Buchweizen

(Fagopyrum esculentum Moench)


  

Buchweizen


Der Buchweizen ist eine Knöterichpflanze, die im Laufe der Jahrhunderte ihren Weg von der Mongolei zu uns gefunden hat.

Der Name kommt von der Bucheckern-Form der Samen und von der Nutzung dieser Samen als Getreide, auch wenn der Buchweizen keine Ähnlichkeit mit Getreide oder Gräsern hat.

In der Volksheilkunde eher zur Stärkung durch den Buchweizensamenbrei genutzt. Der Tee aus dem Kraut wurde meist nur als sanftes Schlafmittel genutzt.

Der wichtigste Inhaltsstoff ist aber das Rutin, das die Mikrozirkulation in den Blutgefäßen verbessert und die Gewäßwände positiv verändert. Entdeckt wurde diese Buchweizen-Eigenschaft erst in den 1970ern. Damit ist der Buchweizen eine der neusten Heilpflanzen und war Arzneipflanze des Jahres 1999 um die Bekannheit zu fördern.

Eine Kur mit Buchweizentee ist wunderbar geeignet um Durchblutungsstörungen und Krampfadern zu verhindern, wichtig für Menschen, die viel stehen müssen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
CVI (chronisch venöse Insuffizienz),
Venenschwäche,
Zöliakie (Diät-Nahrung),
Heilwirkung:

Pflanzenheilkunde

antihämorrhagisch,
antioxidativ,
blutzuckersenkend,
durchblutungsfördernd,
entzündungshemmend,
gefäßstärkend,
gefäßverbessernd,
ödemprotektiv,
schleimlösend,

Volksheilkunde

stärkend,
Anwendungsbereiche:

Pflanzenheilkunde

Arterioskleroseprophylaxe,
Durchblutungsstörungen,
Kapillarbrüchigkeit,
Krampfadern,
Ödeme,
Radikalenfänger,
Venenschwäche,
Zellschutz,

Volksheilkunde

Bluthochdruck,
Erfrierungen,
Stärkung,
Schlafmittel,

Homöopathie

Ekzem,
Hauterkrankungen,
Juckreiz,
Kopfschmerzen,
Lebererkrankungen,
Lichtempfindlichkeit,
Pruritus,
Wasserablagerungen,

TCM

Durchfall mit Schleim,
Entzündungen,
Gesichtsröte,
Hautunreinheiten,
Unruhe,
wissenschaftlicher Name:
Fagopyrum esculentum Moench
Pflanzenfamilie:
Knöterichgewächse = Polygonaceae
englischer Name:
Buckwheat
volkstümlicher Name:
Blenden, Bokert, Brein, Buchweizen, Echter Buchweizen, Gricken, Heidenkorn, Heiden, Heidensterz, Heidekorn, Tater, Sarazenenkorn, Schwarz-Plent, Schwarzes Welschkorn, Schwarzpolenta, Türkischer Weizen
Verwendete Pflanzenteile:
blühendes Kraut, Samen
Inhaltsstoffe:
Eiweiß, Fagopyrin, Flavonoidglykoside, Fett, Gerbstoffe, Hyperosid, Kaffeesäuren, Minerale, Naphthodianthron, Phenolcarbonsäuren, Quercitrin, Rutin, Salicylsäure, Tryptophan, Vitamine
Sammelzeit:

Kraut

Juni-August

Samen

September-November
Nebenwirkungen:
selten Kopfschmerzen
Kontraindikation:
nicht bekannt


Anwendung

Buchweizen

Das Fagopyrin hat eine ähnliche Wirkung wie das Hypericin des Johanniskrautes, Wirkstoffe die die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern.

Zum Glück kommt Fagopyrin nicht in den Samen vor und auch nicht im normalen Teeaufguss.

Es gibt in der Apotheke Fertigarzneimittel mit garantiertem Rutingehalt.

Tee

1 Esslöffel Buchweizenkraut (Fagopyri herba) auf 250 ml Wasser. Das Kraut mit dem kochenden Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Eine 4-8 wöchige Kur mit 2-3 Tassen täglich getrunken, stärkt Venen und Kapillargefäße, fördert die Durchblutung und hilft gegen Krampfadern.

Die ersten positiven Wirkungen sind nach den ersten 2 Wochen zu bemerken.

Homöopathie

Wird aus dem frischen Kraut gewonnen und meist in D4 - D6 eingesetzt. Fagopyrum (HAB) Hilft gegen Haut- und Leberkrankheiten.

TCM

Buchweizenbrei stärkt und hilft gegen schleimigen Durchfall, unreine Haut, Unruhe, ...

Produkttipps:


Geschichtliches

Der Buchweizen ist eine uralte Kulturpflanze aus Zentral-Asien.

Mit den Mongolen gelangte der Buchweizen im 14. Jahrhundert nach Europa, soll aber schon mit den Kreuzzügen nach Europa gekommen sein.

Beim Torfabbau und nach Brandrodungen wurde gerne als erste Pflanze der Buchweizen angebaut, da er mit nährstoffarmen Böden gut klar kommt und diese verbessert. Brei-Gerichte aus den Samen war ein Arme-Leute-Essen, zum Backen eignete sich das Mehl kaum.

Erst seit den 1970er eine Arzneipflanze, wegen des hohen Rutingehaltes.

Oft in Gründüngungsmischungen und Bienenweidenmischungen enthalten.




Pflanzenbeschreibung

Buchweizen

Der Buchweizen ist in Zentralasien (Mongolei) heimisch.

Der Buchweizen hat sich über große Teile von Europa verbreitet und wird in vielen Teilen der Welt in kleinem Umfang angebaut.

Er wächst auf Äckern, Wegrändern und bevorzugt kalkarme Böden.

Die einjährige Pflanze wird zwischen 15 und 70 Zentimeter hoch.

Die Blätter haben eine spitze Herzform. In Bodennähe sind die Blätter gestielt und oben direkt am Stengel.

Der Stengel ist zunächst grün und färbt sich später rot.

Bei dem falschen Buchweizen, bzw. Tataren-Buchweizen (Fagopyrum tataricum) bleiben die Stengel grün.

Die weiß-rosa Blüten erscheinen in Scheintrauben zwischen Juni und Oktober und sind etwa 3-5 mm groß.

Aus den Buchweizen-Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die dreikantigen Nussfrüchte.

Die braun-grauen Samen ähneln den Bucheckern und sind 4-6 mm lang.


Anbautipps

Buchweizen ist pflegeleicht.

Ende April bis Mai an einen sonnigen Standort ausäen.

Mag eher sandige, saure kalkarme Böden.

Bei großer Trockenheit gießen.

Wächst nicht im Schatten.

Verträgt keinen Frost



Sammeltipps

In der freien Natur wird man nur selten über ausgewilderte Exemplare stolpern, daher die Pflanze anbauen und ernten.

Das ganze oberirdische Kraut zu Beginn der Blütezeit ernten, an schattigem und luftigem Ort trocknen. Der höchste Rutingehalt ist in den Blättern.

Es kann allergische Hautreaktionen bei Berührung mit frischen Pflanzenteilen geben.

Bei dem Einatmen von Staub getrockneter Pflanzen kann es zu Asthmaanfällen und Nasenschleimhautentzündung kommen.

Die Samen sind etwas schwierig zu ernten, da immer nur ein paar Samen reif werden. Entweder vor Ort vorsichtig aus der Pflanze schütteln oder aus der geernteten Pflanze klopfen.

Das getrocknete Kraut und die Samen dunkel lagern.


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