Berberitze

(Berberis vulgaris)


  

Berberitze


Die Berberitze ist ein Strauch, den man in lichten Wäldern und in Gebirgen häufig antreffen kann.

Im Frühling leuchten gelbe Blüten aus den Blattachseln, im Spätsommer sind es längliche, rote Früchte, die vor allem durch ihre ungewöhnliche Form auffallen.

Die Früchte der Berberitze haben völlig andere Heilwirkungen als die Rinde der Wurzel. Man könnte fast meinen, dass es sich um zwei unterschiedliche Heilpflanzen handelt.

Die Wurzelrinde stärkt die Galle und die anderen Verdauungsorgane, die säuerlichen Früchte spenden Vitamine und werden gerne für Marmeladen verwendet.



Steckbrief

Heilwirkung:

Früchte

antibakteriell,
schleimlösend,
schweisstreibend,
tonisierend,
Atmungs anregend,
Kräftigungsmittel,
Nach Infektionskrankheiten,
Zahnfleischentzündungen,

Wurzelrinde

adstringierend,
antibakteriell,
harntreibend,
Appetitlosigkeit,
Blähungen,
Verstopfung,
Gelbsucht,
Leberstauung,
Gallen anregend,
Gallengriess,
GallenBlasenentzündung,
Kreislauffördernd,
Beruhigung der Pulsfrequenz,
Bluthochdruck,
Blutgefäss erweiternd,
Wassersucht (Ödeme),
Menstruationsbeschwerden,
Hautjucken,
wissenschaftlicher Name:
Berberis vulgaris
Pflanzenfamilie:
Berberitzengewächse = Berberidaceae
englischer Name:
Barberry
volkstümlicher Name:
Sauerdorn, Bubenlaub, Dreidorn, Essigscharl, Geissenlaub, Hasenbrot, Kuckucksbrot, Reselbeere, Spiessdorn, Spitzbeeri, Weinscharln, Weinzäpferln, Zizerlstrauch
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte und Wurzelrinde
Inhaltsstoffe:
Früchte: Vitamin C, Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid,
Wurzelrinde: Alkaloide, Berberin, Gerbsäure, Jatrorrhizin,
Sammelzeit:
August bis November


Anwendung

Berberitze

Die Früchte und die Wurzelrinde der Berberitze sind wie zwei verschiedene Heilpflanzen, denn sie haben ganz unterschiedliche Wirkungen.

Wurzelrinde

Die Wurzelrinde enthält unter anderem Berberin, ein Alkaloid.

Das Berberin regt die Gallentätigkeit an und fördert die Verdauung.

Man kann die Wurzelrinde also gegen Verdauungsschwäche und Probleme des Leber-Galle-Systems einsetzen.

Ausserdem erweitert die Wurzelrinde der Berberitze die Blutgefässe, was eine Senkung des Blutdrucks zur Folge hat.

Die Nierentätigkeit wird auch angeregt, aber bei Nierenentzündungen sollte die Berberitze nicht angewandt werden, weil dies die Niere zu sehr reizen würde.

Wurzelrinden-Tee

Den Tee aus der Wurzelrinde der Berberitze stellt man als Aufkochung her.

Dazu wird ein halber bis ein ganzer Teelöffel der getrockneten Wurzelrinde kurz aufgekocht und dann fünf Minuten ziehen gelassen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee sollte man täglich ein bis zwei Tassen trinken.
Berberitze


Wurzelrinden-Tinktur

Aus der Wurzelrinde kann man auch eine Tinktur herstellen.

Diese Tinktur kann man für die gleichen Einsatzgebiete einnehmen wie den Tee der Wurzelrinde.

Man kann sie ausserdem gegen Fieber und Hexenschuss versuchen.

Früchte

Die reifen Früchte der Berberitze enthalten keine Alkaloide. Stattdessen enthalten sie für Früchte typische Stoffe wie Fruchtsäuren und Vitamin C.

Man kann die Früchte trocknen und in der kalten Jahreszeit als Vitaminspender einsetzen.

Oder man bereitet sie als Marmelade oder Mus zu, um sie löffelweise zu geniessen. Auch ein Sirup aus den Berberitzen-Früchten ist möglich.

Ausser gegen Vitaminmangelerscheinungen wie Frühjahsmüdigkeit oder Zahnfleischbluten kann man Zubereitungen aus den Berberitzenfrüchten auch gegen Erkältungen anwenden.

Den frischen Saft der Berberitzen kann man auf das Zahnfleisch pinseln, um das Zahnfleisch zu stärken und Zahnfleischblutungen zu stoppen.


Produkttipps:


Küche

In vielen Ländern sind die Früchte der Berberitze beliebte Zutaten in der Küche.

In Europa werden vorwiegend Marmeladen mit der Berberitze gekocht.

Im Orient wird aber auch Reis zusammen mit Berberitzen gekocht oder auch Fisch und Fleisch-Gerichte. Die Berberitzen-Früchte verleihen diesen Speisen ein säuerliches Aroma.



Pflanzenbeschreibung


Die Berberitze ist ein Strauch, der vermutlich ursprünglich aus Nordafrika kommt. Den Namen "Berberitze" beziehungsweise "Berberis" bekam sie vermutlich von den Römern nach ihrer Heimat, dem Gebiet der Berber.

Inzwischen wächst die Berberitze auch in Mitteleuropa. Bis nach Asien hat sie sich ausgebreitet.

Der bis zu drei Meter hohe Strauch hat in der Jugend rutenförmige rötliche Zweige. Später verholzen sie und werden grau.

Die Blätter verwandeln sich teilweise zu Dornen. Die normalen Blätter sind eiförmig und relativ klein. Am Rand sind sie leicht gezähnt.

Im Mai und Juni blüht die Berberitze mit leuchtend gelben Blüten, die aus den Blattachseln hängen.

Aus den Blüten entwickeln sich bis Ende August und September rote, längliche Beeren. Durch die walzenartige Form der Beeren ist die Berberitze relativ leicht von anderen Beeren zu unterscheiden.

An den Unterseiten der Blätter wachsen häufig die Wintersporen des Getreiderostes. Die Berberitze ist also ein Zwischenwirt dieses Getreide-Pilzschädlings. Daher wurde die Berberitze aus der Nähe von Getreidefelder verbannt.

Sie ist jedoch eine gute lebende Hecke um Viehweiden, denn die Tiere meiden die stachelige Pflanze. In alpinen Gebieten oder lichten Wäldern kommt die Berberitze auch häufig vor.



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