Gänsefingerkraut


  

Gänsefingerkraut


Wo das Gänsefingerkraut wächst, wuchert es meistens über eine recht grosse Fläche, weil es sich mit seinen Ausläufern sehr gut verbreiten kann.

Das Gänsefingerkraut liebt gutgedüngte verdichtete Böden, weshalb es häufig an Wegrändern von Acker- und Weidenflächen anzutreffen ist.

In der Heilkunde wird es vorwiegend gegen Krämpfe aller Art eingesetzt und zwar besonders gern in Milch abgekocht.

Ausserdem kann man die Blätter und Wurzeln des Gänsefingerkrautes als Wildgemüse kochen.


Steckbrief

Heilwirkung:
adstringierend,
antibakteriell,
beruhigend,
blutstillend,
entspannend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
Asthma,
Keuchhusten,
Halsentzündung,
Entzündungen der Mundhöhle,
Durchfall,
Magen- und Darmschleimhautentzündungen,
Magenkrämpfe,
Darmkrämpfe,
Koliken bei Säuglingen,
Hämorrhoiden,
Angina pectoris,
Schmerzhafte Periode,
Menstruationsbeschwerden,
Weissfluss,
Epilepsie,
Krämpfe,
Wadenkrämpfe,
Wundheilung,
Entzündete Wunden,
Pickel,
Furunkel,
Sonnenbrand,
wissenschaftlicher Name:
Potentilla anserina, Argentina vulgaris, Fragaria anserina
Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:
Silverweed
volkstümlicher Name:
Anserine, Dreckkraut, Echtes Gänsekraut, Fingerkraut, Gänserich, Ganspratzen, Handblatt, Krampfkraut, Martinshand, Maukenkraut, Säukraut, Sauringel, Silberkraut, Stierlichrut, Wiederrick
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Kraut, Wurzeln
Inhaltsstoffe:
Bitterstoff, Gerbstoffe, Gerbsäure, Flavone, Harzbitterstoffe, Glykoside, Krampflösender Stoff
Sammelzeit:
Mai - August
Fotos vom Gänsefingerkraut


Anwendung

Gänsefingerkraut

Krampflösend

Die Hauptwirkung des Gänsefingerkrautes ist das Lösen von Krampfzuständen, vor allem im Bereich der glatten Muskulatur, also bei allen unwillkürlich arbeitenden Muskeln, wie Verdauungsorgane, Gebärmutter usw.

Daher kann man es überall dort einsetzen, wo sich etwas verkrampft, beispielsweise Darmkrämpfe, Periodenkrämpfe, aber auch Wadenkrämpfe und krampfartiger Husten.

Auch verkrampfte Blutgefässe entkrampfen sich durch Gänsefingerkraut, weshalb man es gegen Angina Pectoris versuchen kann.

Entzündungshemmend und schmerzstillend

Ausserdem wirkt das Gänsefingerkraut beruhigend, entzündungshemmend und schmerzstillend, was seine Einsatzmöglichkeiten noch mehr erweitert.

Man kann es beispielsweise gegen Halsentzündungen und Magenschleimhautentzüngen verwenden. Reizmagen-Beschwerden können jedoch seltsamerweise verstärkt werden.

Tee

Für all diese Einsatzzwecke kann man das Gänsefingerkraut als Tee trinken. Dazu macht man einen Aufguss mit einem Teelöffel Gänsefingerkraut pro Tasse. Auch für Mischtees eignet sich das Gänsefingerkraut.

Siehe:

Gänsefingerkraut-Milch

Mit Gänsefingerkraut kann man auch einen Milch-Aufguss zubereiten und gegen oben genannte Beschwerden verwenden.

Dazu wird das Kraut des Gänsefingerkrautes mit sehr heisser Milch übergossen und heiss getrunken. Möglicherweise können sich in der Milch manche Inhaltsstoffe besser lösen als in wässrigem Tee, denn Milch enthält ausser Wasser auch Fett, in dem sich die fettlöslichen Substanzen lösen können.

Schon Pfarrer Kneipp schwor auf Gänsefingerkraut-Milch.

Wurzel kauen

Gegen Zahnfleischentzündung wird in der Volksheilkunde die Wurzel des Gänsefingerkrautes gekaut.

Äusserlich

Als Waschung, Umschlag oder Teilbad kann man Gänsefingerkraut-Tee auch zur Behandlung von entzündeten Wunden verwenden.

Er hilft auch gegen Furunkel und Sonnenbrand.

Als Sitzbad kann man das Gänsefingerkraut gegen Ausfluss bei Frauen einsetzen.

Tierheilkunde

Das Gänsefingerkraut ist auch eine beliebte Heilpflanze in der Tierheilkunde.

Es wird gegen Koliken gegeben und bei Problemen mit dem Wiederkäuen.

Stiere sollen angeblich durch Gänsefingerkraut fruchtbarer werden.

Küche

Die Blätter können zusammen mit anderem Wildgemüse gekocht werden.

Auch die Wurzel kann man als Gemüse kochen.


Produkttipps:


Geschichtliches

Gänsefingerkraut

Das Gänserfingerkraut ist in den Kräuterschriften der Antike nicht zu finden.

Das liegt wohl daran, dass es keine typische Mittelmeerpflanze ist, sondern seine Heimat in Mittel- und Nordeuropa hat.

Erst im 15. Jahrhundert n.Chr. wird das Gänsefingerkraut in einem Kräuterbuch von Peter Schöffer erwähnt.

In der germanischen Heilkunde wird das Gänsefingerkraut wahrscheinlich schon sehr lange verwendet, worauf auch die Anwendung in Milch hindeutet, die bei den Germanen sehr beliebt war. (Übrigens: Auch im indischen Ayurveda werden Kräuter oft in Milch aufgekocht.)

Im Volksglauben gibt es die Tradition die Wurzel des Gänsefingerkrautes am Johannistag vor Sonnenaufgang auszugraben. Mithilfe eines Amulettes, das man aus dieser Wurzel herstellt, sollte man in der Lage sein, die Liebe der Menschen zu erringen.




Pflanzenbeschreibung

Gänsefingerkraut

Das Gänsefingerkraut ist in Europa bis in den Norden hinein heimisch. Es kommt überall auf der Nordhalbkugel vor.

Es wächst bevorzugt auf nahrhaftem Boden, der verdichtet ist. Darum ist das Gänsefingerkraut auch auf Gänseangern sehr verbreitet, denn durch die Ausscheidungen der Gänse ist der Boden gut gedüngt und mit ihren breiten Füssen treten sie den Boden so platt, dass er verdichtet ist.

Aber auch an Wegrändern, neben Feldern und auf grasigen Waldplätzen wächst die trittfeste Pflanze gerne.

Im Gegensatz zu anderen Fingerkräutern hat das Gänsefingerkraut nicht nur fünf Blätter-Lappen, sondern Blätter mit sieben bis über zwanzig Lappen.

Die Blätter wachsen rosettenartig aus dem Boden. Ihre Ränder sind gesägt. Auf der Oberseite sind die Blätter glänzend grün und vereinzelt haarig. Unten sind die Blätter silbrig und behaart.

Aus den Rosetten treiben bis zu ein Meter lange Ausläufer aus, die an Knotenpunkten neue Blätter und zusätzliche Wurzeln treiben. Durch diese Ausläufer verbreitet sich das Gänsefingerkraut recht zügig. Auf diese Weise bilden sich oft dichte Teppiche aus Gänsefingerkraut.

An den Knotenpunkten wachsen auch die gelben Blüten, die fünf Blütenblätter haben. Nachts schliessen sich die Blüten, bei Regen schliessen sie sich zur Hälfte.

Mehr Fotos vom Gänsefingerkraut ...


Sammeltipps

Vom blühenden Kraut sammelt man die Blätter oder das ganze Kraut samt Blüten und Trieben.

Das Sammelgut wird zügig im Schatten an luftiger Stelle getrocknet.

Im Frühjahr oder Herbst kann man auch die Wurzeln des Gänsefingerkrautes sammeln.


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