Braunwurz
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| Haupt-Anwendungen: | Skrofulose |
| Heilwirkung: |
abschwellend, anregend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzlindernd, |
| Anwendungsbereiche: |
Abwehrschwäche, Allergieneigung, chronische Gesichtsekzeme, chronische Mandelentzündung, Ekzeme, Halsgeschwüre, Hautflechten, Hautleiden, Lymphknotenschwellungen, Ohrekzem, Verstopfung, |
| wissenschaftlicher Name: | Scrophularia nodosa |
| Pflanzenfamilie: | Braunwurzgewächse = Scropholariaceae |
| englischer Name: | Knotted Figwort |
| volkstümliche Namen: | Feigwurzel, Hexenkraut, Knotenbraunwurz, Knotige Braunwurz, Nachtgewächs, Rauchwurzel, Skrofel |
| Verwendete Pflanzenteile: | Wurzel |
| Inhaltsstoffe: | Saponine, Flavonglycoside, Flavone, Alkaloid, Digitalis-Glykoside, Harpagoid |
| Sammelzeit: | Zeitiges Frühjahr und Spätherbst |
| Mehr Fotos von der Braunwurz |
Die Braunwurz wird heutzutage kaum noch angewendet.
Sie ist weitgehend in Vergessenheit geraten.
Stattdessen spricht man von Infektneigung, Allergien, Lymphknotenschwellungen, Mandelentzündung und allerlei anderen Krankheiten. Früher wurden all diese Gesundheitsbeschwerden und Krankheiten unter dem Begriff Skrofulose zusammengefasst. Skrofulose war die Krankheit, wenn ein Mensch nicht recht gedieh, ständig krank wurde und unter verschiedenen Schwellungen litt. Ein aufgequollenes Gesicht mit Laufnase war eine typische Erscheinung für die Skrofulose. Vor allem Kinder waren von der Skrofulose betroffen, darunter besonders viele blonde Kinder. Heutzutage gibt es diese infektanfälligen Kinder immer noch, aber man spricht nicht mehr von Skrofulose.
Gegen all die Krankheiten, die früher als Skrofulose bezeichnet wurden, kann die Braunwurz helfen. Doch tut sie das nur im Rahmen der Volksheilunde. Die wissenschaftlich orientierte Phytotherapie hat der Braunwurz noch nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet.
In manchen Apotheken kann man die Braunwurz-Wurzel unter der Bezeichnung "Scrophularia radix" bestellen. Man erhält dann meistens eine Braunwurz-Variante aus China.
Dazu kann man eine dreiwöchige Kur mit Braunwurz-Tee durchführen.
Der Braunwurztee wird als Kaltauszug zubereitet.
Je nachdem, wie groß das Bad sein soll, braucht man zwischen einem Esslöffel und 500 gr Braunwuzr-Blätter oder Wurzeln für ein Bad.
Das Bad lässt man 20-30 Minuten auf die Haut einwirken.
Man kann sie bei Ekzemen und anderen chronischen Hauterkrankungen einsetzen.
Eine einfache Braunwurz-Salbe kann man beispielsweise nach dem Rezept für die Beinwell-Salbe zubereiten.
Eine Braunwurz-Creme könnte man nach dem Rezept für die Ringelblumen-Creme zubereiten.
Anstelle der Beinwellwurzel bzw. der Ringelblumen-Blüten verwendet man die Braunwurz-Wurzel. Am besten wäre firsche Braunwurz-Wurzel, falls die nicht verfügbar ist, kann man jedoch auch getrocknete Wurzelstücke verwenden.
In sehr großen Mengen wäre die Braunwurz möglicherweise leicht giftig,
denn sie enthält in geringen Mengen Herzglykoside,
die denen des Fingerhutes ähneln.
Diese Herzglykoside bedingen teilweise auch die Wirkung der Braunwurz, denn sie haben eine milde herzstärkende Wirkung.
Auch die Saponine in der Braunwurz haben Heil- und Giftwirkung in einem.
Saponine fördern die Harnbildung und dessen Ausscheidung. Dadurch werden Wasseransammlungen (Ödeme) ausgeschwemmt.
Zu viel Saponine wirken jedoch reizend auf die Nieren und können die Nieren dadurch schädigen.
Wenn man die Braunwurz in normalen Mengen als Heilpflanze anwendet, braucht man jedoch keine Giftiwkrung zu fürchten, denn sie enthält nur geringe Mengen der potentiell giftigen Wirkstoffe. In diesen geringen Mengen wirken diese Substanzen als Heilstoffe.
Doch man sollte sicherheitshablber die Braunwurz innerlich nicht länger als 6 Wochen am Stück anwenden und danach eine mindestens dreiwöchige Pause einlegen.
Gefährlich wäre die Braunwurz nur, wenn man sich vorwiegend davon ernähren würde.
Freiwillig würde das bestimmt niemand tun, weil die Braunwurz erstens nicht sehr gut schmeckt
und außerdem normalweise nicht in solch enormen Mengen anzutreffen ist.
Dioskurides erwähnte sie im 1. Jahrhundert n. Chr. in seinen Schriften.
Auch im Mittelalter war die Braunwurz noch sehr beliebt. Im 16. Jahrhundert überlieferte Hieronymus Bock ein Salbenrezept mit der Braunwurz.
In dieser Zeit wurde die Braunwurz auch gerne gegen Hexerei verwendet.
Die Braunwurz ist in Mittel-Europa relativ verbreitet.
Sie gedeiht auch in Südeuropa, Westasien und Russland vor.
Man findet die Braunwurz vor allem in Wäldern an eher feuchten Stellen. Auch an Waldrändern, in Gebüschen und in der Nähe von Gewässern trifft man die Braunwurz an.
Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch.
Der viereckige Stengel wächst unverzweigt nach oben.
Die spitz herzförmigen Blätter sitzen an kurzen Stielen gekreuzt gegenständig am Stängel.
Die Blätter riechen unangenehm, wenn man sie zerreibt.
Der rispenähnliche Blütenstand besteht vorwiegend aus kleinen grünlichen Kugeln, den Knospen. Immer nur weniger Blüten sind gleichzeitig geöffnet.
Die winzigen Blüten sind bräunlich bis purpurfarben. Wenn man sie genau anschaut, sind sie eigentlich sehr attraktiv. Doch sie sind so klein, dass sie meistens übersehen werden.
Die Form der Blüten ist dazu geeignet, dass sie von Wespen bestäubt werden können.
Die Wurzel hat verdickte Knollen, was der Braunwurz den Namen "knotige Braunwurz" eingebracht hat.
Diese Knollen erinnern an die Lymphknoten, was ursprünglich entsprechend der Signaturen-Lehre der Anlass dazu war, die Heilwirkung der Braunwurz im Bereich der Lymhknoten und bei Schwellungen zu suchen.
Die Wurzel riecht faulig und modrig, was bei der Zubereitung und Anwendung etwas unangenehm sein kann.
Mehr Fotos von der Braunwurz ...
Diese werden normalweise nicht als Heilpflanze verwendet.
In Mitteleuropa findet man an Gewässern beispielweise die geflügelte Braunwurz mit flügeligen Streifen entlang der Stengel.
Außerdem kann man die Hunds-Braunwurz antreffen.
Fotos von den anderen Braunwurz-Arten ...
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