Erdrauch


  

Erdrauch Früher war der Erdrauch, der auf Äckern und an Wegen als Unkraut wächst, eine wichtige und geehrte Heilpflanze.

Das zeigt auch das "officinalis" in seinem wissenschaftlichen Namen "Fumaria officinalis".

Heutzutage wird er jedoch kaum noch verwendet, weil der Hauptwirkstoff, das Alkaloid Fumarin, im Ruf steht, leicht giftig zu sein. Diesen Ruf teilt das Fumarin jedoch mit zahlreichen anderen Pflanzenwirkstoffen, denn alles was wirken soll, ist naturgemäss in höherer Dosierung giftig, wie schon Paracelsus wusste.

Der Erdrauch hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Funktion der Gallenblase.

Die Wirkung ist regulierend, das heisst, eine zu starke Gallensekretion durch die Leber wird abgemildert, eine zu schwache Gallenfunktion wird verstärkt. Auch der Abfluss des Gallensaftes in den Darm wird durch den Erdrauch erleichtert.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Gallenschwäche,
Heilwirkung: blutreinigend,
harntreibend,
krampflösend,
schweisstreibend,
Anwendungsbereiche: Verstopfung,
Würmer,
Hämorrhoiden,
Leberschwäche,
Gallenkoliken,
Migräne,
Depressionen
Hypochondrie,
Hautprobleme,
Hautentzündungen,
Ekzeme,
wissenschaftlicher Name:Fumaria officinalis
Pflanzenfamilie:Mohngewächse = Papaveraceae
englischer Name:Fumitory
volkstümliche Namen:Echter Erdrauch, Gemeiner Erdrauch, Gewöhnlicher Erdrauch
Verwendete Pflanzenteile:
Inhaltsstoffe:Alkaloide, Flavonoide, Fumarin, Protopin, Fumarsäure, Gerbsäure, Schleim
Sammelzeit:Mai bis Oktober


Anwendung

Erdrauch Schon in der Antike galt der Erdrauch als wichtige Heilpflanze gegen Lebererkrankungen.

Doch heutzutage wird der Erdrauch kaum noch in der Pflanzenheilkunde eingesetzt.

Die häufigste Art, Erdrauch anzuwenden ist der Tee.

Da die Inhaltstoffe des Erdrauchs nicht völlig unproblematisch sind, sollte man den Erdrauch am besten in Mischtees anwenden, damit man nicht so grosse Mengen des Erdrauchs zu sich nimmt.

Tee

Für einen Erdrauch-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Erdrauch mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Erdrauch-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Erdrauch-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Innerlich

Erdrauch kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Gallenschwäche und Leberprobleme einsetzen.

Ausserdem hilft Erdrauch gegen Verstopfung und andere Probleme des Verdauungsapparates.

Hinzu kommt die Anwendung gegen Migräne, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen.

Äusserlich

Äusserlich kann man Erdrauch-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man Ekzeme lindern.

Erdrauch hilft äusserlich eingesetzt auch gegen andere Hautentzündungen.



Pflanzenbeschreibung

Erdrauch Der gewöhnliche Erdrauch ist in Europa und Asien heimisch.

Er wächst bevorzugt an nährstoffreichen, bearbeiteten Stellen. Daher ist er vor allem an Ackerrändern, in Gärten und in Weinbergen anzutreffen.

Die einjährige Pflanze wird bis zu fünfzig Zentimeter gross.

Die gefiederten Blätter hat sehr feine Einzelblättchen, sodass die gesamte Pflanze von fern rauchartig wirkt, was dem Erdrauch wohl den Namen eingebracht hat.

Zwischen Mai und Oktober blüht der Erdrauch mit roten Blüten. Die Blüten wachsen in aufrechten Trauben. Die Einzelblüten sind asymetrisch und erinnern an Lippenblüten.

Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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