Giftig Bittersüßer Nachtschatten

(Solanum dulcamara L.)


  

Bittersüsser Nachtschatten


Der Bittersüße Nachtschatten ist ein giftiger Halbstrauch, der in Europa, Nordamerika und Asien zu finden ist. Auch als Zierpflanze findet sie sich in Gärten.

Die Blüten sind violett und die reifen Beeren sind rot.

Die Pflanze wird von Heilkundigen schon seit tausenden von Jahren eingesetzt, auch die Homöopathie nutzt den Bittersüßen Nachtschatten.

Man selbst sollte auf die innere Anwendung dieser giftigen Pflanze verzichten.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Hauterkrankungen,
Gicht,
Husten,
Rheuma,
Heilwirkung:

Pflanzenheilkunde

adstringierend,
antiallergisch,
antimikrobiell,
antimykotisch,
antirheumatisch,
auswurffördernd,
beruhigend,
blutreinigend,
entzündungshemmend,
fiebersenkend,
gewebeverdichtend,
harntreibend,
kortisonähnlich,
kühlend,
narkotisierend,
schleimhautreizend,
schleimlösend,
schmerzstillend,

Homöopathie

abwehrstärkend,
auswurffördernd,
schweißtreibend,
Anwendungsbereiche:

Pflanzenheilkunde

Abführmittel,
Asthma,
Brechmittel,
Cellulite,
Cellulitis,
Colitis ulcerosa,
Dermatitis,
Dickdarmentzündung,
Drüsenschwellung,
Ekzem,
Entgiftung,
Fieber,
Gelbsucht,
Gerstenkorn,
Geschwulst,
Geschwüre,
Gicht,
Hautauschläge,
Hauterkrankungen,
Hautjucken,
Husten,
Keuchhusten,
Krebs,
Neurodermatis Rheuma,
Schmerzen,
Schuppenflechte,
Syphilis,
Übelkeit,
Warzen,

Homöopathie

Blasenentzündung,
Entgiftung,
Gastroenteritis,
Gelenkschmerzen,
Hautausschlag,
Muskelschmerzen,
Nesselsucht,
Rheumatismus,
Schnupfen,
wissenschaftlicher Name:
Solanum dulcamara L.
Pflanzenfamilie:
Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name:
Bitter Nightshade, Bittersweet, Bittersweet Nightshade, Woody Nightshade
volkstümlicher Name:
Alfenkraut, Alpranke, Bittersüßer Nachtschatten, Hirschkraut, Mäuseholz, Natterholz, Pißranken, Rote Hundsbeere, Seidelbeere, Teufelsklatten
Verwendete Pflanzenteile:
Beeren, Blätter, Stengel, Wurzelrinde
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, Atropin, Bitterstoffe, Campesterol, Cycloartenol, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine, Solacein, Solamarin, Solanein, Solanin, Solasodin, Steroidalkaloidglykoside, Stigmasterol, Tomatidenol
Sammelzeit:
März-Mai, September-Novemer
Nebenwirkungen:
Lähmungen, Schwindel
Kontraindikation:
Schwangere und Stillende


Anwendung

Bittersüsser Nachtschatten

Wichtig: Innere Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht!

Für die innere Anwendung gibt es fertige Mittel, die eine bestimmte Menge an Wirkstoffen enthalten.

Tee

1 Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.

Diesen Blutreinigungstee in kleinen Mengen über den Tag verteilt trinken. Die Dosis darf nicht gesteigert werden.

Hilft gegen Hautkrankheiten, Dickdarmentzündung, Husten, Rheuma, Gelbsucht, Übelkeit ...

Umschläge

Den Tee herstellen, Tuch tränken und auf die betroffene Stelle legen. Hilft gegen Hautauschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...

Waschungen

Mit dem Tee kann man auch Waschungen durchführen. Hilft gegen Hautauschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...

Salbe

Aus den Blättern kann eine Salbe gegen Ekzeme hergestellt werden.

Beeren-Brei

Beeren zerquetschen und mit dreifacher Menge gekautem Brot zu einem Brei vermischen. Dieser Brei hilft gegen Gerstenkörner, wenn man den Brei etwa 30 Minuten auf das betroffene Augenlid gibt.

Homöopathie

Für das Mittel werden die jungen Triebe und Blätter vor der Blüte geerntet.

Wird als Dulcamara D4 und C6 eingesetzt, z.B. bei Halsentzündung und Schnupfen, die durch Kälte und Nässe entstanden sind.


Geschichtliches

Bittersüsser Nachtschatten

Seit der Zeit der Römer dürfte der Einsatz des Bittersüßen Nachtschattens zu Heilzwecken bekannt sein.

Im Mittelalter war es vor allem ein Mittel gegen Gicht und Hautkrankheiten. Noch heute finden sich Pflanzen in der Nähe von Burgen, alten Mauern und verfallenen Gebäuden.

In der Magie werden die Bittersüß-Zweige in das Schlafzimmer gehängt um Alpträume zu vertreiben. Es hilft auch gegen Schlafwandeln. Dazu werden Zweige unter die Matraze gelegt.

Dem Vieh band man einen Kranz aus Bittersüßen Nachtschatten gegen Atemprobleme um.

Aus der Pflanze wurde auch ein Liebesmittel hergestellt.

Pfarrer Kneipp nutzte den Bittersüßen Nachtschatten zur Entgiftung.

Der Bittersüße Nachtschatten wird heute erfolgreich bei Hauterkrankungen wie Dermatitis, Ekzem und Neurodermitis eingesetzt.



Pflanzenbeschreibung

Bittersüsser Nachtschatten

Bittersüßer Nachtschatten ist in Europa und Asien heimisch.

Alle Pflanzenteile sind giftig.

Er wächst bevorzugt in Auenwäldern, Gebüschen, Hecken und Geröllhalden.

Der mehrjährige Halbstrauch wird bis zwischen 30 und 200 Zentimeter hoch.

Der Bittersüßer Nachtschatten ist winterhart.

Die lanzettlichen Blätter können am Grund 1-2 Lappen haben.

Die violetten Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von 1 cm.

Aus den Blüten entwickeln sich von August bis Oktober die roten, eiförmigen, glänzenden Beeren.

Die unreifen grünen Beeren sind sehr giftig, mit zunehmender Reife werden die Gifte abgebaut, nur die ganz reifen Beeren sind nahezu ungiftig, sollten trotzdem nicht gegessen werden.



Anbautipps

Bittersüsser Nachtschatten

Im Frühling aussäen oder im Sommer durch Stecklinge vermehren.

Feuchter Lehmboden.

Halbschatten.

Im Frühjahr zurückschneiden.

Die Pflanze sollte für Kinder unerreichbar angebaut werden.


Sammeltipps

Geerntet wird von mindestens 2 Jahre alten Pflanzen.

Stengel im Frühjahr (vor dem Blattaustrieb) oder Spätherbst (nachdem die Blätter abgefallen sind) sammeln, luftig und schattig trocknen.

Wurzeln im Herbst ernten, gründlich waschen, schälen. Wurzelrinde luftig und schattig trocknen.

Die giftigen Pflanzenteil gut beschriftet und sicher aufbewahren.



Produkttipps:


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