Fieberklee

(Menyanthes trifoliata L.)


  

fieberklee


Der Fieberklee ist eine Sumpfpflanze und wächst in Sümpfen, Mooren und an Ufern.

Den Namen hat der Fieberklee, wegen der 3 kleeähnlichen Blätter und seiner Nutzung gegen Fieber. Mit dem Klee hat er ausser den ähnlich aussehenden Blättern nichts zu schaffen, er ist mit dem Enzian verwandt. Die Pflanze ist daher sehr bitter, mit einem stark schwankenden Bitterwert von etwa 1:1000 bis 1:10.000 und ist leicht giftig.

Die Inhaltsstoffe fördern die Magensaft- und Speichelsekretion.

Da viele Sümpfe trocken gelegt wurden, in Mooren Torf gewonnen wurde, ist die ehemals verbreitete Pflanze sehr selten geworden. Daher steht der Fieberklee in vielen Ländern unter Naturschutz und auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen.

Mittlerweile gibt es diese Pflanze im Gartencenter für den heimischen Teich.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Appetitlosigkeit,
Fieber,
Verdauungsstärkung,
Heilwirkung:
appetitanregend,
blutreinigend,
blutverbessernd,
blutvermehrend,
entzündungshemmend,
fiebersenkend,
harntreibend,
krampflösend,
reinigend,
schweißtreibend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche:
Altersschwäche,
Blähungen,
Bleichsucht,
Blutarmut,
Blutreinigung,
Ekzem,
Galle,
Gallensteine,
Gastritis,
Gelbsucht,
Gicht,
Hautauschläge,
Husten,
Hypochondrie,
Infektionen,
Leber,
Magen,
Migräne,
Muskelschwäche,
Nervosität,
Oberbauchbeschwerden,
Ohrenschmerzen,
Rheuma,
Sodbrennen,
Trigeminus-Neuralgie,
Verdauungsschwäche,
Verstopfung,
Wassersucht,
Wechselfieber,

Homöopathie

Kopfschmerzen,
Magen-Darm-Beschwerden,
Muskelschmerzen,
Ohrensausen,
Zahnschmerzen (heiße Backe),
wissenschaftlicher Name:
Menyanthes palustris, Menyanthes trifoliata L., Trifolium castoris
Pflanzenfamilie:
Fieberkleegewächse = Menyanthaceae, Enziangewächse = Gentianaceae
englischer Name:
Common bog bean
volkstümlicher Name:
Bachgräslein, Bachgräsli, Biberklee, Bitterblad, Bitterblatt, Bitterklee, Bocksbohnenblätter, Bohnenblad, Butterklee, Dreeblatt, Dreiblatt, Dreiblättriger Fieberklee, Feverkrut, Fieberklee, Fröschekohl, Gallkraut, Gottvergessentee, Hasenohr, Kreuzklee, Magenklee, Monatsblume, Moosklee, Scharbocksklee, Sumpf-Bitterklee, Sumpfklee, Wasserfieberklee, Wasserfieberkraut, Wasserklee, Ziegenlappen, Zottelblume, Zottenblume
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, Bitterstoffe, Cumarine, Dihydrofoliamenthin, Emulsin, fettes Öl, Flavanoide, Gerbstoffe, Gentianin, Loganin, Menyanthin, Mineralien, Palmitin, Saponine, Tannine
Sammelzeit:
Mai bis Juni
Nebenwirkungen:
Bei starker Überdosierung: Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen
Kontraindikation:
Darmentzündungen, Durchfall, Magengeschwüre


Anwendung

FieberkleeKaltauszug oder Aufguss
Der bittere Tee wird nicht gesüßt!
Bei Fieber schluckweise trinken.
Zur Appetitanregung 30 Minuten vor der Mahlzeit schluckweise trinken.
Nicht mehr als 2 Tassen pro Tag trinken.

Eine Mischung aus gleichen Teilen Fieberklee, Salbei, Tausendgüldenkraut und Wermut.
1 Teelöffel auf 250 ml Wasser.
Als Aufguss zubereiten.
Nur ungesüßt trinken.
Hilft bei Darm-, Gallen-, Magen-, Leber-Problemen.
Nicht mehr als 2-3 Tassen trinken.

Gurgeln

Mit dem Tee gurgeln, hilft gegen fiebrige Halsleiden.

Umschläge

Umschläge mit Tee, frisch gepresstem Saft, frischem zerkleinertem Kraut oder Wurzel helfen bei Hautkrankheiten.

Tinktur

Aus dem Fieberklee kann eine Tinktur gegen Appetitlosigkeit und zur Verbesserung der Verdauung hergestellt werden.

Homöopathie

Trifolii fibrii (ab D1) gegen Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei verdorbenen Speisen und bei Kopfschmerzen, die sich durch den Druck mit der Hand lindern lassen.

Geschichtliches

Fieberklee-Blätter

Über eine medizinische Nutzung in der Antike gibt es keine Dokumente.

Das erste mal wurde der Fieberklee im 16. Jahrhundert beschrieben und im 17. Jahrhundert zu heilenden Zwecken eingesetzt.

In Lappland wurde das Wurzelpulver zum Brotbacken und in England als Hopfenersatz beim Bierbrauen genutzt.

Die Bauern haben Magen-Darm-kranken Tieren frische Pflanzen oder den Fieberklee-Tee gegeben. Beides wird von kranken Weidetieren gerne angenommen.

Der Fieberklee war und ist ein Bestandteil von Bitterschnäpsen zur Verdauung.

Heute wird der Fieberklee vor allem zur Verdauung und Appetitanregung genutzt, der Einsatz zur Fiebersenkung hat keine Bedeutung mehr.



Pflanzenbeschreibung

Fieberklee im Moor

Der Fieberklee ist auf der nördlichen Erdhälfte heimisch.

Er wächst bevorzugt in Sümpfen, an Mooren und Ufern.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 10 und 35 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind 3 zählig, der Stengel ist hohl.

Der Fieberklee hat einen kriechenden Wurzelstock, der bis zu einem Meter lang wird.

Die weiß-rötlichen Blüten erscheinen in Trauben an einem Stiel zwischen Mai und Juni

Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 1,5 cm.

Der Fieberklee kann im Herbst ein zweites mal blühen.

Aus den Fieberklee-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die eiförmigen Kapseln.



Anbautipps

Keine Pflege nötig, am Teichrand wächst die Pflanze wie Unkraut.

Vermehrung durch Stecklinge oder Rhizomteilung im Frühling.


Sammeltipps

Der Fieberklee ist geschützt und selten, darf daher nicht in der Natur gesammelt werden.

Die voll entwickelten Blätter während der Blute im Mai und Juni ernten, dabei die Blätter mit einem Stückchen Blattstiel abschneiden.

Zügig am schattigen, luftigen Ort trocknen.

Nach dem Trocknen die von der Farbe her auffallenden Blätter wegwerfen.

Zerkleinerten Blätter in einem Glas oder einer Dose aufbewahren.

Bei guter trockener und lichtfreier Lagerung durchaus 3 Jahre haltbar.


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