Traubensilberkerze


  

Traubensilberkerze


Die Traubensilberkerze ist eine mannshohe Staude, die in Nordamerika heimisch ist.

Schon die nordamerikanischen Ureinwohner schätzten die Traubensilberkerze wegen ihrer geburtserleichternden Wirkung und ihren Fähigkeiten Schmerzen und Krämpfe zu lindern.

Die Traubensilberkerze ist auch hierzulande vor allem durch ihre Wirkung bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden bekannt geworden.

Doch sie hilft auch gegen vielerlei andere Beschwerden, ist gar das reinste Multitalent, das sogar bei Asthma, Herzbeschwerden und leichter Diabetes Linderung bringen kann.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Wechseljahrsbeschwerden,
Heilwirkung:
adstringierend,
beruhigend,
blutzuckersenkend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
schleimlösend,
schmerzstillend,
schweisstreibend,
Anwendungsbereiche:
Asthma,
Bronchitis,
Brustentzündung,
Darmkrämpfe,
Depressionen,
Diabetes,
Eierstockentzündung,
Epilepsie,
Fieber,
Gallensteine,
Geburtserleichternde Mittel,
Halsschmerzen,
Herzschwäche,
Herzkrämpfe,
Herzrasen,
Hexenschuss,
Hitzewallungen,
Husten,
HWS-Syndrom,
Ischias,
Krampfhusten,
Kreuzschmerzen,
Magenkrämpfe,
Melancholie,
Menstruationsstörungen,
Menstruations fördernd,
Migräne,
Muskelrheuma,
Muskelschmerzen,
Myalgie,
Nervöse Herzbeschwerden,
Nervosität,
Neuralgien,
Östrogen-Dominanz,
Ohrenschmerzen,
Osteoporose,
Periodenkrämpfe,
Periodenschmerzen,
PMS,
Reizbarkeit,
Rheuma,
Rückenschmerzen,
Schlaflosigkeit,
Schmerzen,
Übergewicht,
Unruhe,
Wehen-Erleichterung,
Zuckerkrankheit,
Zyklus-Schwankungen,
wissenschaftlicher Name:
Cimicifuga racemosa
Pflanzenfamilie:
Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name:
Black Cohosh, Black Snake Root, Rattle Root
volkstümliche Namen:
Cimicifuga, Frauenwurzel, Langtraubiges Christophskraut, Nordamerikanische Schlangenwurzel, Schwarze Schlangenwurzel, Silberkerze, Wanzenkraut
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzelstock
Inhaltsstoffe:
Cimifugin, Phenolcarbonsäuren, Hydroxyzimtsäureester, Fukinolsäure, Piscidiasäure, Cimicifugosid, Triterpen-Glykoside, Actein, Cytisin, Methylcitisin, Isoflavone, Bitterstoffe, Harze, Glykoside, Phytosterin, Salicylsäure, Gerbstoff, ätherisches Öl
Sammelzeit:
Herbst



Anwendung

Traubensilberkerze

Die Wurzel der Traubensilberkerze kann man als Tee oder Tinktur gegen Beschwerden der Wechseljahre, und der Menstruation verwenden.

Aber auch viele andere Beschwerden können von der Traubensilberkerze gelindert werden, beispielsweise Asthma, Husten, Entzündungen, rheumatische Schmerzen und Krämpfe. Ein schwaches Herz findet Stärkung und angespannte Nerven werden beruhigt.

Die Traubensilberkerze findet sich auch in vielen Fertigarznei-Produkten im Handel.

Tee

Für einen Traubensilberkerze-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Traubensilberkerze-Wurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn 15 Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Traubensilberkerze-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Traubensilberkerze-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Tinktur

Um eine Traubensilberkerze-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Traubensilberkerze-Wurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Traubensilberkerze gegen Wechseljahrsbeschwerden

Der Haupteinsatzbereich der Traubensilberkerze sind Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Zyklusschwankungen, depressive Verstimmung und Schlafstörungen, um nur einige besonders häufige zu nennen.

Die Traubensilberkerze steht im Ruf, ein Phytohormon zu sein, also ein pflanzliches Hormon, das dem Östrogen ähnlich ist.

Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze sind chemisch gesehen aber völlig anders als Östrogen. Sie wirken jedoch teilweise etwas ähnlich wie weibliche Hormone und dadurch können Sie zahlreiche Frauenbeschwerden lindern.

Wissenschaftlich wird diese Funktionsweise "Selektive Östrogen-Rezeptor Modulation (Phyto-SERM)" genannt.

Dabei wird unter anderem der sogenannte LHRH-Pulsgenerator im Hypothalamus gedämpft, wodurch beispielsweise überschiessende Reaktionen der Temperatursteuerung gedämpft werden. Das sorgt für eine Linderung der Hitzewallungen, die so typisch für die Wechseljahre sind.

Die Traubensilberkerze hilft auch gegen Muskel- und Gelenkschmerzen, weil sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt.

Ferner lindert die Traubensilberkerze Schlafstörungen und trockene Haut.

Sogar die lästige Gewichtszunahme, die häufig in den Wechseljahren stattfindet, kann durch die Traubensilberkerze verringert werden.

Weitere Anwendungsgebiete

Traubensilberkerze kann man nicht nur gegen Wechseljahrsbeschwerden einsetzen.

Sie hilft gegen alle Frauenbeschwerden, die durch hormonelle Schwankungen ausgelöst werden, also auch gegen Menstruationsbeschwerden in jüngeren Jahren.

Auch die Geburt kann durch die Traubensilberkerze erleichtert werden, denn die Krämpfe werden gelindert und die Wehen reguliert, sodass die Geburt gut fortschreitet, aber nicht zu schmerzhaft ist.

Wichtig: Wegen der wehenfördernden Wirkung sollte man die Traubensilberkerze nicht zu Beginn und in der Mitte der Schwangerschaft einsetzen! Erst kurz vor dem Geburtstermin sollte man mit der Einnahme der Traubensilberkerze beginnen.

Ausserdem hilft Traubensilberkerze gegen zahlreiche andere Beschwerden, die nichts mit Frauenkrankheiten zu tun haben.

Vor allem sind es die krampflösenden und schmerzstillenden Eigenschaften, die die Anwendungsgebiete bestimmen, aber auch die entzündungshemmende Fähigkeit der Traubensilberkerze.

Die Anwendungsmöglichkeiten ziehen sich durch sämtliche Organsysteme des Körpers. Immer wenn etwas mit Krämpfen, Schmerzen oder Entzündungen zu tun hat, kann man die Traubensilberkerze einsetzen, beispielsweise Magenkrämpfe, Gallenkoliken, nervöse Herzbeschwerden, Rückenschmerzen und Migräne.

Sogar als begleitende Behandlungsmassnahme bei Diabetes kann man die Traubensilberkerze einsetzen, weil sie den Blutzuckerspiegel senken kann.


Produkttipps:


Geschichtliches

Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze wird schon seit langer Zeit von den nordamerikanischen Ureinwohnern zur Erleichterung der Geburt und gegen Schmerzen und Schlangenbisse eingesetzt.

Für verschiedene Anwendungsgebiete wurde die Traubensilberkerze in Nordamerika jeweils zu unterschiedlichen Tageszeiten geerntet, weil sie je nach Tageszeit unterschiedliche Fähigkeiten haben soll.

Im 19. Jahrhundert wurde die Traubensilberkerze nach Europa gebracht, wo sie vor allem als Zierpflanze in Gärten kultiviert wurde.

Ihr von den Europäern verliehender wissenschaftlicher Name "Cimicifuga" bedeutet "Wanzenflucht" (Cimex = Wanze und fuga = Flucht), weil der Geruch von Wurzeln, Blättern und Blüten Wanzen und andere Insekten vertreibt. Der Artname "Racemosa" bedeutet "Traube", weil die Blüten in lockeren Trauben wachsen.

Der deutsche Name "Traubensilberkerze" kommt vom traubenartigen Wuchs der silberfarbigen Blüten, die wie eine Kerze aussehen.

Die Traubensilberkerze wurde schon im 19. Jahrhundert nicht nur als Zierpflanze, sondern auch medizinisch eingesetzt.

Weil sie den damaligen Gepflogenheiten entsprechend meistens zu hoch dosiert wurde, hatte sie aber häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Möglicherweise liegt es an diesen Nebenwirkungen, dass die Traubensilberkerze als Heilpflanze in Europa bald wieder in Vergessenheit geriet.

Erst in letzter Zeit wurde die Heilwirkung der Traubensilberkerze gegen Wechseljahrsbeschwerden in Europa wiederentdeckt. Inzwischen werden zahlreiche Fertigpräparate mit der Traubensilberkerze gegen Frauenbeschwerden angeboten.

Nach und nach werden auch die zahlreichen anderen Fähigkeiten der Traubensilberkerze bekannt.



Pflanzenbeschreibung

Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze kommt aus Nordamerika, wo sie im Norden der USA und Kanada heimisch ist.

Sie wächst bevorzugt in Wäldern, mag es also am liebsten schattig.

Die Pflanze wird bis zu 2,50 m hoch und bildet eine kräftige, buschige Staude.

Der Wurzelstock der mehrjährigen Pflanze ist schwärzlich, von zylindrischer Form und stark verzweigt.

Aus ihm spriessen im zeitigen Frühjahr doppelt gefiederte Blätter.

Zwischen Juni und September blühen die weisslich silbernen Blüten, die in luftigen Trauben stehen.

Die Blüten riechen nicht gerade sehr angenehmm, vor allem nicht für Wanzen, die vor dem Geruch fliehen, was der "Cimicifuga" auch ihren Namen eingebracht hat.


Anbautipps

Traubensilberkerze

Man kann die Traubensilberkerze aus Samen anziehen oder durch Stecklinge oder Wurzelteilung vermehren.

Die Anzucht aus Samen ist nicht so einfach, weil die Samen Kaltkeimer sind und daher eine ausgeprägte Kältephase brauchen um zu keimen.

Man sät die Samen daher im Herbst in feuchte Erde und setzt sie im Winter dem Frost aus.

Wenn man Glück hat, keimen die kleinen Pflanzen im Frühjahr.

Sobald die etwa handgross sind, kann man die Pflanzen an einer schattigen Stelle mit feuchtem und humusreichen Boden auspflanzen.

Bei Vermehrung durch Stecklinge schneidet man die Stecklinge im Sommer und stellt sie entweder ins Wasser oder in Töpfchen mit feuchter Erde, bis sich Wurzeln bilden.

Die Teilung grosser Wurzelstöcke zur Vermehrung erfolgt im Frühsommer.


Sammeltipps

Traubensilberkerze - Wurzelstücke

Zum Ernten der Wurzel sollte die Pflanze mindestens drei Jahre alt sein.

Nach der Fruchtreife im Spätherbst gräbt man die Wurzel aus.

Wenn man die Pflanze behalten will, nimmt man nur einen Teil von Wurzel und Wurzelstock und gräbt einen anderen Teil wieder ein, damit die Pflanze im nächsten Jahr wieder neu wachsen kann.

Die Wurzeln werden gründlich saubergebürstet und in kleine Stücke geschnitten.

Entweder setzt man direkt eine Tinktur mit den frischen Wurzelstücken an oder man trocknet sie an einem warmen, trockenen Platz, beispielsweise im offenen Backofen bei maximal 40°.

Siehe auch



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