Dornige Hauhechel

(Ononis spinosa)


  

Dornige Hauhechel


Die Hauhechel ist ein kleiner Strauch aus der Familie der Hülsenfrüchte und ein gefürchtetes Unkraut.

Ihre rosafarbenen Blüten sind eine Zierde der Wiesen, wo sie wachsen. Doch die Dornen pieksen schmerzhaft, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Die Wurzel der Hauhechel wird zur Blutreinigung bei Frühjahrs- und Schlankheitskuren verwendet.

Auch gegen Blasenentzündung und Nierensteine wird sie häufig eingesetzt. Besonders geeignet ist eine kurze Teekur zur Durchspülung bei entzündlichen Harnwegen.

Die Wurzeln haben je nach Boden stark schwankende Mengen an Inhaltsstoffen, teilweise bleibt sogar die erwünschte Wirkung aus, wenn die Wurzel keine Saponine enthält.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Aquaretikum,
Diuretikum,
Entwässerungsmittel,
Harntreibendes Mittel,
Heilwirkung:
antibakteriell,
antiphlogistisch,
aquaretisch,
blutreinigend,
entwässernd,
entzündungshemmend,
harntreibend,
östrogen,
steinlösend,
Anwendungsbereiche:

Pflanzenheilkunde

Blasenkatarrh,
Diuretikum,
Nierenbeckenentzündung,
Harngriess,
Vorbeugung gegen Harnsteine,

Volksheilunde

Bauchwassersucht,
Blasenentzündung,
Blasenkatarrh,
Blasenschwäche,
Blasensteine,
Blasengriess,
Diuretikum,
Ekzeme,
Feigwarzen,
Gelenkrheuma,
Gicht,
Harnröhrenentzündung,
Harngriess,
Harnsteine,
Hautprobleme,
Herpes simplex,
Herpes zoster,
Mundgeruch,
Nierenbeckenentzündung,
Nierenentzündung,
Nierengriess,
Nierensteine,
Rheuma,
Wassersucht,
Zahnschmerzen,

Homöopathie

Nierenerkrankungen,
Harnwegserkrankungen,
wissenschaftlicher Name:
Ononis spinosa
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Rest-Harrow
volkstümlicher Name:
Aglakraut, Aglarkraut, Dornige Hauhechel, Eindorn, Einhagel, Eselskraut, Frauenkriegswurzel, Frauenstreit, Gundeldorn, Hachelkraut, Harnkrautwurzel, Hasenblume, Hasenöhrle, Haudornwurzel, Hauhechel, Hechelkrautwurzel, Heckelkraut, Heudorn, Heuhechel, Höhldorn, Hofdorn, Hohachel, Huldorn, Katzenspeer, Lahmdorn, List, Listendorn, Ochsenbrech, Ochsenbruch, Ochsenkraut, Pflugsterz, Questenkraut, Questenkrautwurzel, Schafhechel, Schafhechle, Schmalhef, Stachelkraut, Stachelkrautwurzel, Stallchrut, Stallkrautwurzel, Triefkraut, Weiberklatsch, Weiberkrieg, Weiberzorn, Weichsen, Wetzsteinkraut, Witschge, Witwerdörn, Wiwkrut
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Blüten, junge Triebe, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Anethol, Carvon, fettes Öl, Flavonglykoside, Flavonoide, Formononetin, Genistein, Gerbstoffe, Glykoside, Gummi, Harz, Isoflavonide, Menthol, Onocerin, Ononin, Orocol, Phytosterin, Saponine, Sitosterin, Trifolirhizin, Triterpene, Zitronensäure
Sammelzeit:
Kraut: Juni und Juli,
Wurzel: September bis November
Nebenwirkungen:
Bei hohen Dosen: Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen)
Wechselwirkungen:
keine bekannt
Kontraindikation:
Ödeme durch Minderfunktion von Herz oder Nieren


Anwendung

Dornige Hauhechel

Die Hauhechel-Wurzel (Ononidis radix, Radix Ononidis) kann man frisch oder getrocknet als Tee oder in Teemischungen zur Blutreinigung und Förderung des Stoffwechsels einsetzen.

Da sich der Körper besonders schnell an die harntreibende Wirkung anpasst, kann man die Wurzel nur für ein paar Tage anwenden. Sobald die Wirkung nachlässt ist eine 1-2 wöchige Pause nötig, damit die Wurzel wieder wirken kann.

Wurzel-Tee

2 Teelöffel Hauhechel-Wurzel-Stücke mit 250 ml kaltem Wasser übergießen und 10 Stunden stehen lassen. Dann abgedeckt nur ganz kurz aufkochen und anschliessend abseihen. Sobald der Tee lauwarm ist: ungesüßt trinken.

2 Teelöffel Hauhechel-Wurzel-Stücke mit 250 ml Dazu muss ausreichend Wasser (etwa 2 Liter/Tag) getrunken werden.

Regt Harn- und Stoffwechseltätigkeit an.

Blüten-Tee

1-2 Teelöffel der Blüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen, abdecken und ein paar Minuten ziehen lassen. Hilft gegen geschwollene Beine.

Mundspülung

Einen Wurzel-Absud mit Essig gekocht, hilft als warme Mundspülung gegen Zahnschmerzen.

Umschläge

Einen Wurzel-Absud mit Essig gekocht, hilft als Umschlag gegen schorfige Wundkrusten.

Einreibung

Einen Wurzel-Absud mit Wein gekockt, hilft als Einreibemittel gegen Wadenkrämpfe.

Kraut

Das zerkleinert und zerquetschte Kraut hilft als Auflage bei Ekzemen, Hautausschlägen und Hautjucken.

frische Wurzel

Ein kleines Stückchen frische Wurzel kauen hilft gegen Zahnschmerzen.

junge Triebe

Die sehr jungen dornenfreien Triebe kauen hilft gegen Mundgeruch. Die jungen Trieben können auch eingemacht und später gegen Mundgeruch eingesetzt werden.

Homöopathie

Dornige Hauhechel

Verarbeitet wird die oberirdische frische Pflanze zur Blütezeit, eingesetzt gegen Nierensteinkoliken, Nierengrießbildung und Wassersucht.

Anthroposophische Homöopathie

Verarbeitet wird der unterirdischen und angetrockenete Teil der Pflanze zur Blütezeit. Wird mit anderen Mitteln kombiniert.

Weitere Informationen

Hauhechel-Wurzel-Pulver in Tee und Salben: Über die blutreinigende Wirkung hilft sie auch gegen Hautkrankheiten und rheumatische Beschwerden.

Siehe auch:

Siehe auch:

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Geschichtliches

Dornige Hauhechel

Schon im Altertum wurde die Hauhechel-Wurzel zur Blutreinigung, gegen Blasen- und Nierensteine und viele andere Krankheiten genutzt.

Schon einige Jahrhunderte vor Christi Geburt wurde die Hauhechel von Theoprast beschrieben. Allerdings dürfte die beschriebene Hauhechelart eine andere als die Dornige Hauhechel gewesen sein.

In Deutschland fand die Dornige Hauhechel im 16. Jahrhundert ihren Einzug in die Kräuterbücher, z.B. im Kreutterbuch von Leonhart Fuchs.

Als Zauberkraut setzte man es auch zum Schutz des Viehs ein.

Bis zur modernen Landwirtschaft ein gefürchtetes Unkraut, da die stabile Wurzel jeden Pflug stoppte und die Dornen Mensch und Tier verletzten.




Pflanzenbeschreibung

Dornige Hauhechel

Die Dornige Hauhechel ist in Osteuropa heimisch und winterhart.

Sie wächst bevorzugt auf sonnigen, sandigen und trockenen Wiesen, Brachland und Wegrändern.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 30 bis 60 Zentimeter hoch.

Die Blätter sind gefiedert und etwa 3 cm lang.

Die rosa Blüten erscheinen zwischen Juni und August

Aus den Hauchechel-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen.

Die Samen befinden sich in behaarten Samenhülsen.

Der oberirdische Teil der Pflanze stirbt bei Frost ab.

Die stabilen Wurzelstöcke mit verzweigten Pfahlwurzeln erreichen eine Tiefe von etwa 1 Meter.

Die Wurzel ist außen graubraun bis schwarzbraun und im Innern weiß.

Es gibt verschiedene Hauhechelarten.



Anbautipps

Dornige Hauhechel

Die Dornige Hauhechel ist als gefürchtetes Unkraut sehr pflegeleicht.

Man sollte sich gut überlegen die Dornige Hauhechel im eigenen Garten anzubauen, ist die Pflanze nur mit hohem Aufwand durch Ausgraben der tiefen Wurzel oder starker Dauerdüngung wieder loszuwerden.

Aus Wurzelstücken und Wurzelresten kann sich wieder eine neue Pflanze entwickeln, daher kann die Pflanze über Wurzelteilung vermehrt werden, am besten im Herbst.

Im Frühling die Samen aussäen.

Ein Anbau im Topf bring nur bei entsprechend tiefen Töpfen eine gute Wurzel hervor, das Kraut und Blüte wächst auch in kleinen Töpfen recht gut.

Der Standort sollte sonnig sein.

Der Boden sollte durchlässig, kalkhaltig, trocken und sandig sein, wächst auch auf lehmigem Boden.

Wenig düngen und nur bei großer Trockenheit gießen



Sammeltipps

Dornige Hauhechel

Die Wurzel wird im Frühling oder Spätherbst geerntet.

Mit Hilfe von Spitzhaue/Spitzhacke wird die Wurzel in schweißtreibender Arbeit aus dem Boden gegraben.

Dabei sollte man darauf achten, dass man sich nicht an den Dornen verletzt, da diese schwer heilende Wunden verursachen.

Wurzel reinigen. Dicke Wurzelteile der länge nach halbieren, dünne Wurzeln können direkt getrocknet werden. Die Wurzel stinkt.

Zum Trocknen die Wurzeln an Bindfäden aufreihen und an einem luftigen, warmen und trockenen Ort aufhängen, ideal ist ein luftiger Dachboden.

Die Wurzeln können auch in kleine Stücke geschnitten werden und im Backofen oder Trockengeräte bei niedriger Temperatur (40 °C) getrocknet werden.

Die Wurzelstücke insektensicher, trocken und lichgeschützt lagern.

Gut gelagerte Wurzelstücke halten etwa 4-5 Jahre.

Bei dem Ernten von Blüten und Blättern auf die Dornen achten.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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