Wiesen-Bärenklau(Heracleum sphondylum)
Er erinnert entfernt an Angelika, ist aber deutlich kleiner. Empfindliche Menschen können nach Berührung der Blätter oder Früchte Ausschläge bekommen, die sogenannte Wiesendermatitis. Die jungen Blätter und Triebe können jedoch als Wildgemüse gegessen werden. In der Volksheilkunde wird das oberirdische Kraut und der Wurzelstock verwendet. Steckbrief
Anwendung
Die Anwendung des Bärenklaus in der Volksmedizin ähnelt der Anwendung der Engelwurz.
Der Wiesen-Bärenklau gilt jedoch als weniger wirksam
und wird nicht so geschätzt wie die Engelwurz.
Man kann das Kraut und die Wurzeln des Bärenklaus als Tee oder als Tinktur verwenden. AtmungsorganeDer Wiesen-Bärenklau wirkt schleimlösend und beruhigend. Seine ätherischen Öle befreien die Atemwege.Daher kann man den Bärenklau gegen Husten und sogar gegen Asthma verwenden. VerdauungsorganeDer Bärenklau stärkt die Verdauungsorgane.Man kann ihn gegen Blähungen und Durchfall einsetzen und auch zur allgemeinen Stärkung der Verdauung. Verschiedene EinsatzzweckeBärenklau hilft auch gegen Blasenentzündungen und Nierensteine.Auch gegen Bettnässen wird er von der Volksheilkunde verwendet. Ausserdem kann man ihn gegen Menstruationsbeschwerden einsetzen. KücheJunge Blätter und Triebe kann man als Wildgemüse und Wildsalat essen. Die jungen Triebe erinnern etwas an Spargel.Auch die Blütenstengel vor der Blüte können als Gemüse oder Suppeneinlage gekocht und gegessen werden. Die Wurzeln kann man kochen. Die Stiele von grösseren Pflanzen können geschält und als Kompott verarbeitet oder roh gegessen werden. Die Stengel der Blätter kann man bündeln und trocknen lassen bis sie gelb werden. An den getrockneten Stengeln bildet sich eine süsse Substanz, die als besondere Leckerei gilt. Wer empfindliche Haut hat, sollte zur Verarbeitung des Wiesen-Bärenklaus Handschuhe tragen.
Geschichtliches
Früher wurden die Wurzeln des Bärenklaus als Aphrodisiakum verwendet.
Der Wiesen-Bärenklau war auch ein häufiger Bestandteil des Kräuterstrausses, der Anfang August zu Mariä Himmelfahrt im Rahmen der Kräuterweihe gesegnet wurde. Ansonsten ist aus der Geschichte des Wiesen-Bärenklaus nicht sehr viel bekannt. Möglicherweise liegt das daran, dass er eine Pflanze Mitteleuropas ist und nicht aus den Mittelmeerländern eingeführt wurde, wie die meisten anderen bekannten Heilpflanzen. In den mittelalterlichen Klöstergärten wurden die importierten Pflanzen mehr geachtet als heimische Heilkräuter.
Ausserdem gibt es ja auch noch die heimische Engelwurz (Angelika),
die den Wiesenbärenklau an Grösse und Heilkraft übertrifft.
Pflanzenbeschreibung
Der Wiesen-Bärenklau ist in Mitteleuropa heimisch.
"Bärenklau" ist eigentlich die Bezeichnung für eine ganze Gattung.
Der "Wiesen-Bärenklau" auch "Echter Bärenklau" genannt,
ist die Art, um die es hier geht.
Er wächst, wie der Name schon sagt, auf nährstoffreichen Wiesen, aber auch an Bachufern, in Gräben, an Feldrändern und in lichten Wäldern. Dort wo er vorkommt, ist er eine häufige Pflanze. Die zwei- oder mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch, ist meistens aber etwas über kniehoch. In Bodennähe wächst eine Rosette aus grossen, gelappten, fiederschnittigen Blättern. Ab Juni treiben kantige, verzweigte Stengel aus, an denen sich grosse Doldenblüten entwickeln. Die weisslichen Blüten sind doppelt doldig, denn sie setzen sich aus lauter kleinen Dolden zusammen. Die Blüten werden vorwiegend von Fliegen und Käfern bestäubt. Später entwickeln sich geflügelte Samen, die sich durch die Luft, übers Wasser oder durch Weidetiere verbreiten.
Der Wiesen-Bärenklau ist aufgrund der Grösse leicht von seinem grossen Bruder,
dem Riesen-Bärenklau zu unterscheiden, der bis zu vier Meter hoch wird
und aufgrund seines hohen Gehalts an Furocumarinen in gefährlichem Masse
zu Hautausschlägen führen kann.
Diese Gefahr ist beim kleineren Wiesen-Bärenklau zwar auch vorhanden,
aber in deutlich geringerem Masse.
SammeltippsDas ganze oberirdische Kraut des Wiesen-Bärenklaus kann man zu Beginn der Blütezeit ernten und dann zügig trocknen.Im Herbst und im Frühjahr kann man die Wurzeln ausgraben. Dann bürstet man sie ab und spült sie bei Bedarf kurz mit kaltem Wasser ab. Anschliessend schneidet man sie in Stücke und trocknet sie in einem Dörrgerät oder bei 40°C im geöffneten Backofen.
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