Giersch

(Aegopodium podagraria)


  

Giersch Den meisten Gartenbesitzern gilt der Giersch, auch Dreiblatt genannt, als lästiges Unkraut, das so hartnäckig ist, dass man es nie wieder los wird. Dabei war Giersch früher in der Volksheilkunde sehr geschätzt um Gicht und Rheuma zu behandeln.

Man kann den Giersch jedoch als Wildgemüse essen und dann ist man mitunter froh, soviel von ihm zu haben.

Ausserdem hat der Giersch Heilkräfte und kann die Harnorgane und den Stoffwechsel fördern.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Gicht,
Rheuma,
Heilwirkung: abführend,
antirheumatisch,
beruhigend,
entwässernd,
entzündungshemmend,
harnsäurelösend,
harntreibend,
verdauungsanregend,
Anwendungsbereiche: Blasenentzündung,
Durchfall,
Gicht,
Hämorrhoiden,
Ischias,
Rheuma,
Skorbut,
Übergewicht,
Verdauungsschwäche,
Wunden,
wissenschaftlicher Name: Aegopodium podagraria
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Bishop Weed, Ground Elder
volkstümlicher Name: Dreiblatt, Erdholler, Giersch, Geißfuß, Hinfuss, Podagariakraut, Podagrakraut, Podagriarkraut, Zaun-Giersch, Zaungiersch, Zipperleinskraut
Falsche Schreibweisen:Girsch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C
Sammelzeit: April bis Juli



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Anwendung

Giersch

Tee

2 Esslöffel auf 250 ml Wasser. Kraut mit dem heißen Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Der Tee aus dem getrockneten Kraut hilft gegen Gicht und Rheuma.

Für eine Frühjahrskur kann man statt dem getrockneten Kraut die frischen Triebe in gleicher Menge nutzen.

Umschläge

Das frische zerquetschte Kraut wird als Umschlag auf die betroffene Körperstelle gegen Gicht und Rheuma aufgebracht.

Praktisch ist das zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche.

Badezusatz

Zubereitung wie der Tee. Als Sitz-Bad gegen Hämorrhoiden.

Frische Triebe

Als Salat oder Spinat als Entschlackungskur im Frühling.

Frischsaft

Eine 10tägige Frühjahrskur.

Aus den frischen Trieben Saft pressen und 1:5 mit Mineralwasser oder Buttermilch verdünnen. Am ersten Tag 1 Esslöffel, am zweiten 2 Esslöffel usw...

Soll den Stoffwechsel anregen, entschlacken und entgiften. Vorsicht: Zuviel Frischsaft ergibt einen Durchfall.

Homöopathie

Verarbeitet wird die frische blühende Pflanze. Gegen Rheuma und Gicht.

Geschichtliches

Giersch Als Wildgemüse dürfte Giersch schon in der Steinzeit gegessen worden sein.

Der Name (Aegopodium) leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen her, wegen der einem Ziegenfuß ähnelden Kronblätter.

Nach der mittelalterlichen Signaturenlehre ist Giersch deshalb für die Behandlung von Gicht in Füßen geeignet.

Der Giersch wurde im Frühling als Salat oder Spinat als Frühlingskur genutzt.

Der Giersch war als Bestandteil von Suppen bei einigen Königshäusern eine geschätzte Delikatesse.

In der modernen Pflanzenheilkunde spielt der Giersch keine Rolle mehr bei der Behandlung von Gicht und Rheuma, da man keine Inhaltsstoffe (ausser entwässerndes Kalium) finden konnten, die die Wirkung aus der Signaturenlehre erklärt.



Pflanzenbeschreibung

Giersch Der Giersch ist in ganz Europa heimisch.

Er wächst bevorzugt in Auwäldern, Hecken und in Gärten.

Die ausdauernde Staude wird zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch.

Der Stengel ist hohl und kantig.

Die Blätter sind doppelt dreizähnig.

Die Dolden mit weißen Blütend erscheinen zwischen Juni und August. Die Blütendolde ist 15-25 strahlig.

Aus den Giersch-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die eiförmige und glatte Früchte sind etwa 3-4 mm lang.

Die weißen Wurzeln sind leicht giftig (Falcarindiol) und auch aus kleinen Wurzelstücken kann eine neue Pflanze wachsen. Die Wurzeln bilden weite Ausläufer, die für eine schnelle und sichere Verbreitung sorgen.



Anbautipps

Den Anbau im eigenen Garten sollte man sich sehr gut überlegen. Bei ungünstigem Wind oder fehlender Rhizomsperre (gegen die Wurzeln) ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Nachbar auch Giersch in seinem Garten hat. Will man den Giersch wieder loswerden, hilft meist nur wegziehen.

Der Giersch-Anbau hingegen ist einfach:

Einfach den Samen (im noch kalten Frühling) oder die Wurzelstücke (jederzeit) in den Boden geben und den Boden feucht halten. Der Standort sollte schattig oder halbschattig sein.

Am besten in großen Töpfen aufziehen und verhindern, dass der Samen reif wird und sich im Garten verteilt.



Sammeltipps

Giersch Die aromatischen und leicht bitteren frischen Triebe und jungen Blätter im Frühling ernten, diese wie Spinat oder Salat zubereiten.

Die älteren Blätter eignen sich als Petersilienersatz in Suppen, Gemüsegerichten und Aufläufen.

Die reifen Samen eignen sich als Gewürz.

Zum Trocknen sammelt man das Kraut kurz vor der Blüte und hängt die Pflanze gebündelt an einem schattigen und luftigen Ort auf.

Das getrocknete Kraut in Stoff- oder Papier-Beuteln lagern.


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