Flieder


  


Der Flieder ist im Frühling mit seinen lilanen oder weissen Blüten eine bezaubernde Zierde von zahlreichen Gärten. Sein Duft ist geradezu betörend.

Schon im Mittelalter fand der Flieder in Bauerngärten Mitteleuropas ein Zuhause.

Obwohl sein Duft so lieblich ist, ist der gesamte Flieder ausgeprägt bitter, weshalb er auch kaum von fressenden Tieren, seien es Insekten oder Säugetieren heimgesucht wird.

Seine Bitterkeit ist es auch, die den Flieder zu einem Heilmittel gegen Fieber und Verdauungsschwäche machen.



Steckbrief

Heilwirkung:
tonisierend,
Fieber,
Verdauungsschwäche,
Blähungen,
Schluckauf,
Durchfall,
Mundschleimhautentzündungen,
Gicht,
Rheuma,
wissenschaftlicher Name:
Syringa vulgaris
Pflanzenfamilie:
Ölbaumgewächse = Oleaceae
englischer Name:
Common Lilac
volkstümlicher Name:
Lila
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Blätter, Früchte, Rinde junger Zweige
Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, ätherische Öle, Alpha-Pinene, Syringin, Anisaldehyde, Farnesol
Sammelzeit:
Frühling


Anwendung


Blüten

Die Blüten trinkt man als Tee zur Stärkung der Verdauung.

Dazu nimmt man ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Blüten pro Tasse Wasser. Man giesst das kochende Wasser über die Blüten und lässt fünf Minuten ziehen. Davon trinkt man zwei bis drei Tassen täglich.

Obwohl die Blüten sehr lieblich duften, schmeckt der Tee bitter.

Blätter

Gegen Fieber trinkt man zwei bis drei Tassen täglich von einem Tee aus den Blättern des Flieders.

Man nimmt nur einen knappen Teelöffel der getrockneten Blätter pro Tasse Tee.

Der Tee schmeckt sehr bitter.

Rinde

Auch aus der zerstossenen Rinde kann man einen Tee gegen Fieber zubereiten.

Die Zubereitung erfolgt wie bei den Blättern.

Früchte

Aus den Früchten kann man einen Tee gegen Verdauungsbeschwerden und Schluckauf zubereiten.

Äusserlich

Bäder mit einem Tee aus den Blättern, Blüten oder der Rinde des Flieders helfen gegen rheumatische Schmerzen und Gichtattacken.

Man kann auch einen Ölauszug mit den getrockneten Fliederblüten zubereiten.

Solch ein Ölauszug hilft als Einreibung gegen rheumatische Schmerzen.


Geschichtliches

Schom im 10. Jahrhundert wurde der Flieder von den Mauren in Spanien eingeführt.

Im 16. Jahrhundert kam er dann auch in Mitteleuropa und England an.

Weil er so schön aussieht und so gut duftet, wurde er häufig in Bauerngärten angebaut.

Sein türkischer Name "Lilac" wurde im deutschsprachigen Raum zu "lila", denn für die hellviolette Farbe gab es vorher noch gar keine eigene Bezeichnung.

Als Blumensysmbol steht der Flieder für die romantische, unschuldige Liebe.



Pflanzenbeschreibung


Der Flieder ist auf dem Balkan und im mittleren Osten heimisch. In Mitteleuropa kommt er häufig in Gärten vor und manchmal auch verwildert.

Er bevorzugt kalkreiche, nährstoffreiche Böden und sonnige Standorte. Aber auch im Halbschatten kann er gedeihen.

Der Flieder ist ein kleiner Baum oder Strauch, der bis zu sechs Meter hoch werden kann.

Die Blätter sind spitz eiförmig und ganzrandig.

Zwischen Mai und Juni blühen die kolbenartigen Blüten, die stark lieblich duften. Die Blüten sind meistens violett oder weiss.

Der Flieder, der hier beschrieben wird, ist übrigens nicht verwandt mit dem Holunder, der vor allem in Norddeutschland auch den Namen Flieder trägt.


Anbautipps


Den Flieder kann man in den meisten Gartencentern als junge Pflanze kaufen.

Man pflanzt ihn an einen sonnigen Platz, wo er Platz hat, bis zu 6 Meter hoch zu werden. Oft wird er aber auch nur 3 Meter hoch.

Der Flieder braucht in trockenen Zeiten Wasser, sollte aber nicht zu feucht stehen, denn Staunässe mag er nicht.

Wenn es dem Flieder gut geht, kann er recht buschig und umfangreich werden.

Er braucht aber mehrere Jahre, um gross zu werden.



Produkttipps:


Sammeltipps

Im Frühjahr sammelt man die Rinde junger Zweige.

Die Blätter sammelt man, wenn sie frisch ausgetrieben sind und die Blüten, wenn sie sich gerade entfaltet haben.

Man trocknet sie zügig an einem warmen, luftigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Wenn die Früchte reif sind, kann man auch diese ernten.


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