutzutage nicht mehr zur Wurmbehandlung eingesetzt.

Granatapfel als Färbemittel

Die verschiedenen Teile des Granapfels kann man zum Färben verwenden.

Je nach Pflanzenteil entstehen unterschiedliche Farbtöne:

  • Fruchtsaft: rot
  • Granatapfelschale: gelb und schwarz
  • Wurzel: dunkelblau mithilfe von Eisenbeize.


Geschichtliches

Granatapfel

In seiner natürlichen Heimat, im mittleren und nahen Osten, wird der Granatapfel schon seit der Bronzezeit als Frucht geschätzt, wie Ausgrabungen in Jordanien, Ägypten und Zypern belegen.

In den Religionen, die im nahen Osten ihren Ursprung haben (Christentum, Judentum, Islam und andere), spielt der Granatapfel eine wichtige Rolle.

Sogar der Apfel im Paradies soll eigentlich ein Granatapfel gewesen sein.

Im Hohelied Salomons in der Bibel wird der Granatapfel mehrfach erwähnt, um die Schönheit der Frauen zu beschreiben.

In allen Religionen, in denen der Granatapfel eine Rolle spielt, steht er für Fruchtbarkeit und Leben. Aufgrund seiner vielen Kerne ist er auch ein Symbol für Kinderreichtum.

Den Namen "Punica" verdankt der Granatapfel den Phöniziern. Die Phönizier verbreiteten den Granatapfel in ihrer Blütezeit im Mittelmeerraum, um ihre Religion zu stärken.

Der Namensteil "Granat" geht auf das lateinische Wort für "körnig" zurück. Dieser Name wurde im Laufe der Zeit selber zum Namensgeber für ganz unterschiedliche Dinge.

Die spanische Stadt und Region Granada wurde nach dem Granatapfel benannt, weil der Granatapfel dort angebaut wird.

Die Granate wurde nach dem Granatapfel benannt, weil sie auch zahlreiche "Kerne" enthält.

Der Edelstein Granat hat seinen Namen, weil er in Form und Farbe dem einzelnen, roten Samenmantel des Granatapfels ähnelt.




Pflanzenbeschreibung

Granatapfel

Der Granatapfelbaum ist im mittleren und nahen Osten heimisch. Die östliche Verbreitung reicht bis nach Indien, Pakistan und Indonesien.

Der Granatapfelbaum ist ein kleiner Baum, manchmal auch ein Strauch. Er kann maximal 5 Meter hoch werden.

Die Rinde des Granatapfelbaums ist grau bis rötlich-braun.

Die länglichen Blätter sind ledrig und glänzend und werden bis zu 10 cm lang.

Im Frühling und Sommer wachsen an den Enden der Zweige große, rote oder gelbe Blüten. Die Blüten haben in etwa Glockenform und fünf bis neun Blütenblätter.

Aus den Blüten entwickeln sich zwischen September bis Februar die Früchte mit ihrer charakteristischen Form.

Die roten Granatäpfel sind rund und werden meistens etwa faustgroß, wobei es erhebliche Größenunterschiede gibt. Typisch ist die kleine "Krone" am oberen Ende der kugeligen Frucht.

Im Innern der Frucht findet man zahlreiche Samen, die jeweils einzeln von rotem Fruchtfleisch in einer kantigen Hülle umgeben sind. Dieser rote Samenmantel ist der essbare Teil der Granatäpfel. Die Form dieser Samenmäntel erinnert ein wenig an Mais. Ihre Farbe und Form sehen sehr hübsch aus, ein wenig wie eckig geschliffene Edelsteine, weswegen sie auch gerne für dekorative Zwecke eingesetzt werden.

Die saftigen Samenmäntel schmecken süß-säuerlich, wenn der Granatapfel reif ist.



Anbautipps

Granatapfel

Manche Sorten des Granatapfels kann man auch in warmen Gegenden Mitteleuropas anbauen oder in Wintergärten. Die winterfesten Sorten des Granatapfels können zwar milde Winter überstehen, haben mit lang andauerndem starken Frost aber Probleme.

Dazu kauft man sich am besten fertige Pflanzen und pflanzt sie im Frühjahr oder Herbst ein.

Man kann den Granatapfelbaum aber auch aus Samen anzüchten.

Am besten pflanzt man das junge Pflänzchen in einen Kübel, damit man es im Winter an eine halbwegs warme Stelle stellen kann.



Sammeltipps

Granatapfel

Die Granatapfelfrucht wird rötlich bis leuchtend rot, wenn sie reif ist.

Dann wird die Frucht vom Baum gepflückt.

Die Kerne mit dem Fruchtfleisch werden aus der aufgebrochenen Frucht ausgepult.





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