Eiche


  

Eiche


Die Eiche gilt in Deutschland als der König der Bäume, was auch durch das langlebige, stabile Holz gerechtfertigt ist.

Die Eicheln, die im Herbst heranreifen, schmecken zwar bitter, aber durch ausgiebiges Wässern kann man die Bitterstoffe entfernen und die getrockneten Früchte zu Mehl verarbeiten, was so manche Hungersnot gelindert hat. Auch als Kaffeeersatz eignen sich die Eicheln, wenn man sie röstet und mahlt.

Die Rinde der Eiche wirkt stark zusammenziehend, was sie zu einem wertvollen Heilmittel bei Blutungen und Entzündungen macht. Sie wird vor allem äusserlich als Bad oder Umschlag angewendet.

Die Blüte der Eiche wird als Bachblüte Oak eingesetzt.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Ekzeme,
Schlecht heilende Wunden,
Durchfall
Heilwirkung:
adstringierend,
antibakteriell,
blutstillend,
entzündungshemmend,
Anwendungsbereiche:
Halsschmerzen,
Mundschleimhautentzündungen,
Durchfall,
Magenschleimhautentzündungen,
Magengeschwüre,
Darmschleimhautentzündungen,
Hämorrhoiden,
Blutzucker senkend,
Diabetes (leichte),
Blasenentzündung,
Augenlidentzündungen,
Ekzeme,
Fusschweiss,
Fusspilz,
Frostbeulen,
Krampfadern,
Brandwunden (leichte),
Furunkel,
Zahnfleischbluten,
Druckgeschwüre (Dekubitus),
Schnittwunden,
Afterjucken,
wissenschaftlicher Name:
Quercus robur, Quercus pedunculata, Quercus petraea, Quercus sessiliflora
Pflanzenfamilie:
Buchengewächse = Fagaceae
englischer Name:
Oak
volkstümliche Namen:
Stieleiche, Sommereiche, Deutsche Eiche, Traubeneiche, Wintereiche, Eke, Eik, Ferkeleiche, Masteiche, Oachen
Verwendete Pflanzenteile:
Rinde, Eicheln
Inhaltsstoffe:
Gerbstoff, Gerbsäure, Tannine, Bitterstoff, Gallussäure, Quercin, Quercetin
Sammelzeit:
Rinde: März bis Mai, Eicheln: Oktober


Anwendung


Als heilkräftiger Pflanzenteil der Eiche wird die Rinde der dünnen Äste und Zweige verwendet. Die Rinde enthält sehr viele Gerbstoffe und daher ist die Eiche eine wichtige Gerbstoffpflanze.

Eichenrinde kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden.

Die häufigste Art, Eichenrinde anzuwenden ist äusserlich gegen Ekzeme und schlecht heilende Wunden. Innerlich wird Eichenrinde als Mittel gegen Durchfall und Darmentzündungen verwendet.

Tee

Für einen Eichenrinden-Tee (= Abkochung) übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Eichenrinde mit einer Tasse kaltem Wasser und lässt das Wasser mit der Eichenrinde zusammen aufkochen. Den Eichenrindentee lässt man drei bis fünf Minuten kochen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken oder äusserlich anwenden.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Tinktur

Tinkturen aus Eichenrinde sind weniger gebräuchlich aber durchaus möglich.

Um eine Eichenrinden-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Eichenrinde in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein oder wendet sie verdünnt äusserlich an.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.


Innerlich

Eichenrinde kann man innerlich, als Tee gegen Durchfall einsetzen.

Ausserdem hilft Eiche gegen Magen- und Darmgeschwüre, denn sie wirkt entzündungshemmend und kann gleichzeitig die offenen Geschwüre quasi zusammenziehen und ihre Abheilung beschleunigen.

Bei Formen von Diabetes, die mit Entzündungen der Verdauungsorgane einhergehen, kann Eichenrindentee lindernd wirken.

Man kann Eichenrinde auch gegen leichte innere Blutungen anwenden, natürlich nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt.

Gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum gurgelt man mehrmals täglich mit lauwarmem Eichenrinden-Tee.

Äusserlich

Äusserlich kann man Eichenrinden-Tee in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man schlecht heilende Wunden und Geschwüre, wie beispielsweise Dekubitus lindern. Eichenrindenbäder können auch gegen Fusspilz helfen.

Eichenrinde hilft äusserlich eingesetzt auch gegen Ekzeme.

Krampfadern oder Hämorrhoiden schrumpfen durch die Behandlung mit Eichenrinde.


Produkttipps:


Bachblüte

Als Bachblüte wird die Blüte der Eiche vewendet, die zwischen April und Mai blüht.

Sie steht für Stärke und Pflichtbewusstsein.

Küche

In schlechten Zeiten wurden Eicheln als Ersatz für Mehl und Kaffee verwendet.

Um die bitteren Früchte als Mehl nutzen zu können, müssen sie vorher entbittert werden. Dazu werden sie ausgiebig, mehrmals und lange gewaschen.

Siehe:




Pflanzenbeschreibung

Die Eiche ist in den gemässigten Klimazonen der Nordhalbkugel heimisch. Man findet sie sowohl in Nordamerika, wo es besonders viele Eichen-Arten gibt, als auch in Europa und Asien. In Deutschland spielt die Eiche eine besonders wichtige Rolle als Symbol der Stabilität.

In Mitteleuropa wächst vor allem die Stiel-Eiche und die Trauben-Eiche. Die meisten Eichenarten sind für die gleichen Heilanwendungen nutzbar.

Die Eiche wächst bevorzugt in Mischwäldern.

Der stattliche Baum wird bis zu 40 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt, in seltenen Einzelfällen sogar noch älter.

Der Stamm der Eiche kann einen Durchmesser von bis zu drei Metern haben. Die Rinde von Stamm und Ästen ist in jungen Jahren glatt und später rissig und rauh.

Die Blätter der meisten Eichen-Arten, beispielsweise auch der in Deutschland häufigen Stieleiche, fallen im Winter ab und treiben im Frühjahr neu aus. Die Blätter der Traubeneiche fallen hingegen erst im nächsten Frühjahr ab.

Die ledrigen Blätter sind buchtig gelappt und haben dadurch ein sehr typisches Aussehen.

Von April bis Mai blühen die Eichen mit unauffälligen gelbgrünen Blüten, die in Rispen herabhängen.

Aus den Eichen-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die nussartigen Eicheln, die in einem halbrunden "Hütchen" sitzen. Sie enthalten viele Bitterstoffe und sind daher nur nach ausgiebiger Entbitterung für Menschen geniessbar. Von Schweinen werden sie jedoch sehr gerne gegessen, was früher auch viel genutzt wurde.



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