Chili / Pepperoni


  

Chilis sind kleine, superscharfe Paprikas, die gerne in der südländischen Küche verwendet werden, um den Mahlzeiten die erwünschte Schärfe zu geben.

Diese Schärfe tropischer Gerichte hat auch wichtige medizinische Aspekte, denn dadurch werden Krankheitserreger abgetötet, die Verdauung gestärkt und der Stoffwechsel angeregt.

Äusserlich angewandt steigert Chili die Durchblutung und kann schmerzhafte Beschwerden des Bewegungsapparates lindern.



Steckbrief

Heilwirkung: anregend,
antibakteriell,
betäubend,
durchblutungsfördernd,
schweisstreibend,
Appetitlosigkeit,
Verdauungsschwäche,
Blähungen,
Magenschwäche,
wurmtreibend,
Hämorrhoiden,
Rheuma,
Kreislauf anregend,
Hautreizend,
Muskelschmerzen,
Muskelkater,
Rückenschmerzen,
Nackenschmerzen,
Verspannungen,
Zerrungen,
Hexenschuss,
Ischias,
Gelenkschmerzen,
wissenschaftlicher Name:Capsicum annuum oder Capsicum frutescens
Pflanzenfamilie:Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name:Chili
volkstümliche Namen:Paprika, Peperoni, Pepperoni, Pfefferoni, Pfefferschoten, Chilli, Chillie, Chilie, Chile, Cayennepfeffer
Verwendete Pflanzenteile:Früchte
Inhaltsstoffe:Capsaicin, Carotinoide, Capsanthin, Capsorubin, Vitamin C,
Sammelzeit:August bis Oktober


Anwendung

Wissenswertes über Capsaicin

Die schärfegebende Substanz in Chilis ist das Capsaicin. Es ist in unterschiedlichen Mengen in Paprikapflanzen enthalten.

Capsaicin brennt starkt auf Schleimhäuten, u.a. Mund und Zunge und deutlich weniger stark auf normaler Haut. Je nach Schärfegrad kann man die Haut reizen, zum Erröten bringen und die Durchblutung steigern.

Die Schärfe von Chilis wird nach der Scoville-Skala klassifiziert. Diese Skala geht von 0 bis 16.000.000 (reines Capsaicin)

Beispiele für Schärfegrade nach der Scoville-Skala:

  • Gemüsepaprika: 0 - 500
  • Peperoni: 500 - 1.500
  • Mittelscharfe Chilis: 1.500 - 30.000
  • Cayenne-Pfeffer: 30.000 - 50.000
  • Thai-Chili: 50.000 - 100.000
  • Habanero-Chili: 100.000 - 350.000
  • Reines Capsaicin: 16.000.000

Innerlich als Frucht oder Pulver

Die häufigste Anwendung von Chilis ist die Nutzung als scharfes Gewürz.

Je wärmer eine Gegend ist, desto schärfer wird normalerweise gekocht. Dies dient einerseits dazu, Krankheitserreger im Essen und im Verdauungskanal abzutöten, denn je wärmer die Umgebung ist, desto leichter können sich Krankheitserreger im Essen vermehren. Selbst Würmer werden durch sehr scharfes Essen ausgetrieben. Zudem wird die Verdauung angeregt, was den zu langen Verbleib von Nahrung im Körper verhindert.

Ausserdem fördert Chili im Essen die Schweissbildung. Durch die feuchtere Haut kann mehr Verdunstung stattfinden, was einer körpereigenen Klimaanlage gleichkommt. Wichtig hierbei ist natürlich eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit und Mineralsalzen, was ganz allgemein bei starker Schweissbildung gilt.

Auch Stoffwechsel und Durchblutung werden durch scharfes Essen angeregt.

Daher wird einem pikanten Essen auch eine gewisse erotisierende Wirkung nachgesagt.

Chili-Tinktur

Der Schärfestoff Capsaicin löst sich besonders gut in Alkohol, daher sind Chili-Tinkturen besonders stark (stärker als Chili-Öl).

Chili-Tinktur kann man tropfenweise einnehmen, um die Verdauung und den Stoffwechsel anzuregen.

Da Chili-Tinktur jedoch sehr scharf ist, kann sie auch den Magen reizen und ist daher mit Vorsicht zu geniessen.

Siehe:

Chili-Öl

Chili-Öl ist durch den Carotin-Farbstoff meistens leuchtend rot oder orange.

Es kann auch sehr scharf sein, jedoch ist es weniger scharf als eine Tinktur, die aus den gleichen Chilis hergestellt wird, weil sich das Capsaicin in Öl nicht sehr gut löst.

In der asiatischen Küche wird dennoch sehr gerne Chili-Öl verwendet. Für diesen Zweck werden kleingeschnittene Chilis in Öl erhitzt.

Für medizinische Zwecke eignet sich ein Kaltauszug wahlweise auch in Kombination mit einem vorgeschalteten Wasserbad zur Herstellung eines Chili-Öl.

Man kann Chili-Öl ausser zum Kochen auch zur Einreibung verwenden.

Äusserlich

Bei der äusserlichen Anwendung von Chilis macht man sich deren durchblutungsfördernde und hautreizende Wirkung zunutze.

Aus Chili-Öl und Chili-Tinktur kann man Salben und Cremes herstellen, die je nach Schärfegrad der Ursprungspflanze die eingeriebene Hautpartie gut durchbluten bis hin zu stark brennend reizen.

Durch die gesteigerte Durchblutung können schmerzhafte Zustände des Bewegungsapparates gelockert werden. Verspannungen lösen sich, Muskelkater schwindet, rheumatische Schmerzen werden gelindert und neuralgische Schmerzen, die durch Verkrämpfungen ausgelöst wurden, können gemildert werden.

Siehe:


Achtung!
Bei der Einreibung mit Chili-Produkten muss man sich gleich nach dem Auftragen gründlich die Hände waschen und per Zungentest überprüfen, ob die Hände nicht mehr scharf sind, denn sonst könnte das beiläufige Reiben der Augen fatale Folgen haben.

Auch die gesamte Umgebung kann unabsichtlich "geschärft" werden, wenn man sich nicht sofort nach dem Einreiben die Hände wäscht.




Pflanzenbeschreibung

Chilis sind die scharfen, kleinen Vertreter der Paprikas. Botanisch gehören Chilis, Peperonis und Paprikas zur gleichen Gattung, grossteils sogar zur gleichen Art. Aber ihre Größe, der Schärfegrad und die Nutzungsmöglichkeiten sind verschieden.

Gemüsepaprika wurden gross gezüchtet und ihre Schärfe ist fast vollständig verschwunden.

Peperonis sind lang, schmal und mittelscharf. Sie sind im Mittelmeerraum sehr beliebt.

Chilis hingegen sind meistens sehr klein, manchmal spitz-schmal, manchmal aber auch rundlich. Sie sind die schärfsten Vertreter der Paprika-Familie. Das Gewürz, das aus ihnen hergestellt wird, wird auch häufig "Cayenne" genannt, was auch der Name einer Chili-Sorte ist. Bei den Chilis gibt es unterschiedliche Sorten mit unterschiedlichen Schärfegraden. Als schärfste Chili-Sorte gelten die Habaneros.

Die meisten Paprikapflanzen sind einjährig. Sie gehören zur Familie der Nachtschattengewächse.

Im Frühling keimem Papriakpflanzen aus Samen und wachsen langsam zu kleinen Pflänzchen heran. Vor allem die kleinen Pflanzen lieben und brauchen Wärme, um zu gedeihen.

Der Stengel verzweigt sich sparrig in immer mehr Zweige, je grösser die Pflanze wird. Die glänzenden Blätter sind spitz-oval und sitzen auf kurzen Stielen.

Im Hochsommer wachsen hängende, unscheinbare Blüten in den Blattachseln und Verzweigungen der Pflanze. Aus den Blüten entwickeln sich die Chili-Früchte, die meistens zuerst grün und dann rot werden. Es gibt jedoch auch Sorten, die zuerst violett sind und sich über gelb zu rot wandeln.

Im Herbst sind die Paprikapflanzen ziemlich robust und tragen ob bis in den Winter hinein immer neue Früchte.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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