Frauenminze


  

Die Frauenminze ist gar keine Minze, sondern eng verwandt mit Rainfarn und Mutterkraut, sie ist also ein Kobrblütler.

Den Namensteil "Minze" erhielt die Frauenminze wohl, weil sie minzähnlich duftet, denn sie enthält ähnliche ätherische Öle wie die Minzenarten.

Die Heilwirkung der Frauenminze ist auch recht ähnlich wie bei den Minzen, sie stärkt also die Verdauungsorgane.

Die Wirkung gegen Frauenbeschwerden gab der Frauenminze wahrscheinlich den vorderen Teil ihres Namens. Sie fördert die Menstruation und löst krampfartige Beschwerden während der Periodenblutung.

Im Mittelalter war die Frauenminze eine hochgeschätzte Heilpflanze, die in jedem Kräutergarten angebaut wurde. Heutzutage ist sie weitgehend in Vergessenheit geraten.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verdauungsschwäche,
Heilwirkung:
adstringierend,
antiseptisch,
harntreibend,
krampflösend,
Anwendungsbereiche:
Fieber,
Blähungen,
Verdaungsstörungen,
Verstopfung,
Würmer,
Leberschwäche,
Nierenschwäche,
Blasenschwäche,
Ödeme,
Geschwollene Füsse,
Ohnmachtsneigung,
Menstruationsbeschwerden,
Menstruations fördernd,
Periodenkrämpfe,
Insektenabwehr,
Läuse,
Wunden,
wissenschaftlicher Name:
Tanacetum balsamita, Chrysanthemum balsamita, Pyrethrum balsamita, Balsamita vulgaris
Pflanzenfamilie:
Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name:
Costmary
volkstümliche Namen:
Balsamkraut, Marienbalsam, Marienblatt, Riechblättchen, Schmeckablaadl
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Borneol, Pinene, Kampfer, Camphene, Thujon, Gerbsäure
Sammelzeit:
Spätsommer


Anwendung

Die Frauenminze wird kaum noch als Heilpflanze angewendet.

Früher galt sie jedoch als wichtiges Heilmittel und wuchs in jedem Klostergarten.

Die häufigste Art, Frauenminze anzuwenden ist der Tee.

Tee

Für einen Frauenminze-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Frauenminze mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Frauenminze-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Frauenminze-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Innerlich

Frauenminze kann man innerlich gegen Verdauungsbeschwerden einsetzen. Besonders gut soll sie gegen Verstopfung helfen.

Ausserdem hilft Frauenminze gegen Beschwerden bei der Menstruation.

Früher wurde die Frauenminze auch eine stärkende Wirkung auf die Harnorgane nachgesagt. Sie regt den Harnfluss an und soll so auch gegen Wasseransammlungen im Gewebe helfen können.

Im Mittelalter wurde die Frauenminze auch gegen Fieber und die Neigung zu Ohnmachtsanfällen verwendet.

Äusserlich

Äusserlich kann man Frauenminze-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man die Wundheilung fördern.

Frauenminze wurde früher auch gegen Läuse eingesetzt, ähnlich wie ihr Verwandter der Rainfarn.



Pflanzenbeschreibung

Die Frauenminze ist in Südeuropa und Asien heimisch.

Im Mittelalter wurde sie durch Mönche nach Mitteleuropa gebracht. Hier war sie lange Zeit eine wichtige Heilpflanze und wurde durch die Verordnung "Capitulare" von Karl dem Grossen in allen Klöstern und staatlichen Gärten angebaut.

Die Frauenminze ist keine Minze-Art, sondern gehört in die Kobrblütler-Familie. Sie ist eng verwandt mit dem Rainfarn und Mutterkraut.

Die mehrjährige Staude bevorzugt nahrhaften und lockeren Boden. Sie wird bis zu 1,50 m hoch, bleibt meistens aber etwa einen Meter gross.

Aus dem Rhizom treiben im Frühjahr neue Stengel aus.

Die lederartigen Blätter sind länglich, eiförmig und werden bis zu 20 cm lang.

Die Blütezeit ist erst spät im Sommer. Die Blüten stehen in doldigen Rispen und erinnern stark an die Blüten des Rainfarns. Sie sind jedoch etwas unscheinbarer und eher gelbgrün als leuchtend gelb.

Die Blätter der Frauenminze duften sehr intensiv. Der Duft erinnert an Minze, was der Pflanze wohl ihren Namen gab.

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