Giftig Amerikanische Kermesbeere

(Phytolacca americana)


  

Die Amerikanische Kermesbeere ist eine 1 bis 3 Meter hohe Pflanze, mit dunkelroten bis schwarzen Beeren.

Die aus Nordamerika kommende Pflanze ist bei uns immer öfter als Zierpflanze zu sehen, teilweise findet man sogar ausgewilderte Exemplare in der freien Natur.

In ihrer Heimat werden ganz junge Pflanzentriebe als Gemüse oder Salat gegessen und als Heilpflanze genutzt.

Alle Pflanzenteile sind giftig, am giftigsten ist die rübenartige Wurzel.

Die jungen Blätter und Triebe enthalten fast kein Gift, je älter die Blätter und Stengel werden, desto giftiger werden diese.

Bei den Beeren nimmt mit zunehmenden Reifegrad die Giftigkeit des Fruchtfleiches ab, die Samen allerdings bleiben giftig.

Es gibt eine weniger giftige Schwester mit ähnlicher Wirkung aus Asien: Asiatische Kermesbeere.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Entzündungshemmung,
Husten,
Rheuma,
Heilwirkung:
antiviral,
blutreinigend,
entgiftend,
entzündungshemmend,
hautwirksam,
immunstärkend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche:

Volksheilkunde

Abführmittel,
Autoimmunkrankheiten,
Brechmittel,
Drüsenverhärtung,
Gicht,
Geschwüre,
Hämorrhoiden,
Hautentzündungen,
Immunschwäche,
Katarrh,
Krätze,
Menstruationsstörungen,
Mumps,
Mundraumentzündungen,
Oberbauchbeschwerden,
Pilzinfektionen,
Rachenraumentzündungen,
Rheuma,
Tumore,
Verdauungsstörungen,
Wunden,

Homoöpathie

Angina,
Brustdrüsenentzündung,
Grippaler Infekt,
Grippe,
Mundraumerkrankungen,
Luftwegserkrankungen,
Lymphsystemerkrankungen,
Mandelentzündung,
Mastalgie,
Rachenraumerkrankungen,
Rheuma,
wissenschaftlicher Name:
Phytolacca americana
Pflanzenfamilie:
Kermesbeerengewächse = Phytolaccaceae
englischer Name:
American Pokeweed, Poke, Pokeweed, Virginian poke
volkstümlicher Name:
Amerikanische Kermesbeere, Amerikanischer Nachtschatten, Scharlachbeere
Verwendete Pflanzenteile:
Beeren, Blätter, junge Triebe, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Alpha-Spinasterol, Cyanfarbstoffe, Enzyme, fettes Öl, Gamma-Aminobuttersäure, Gerbstoffe, Harze, Histamin, Lectine, Lignane, Phytolaccagenin, Phytolaccanin, Phytolaccatoxin, Phytolaccosaponin, Phytolaccoside, Phytolaccoside, Pokeweed-Mitogene, Saponinglykoside, Triterpensaponine,
Sammelzeit:
Junge Triebe: Frühling
Blätter: Sommer
Beeren: Herbst
Wurzel: Herbst
Kontraindikation:
Schwangerschaft, Stillzeit
Nebenwirkungen:
Vergiftungserscheinungen


Anwendung

Die innerliche Anwendung ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, da je nach Alter der Pflanzenteile die giftigen Inhaltsstoffe stark schwanken können. Daher sollte man auf den innerlichen Einsatz älterer Pflanzenteile oder der Samen verzichten.

Tee

1 Teelöffel getrockneter Blätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft innerlich gegen Rheuma und äusserlich gegen Hautkrankheiten.

Gemüse

Die frischen Triebe und jungen zarten Blätter können als Gemüse gekocht werden. 15 Minuten kochen, Wasser wegschütten und noch nochmal mit frischem Wasser 15 Minuten kochen. Wirkt blutreinigend und harntreibend.

Wurzel

Abkochungen, Extrakte und Tinkturen, die aus der Kermeswurzel hergestellt wurden, wirken immunsystemstärkend und werden innerlich gegen Immunschwäche, äusserlich gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. (Mittel nicht selbst herstellen!)

Homöopathie

Aus der frischen Wurzel wird ein Mittel hergestellt (Phytolacca D1-D4) und gegen Angina, Brustdrüsenentzündung, Grippaler Infekt, ... eingesetzt.

Produkttipps:


Geschichtliches

In Nordamerika schon seit Jahrtausenden als Gemüse und Heilpflanze genutzt.

Die Beeren wurden von Weinpanschern auf der ganzen Welt in großem Umfang zum Färben von farbarmen Rotweinen genutzt.

In den USA im 19. Jahrhundert ein verbreitetes Heilmittel.

Heute in der Medizin zum Behandeln von Immunschwächekrankheiten im Test.




Pflanzenbeschreibung

Die Amerikanische Kermesbeere ist in Noramerika heimisch.

Die Pflanze ist in Europa vor allem in Weingebieten ausgewildert zu finden.

Sie wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden an sonnigen Standorten.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 1 und 3 Meter hoch.

Die Wurzel ist rübenförmig und giftig.

Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich.

Die zunächst grün-weißen und später rötlich werdenden Blüten erscheinen zwischen Juli und August in Trauben.

Aus den Blüten entwickeln sich von August bis Oktober die dunkelroten bis schwarzen flachen Früchte.

Die Blüten- und Fruchtstände sind abstehend oder herabhängend.



Anbautipps

Aussaat Herbst oder Frühling, Vermehrung durch Wurzelteilung ist möglich.

Die Kermesbeere braucht nährstoffreichen und feuchten aber durchlässigen Boden.

Die Pflanze braucht einen sonnigen Standort und Winterschutz.

In kalten Gegenden besser im großen Topf kultivieren.



Sammeltipps

Junge Triebe im Frühling ernten und nur gekocht als Gemüse nutzen.

Blätter im Sommer ernten und trocknen.

Sowohl die Früchte als auch die Wurzeln im Herbst ernten.

Früchte und Wurzeln zügig trocknen.

Beeren und vor allem Wurzelsaft können die Haut stark reizen, bei dem Wurzelsaft bis zur Blasenbildung. Keinen Saft an die Schleimhäute oder Augen bringen.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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