Alant

(Inula helenium)


  

Alant Der ursprünglich aus Asien stammende Alant gehörte früher in jeden Bauerngarten.

Heute ist er jedoch nur noch in den Bauerngärten im Gebirge verbreitet und ansonsten weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist er eine vielseitige Heilpflanze.

In Thüringen wird er noch im grossen Stil angebaut.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Husten,
Asthma,
Heilwirkung: auswurffördernd,
antibakteriell,
antimykotisch,
antiseptisch,
blutreinigend,
entzündungshemmend,
galletreibend,
harntreibend,
hustendämpfend,
karminativ,
krampflösend,
leberanrengend,
menstruationsregelnd,
schleimlösend,
schweißtreibend,
stoffwechselanregend,
verdauungsfördernd,
wurmtreibend,
Anwendungsbereiche: Angina,
Appetitlosigkeit,
Atemnot,
Blähungen,
Blutarmut,
Brechmittel (in größeren Dosen),
Bronchitis,
Brustschmerzen,
Chronische Bronchitis,
Darmentzündung,
Durchfall,
Ekzeme,
Flechten,
Gallebeschwerden,
Gelbsucht (alte Anwendung),
Geschwüre,
Juckreiz,
Harnverhalten,
Hauterkrankungen,
Hautjucken,
Hautunreinheiten,
Keuchhusten,
Krämpfe,
Krätze (früher),
Lungenentzündung (begleitend),
Lungenleiden,
Magenschwäche,
Mandelentzündung,
Muskelrisse,
Muskelzerrungen,
Reizhusten,
Rippenfellentzündung,
Schlecht heilende Wunden,
Tuberkulose (früher),
Verdauungsschwäche,
Verschleimung,
Wechseljahrsbeschwerden,
Würmer,
Wunden,
Zuckerersatz (Herstellung von Diabetikernährmitteln),

Homöopathisch

Lungenschwäche,
Menstruationsbeschwerden,
Reizhusten,
wissenschaftlicher Name:Inula helenium, Helenium grandiflorium, Aster helenium
Pflanzenfamilie:Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:Elecampane
andere Namen:Alantkraut, Alantwurzel, Aletwürze, Altkraut, Altwurz, Brustalant, Dammkraut, Darmwurz, Donarvarwurzel, Donnerkraut, Echter Alant, Edelherzwurz, Edelwurz, Galantwurzel, Glockenwurz, Gottesauge, Grosser Heinrich, Heilwurz, Helenenkraut, Hexenschusskraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Oltwurz, Schlangenkraut, Schlangenwurz, Ulenkwurz, Weidenalant,
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe:Inulin, ätherisches Öl, Alantsäure, Kampfer (Alantkampfer), Helenin, Sesquiterpenlactone, Alantolacton, Harze, Azulen, Pektin, Wachs, Bitterstoff, Triterpene, Polyacetylene, Sterole, Beta-Sitosterol,
Sammelzeit:März bis Mitte April, September bis November



Anwendung

Alant

Alant kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Salbe anwenden.

In der heutigen Kräuterheilkunde spielt der Alant jedoch eine eher geringe Rolle.

Die häufigste Art, Alant anzuwenden ist der Tee.

Tee

Für einen Alant-Tee übergießt man einen Teelöffel Alantwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Alanttee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Alant-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Alant-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Teemischung gegen Husten

Alant eignet sich auch gut als Bestandteil von Mischtees, beispielsweise als Hustentee.

Hier eine Beispiel-Teemischung gegen Husten oder Bronchitis:

  • 40 gr Alantwurzeln
  • 20 gr Spitzwegerich-Blätter
  • 20 gr Süßholzwurzeln
  • 20 gr Lungenkraut

Tinktur

Um eine Alant-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Alantwein

Alantwein wurde im Mittelalter als Allheilmittel verwendet.

Um einen Alant-Wein herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem großen Schraubdeckel-Glas mit Weißwein, bis alle Pflanzenteile mehr als bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen.

Man braucht etwa 50 gr Wurzeln für einen Liter Wein.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von diesem Alantwein trinkt man täglich ein bis drei Schnapsgläschen voll.

Wurzel kauen

Schon Plinius der Ältere empfahl im Altertum das Kauen der Alantwurzel.

Diese Anwendung soll:

  • die Verdauung anregen
  • die Stimmung verbessern
  • den Geschmacksinn verfeinern

Die Volksheilkunde empfiehlt auch heute noch das Kauen der Alantwurzeln, besonders vor den Mahlzeiten, um den Appetit anzuregen.

Am besten kaut man die gereinigten frischen Wurzeln, denn in ihnen sind die Wirkstoffe noch besonders reichlich vorhanden.

Alant

Salbe

Traditionell wird eine Alantsalbe aus frischen Alantwurzeln und mit Schweineschmalz hergestellt.

Dazu werden die gereinigten, frischen Alantwurzeln fein geschnitten, gekocht und dabei zerstoßen bis ein Brei entsteht.

Dieser Brei wird mit Schweineschmalz vermischt und anschließend durch ein Tuch geseiht.

Dann füllt man die Salbe in einen Tiegel und lässt sie abkühlen.

Alternativ könnte man den frischen, gekochten Pflanzenbrei auch mit einer Bienenwachs-Öl-Salbe vermischen, wenn man kein Schweineschmalz verwenden will.

Wer nur getrocknete Alantwurzeln hat, kann eine Tinktur und einen Ölauszug damit herstellen und eine Lanolin-Creme damit herstellen.

Alantsalbe kann man verwenden, um Ekzeme oder andere Hauterkrankungen damit einzureiben.

Oder man macht einen Salbenumschlag, indem man die Salbe dick auf die erkrankte Haut streicht und ein Stück Stoff zum Schutz darüberlegt und fixiert.

Waschungen

Für Waschungen bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder Pickel, bereitet man eine Abkochung aus den Alantwurzeln.

Dann wäscht man die betroffenen Hautstellen damit mehrmals täglich.

Umschläge

Intensiver ist die Anwendung als Umschlag. Auch hierzu wird eine Alant-Abkochung zubereitet.

Ein Stück Baumwollstoff wird in den Alanttee eingetaucht und ausgedrückt, damit es nicht mehr tropft.

Dann wird es auf die zu behandelnde Hautstelle gelegt und mit einem Wolltuch oder Plastikfolie fixiert.

Der Umschlag sollte eine Stunde bis über Nacht einwirken, bevor er entfernt wird.

Blätter auflegen

In der Volksheilkunde werden im Frühsommer die frischen Blätter auf Wunden oder chronische Hautentzündungen gelegt und fixiert.

Die Entzündungen sollen dadurch eingedämmt und die Wundheilung gefördert werden.

Räuchermittel

Räuchern mit Alant soll die Zimmerluft verbessern. Aufgrund der Wirkung des Alants ist des denkbar, dass die Raumluft durch das Räuchern leicht desinfiziert wird und die Atemwege etwas freier werden.

Die Wurzelstücke wurden auf die Glut der offenen Kamine gelegt.

Heutzutage kann man zerkleinerte Alantwurzeln auf spezielle Räucher-Glühkohlen legen, um mit Alant zu räuchern.

Färbemittel

Mit Alantwurzel wurde früher blau gefärbt.

Dazu wird Alantwurzel in Urin gebeizt und zusammen mit Heidelbeeren und Pottasche als Färbemittel verwendet.

Alant in der Küche

Früher war Alant ein beliebtes Gewürz in der Küche. Im alten Rom wurde er sogar für unentbehrlich gehalten.

Vor allem Süßspeisen wurden gerne mit Alantwurzeln gewürzt.

Kandiert waren Alantwurzeln eine beliebte Leckerei.

Heutzutage findet man den Alant bestenfalls noch hin und wieder als Likör.

Solch einen Likör kann man auch selbst herstellen. Das geht ganz ähnlich wie die Herstellung einer Tinktur, jedoch gibt man auch braunen Zucker in den Tinktur-Ansatz, etwa genau so viel wie Kräuter.

Das in den Alantwurzeln reichlich enthaltene Inulin wird industriell extrahiert und in Diabetiker-Nahrungsmitteln verarbeitet. Da spezielle Diabetes-Nahrungsmittel im Rückgang begriffen sind, wird auch die Verwendung des Inulins für diesen Zweck seltener.



Wirkung

Alant

Die Wirkstoff-Kombination des Alants wirkt in mehrfacher Hinsicht gegen Husten und andere Erkrankungen der unteren Atemwege.

Vor allem durch die ätherischen Öle wirkt der Alant schleimlösend und befreit die Atemwege. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert. Hustenreiz wird gedämpft und Verkrampfungen beim Husten werden gemildert.

Außerdem wirkt der Alant entzündungshemmend und antibakteriell, was bei der Ausheilung des Hustens bzw. der Bronchitis hilft.

Diese Wirkungen machen den Alant auch zu einem guten Wundheilmittel, denn auch hier braucht man entzündungshemmende und antiseptische Wirkung.

Ferner hat der Alant ausgeprägte Wirkungen auf die Verdauung und den Stoffwechsel, sodass er sich auch gut als Heilpflanze für die verschiedenen Arten von Verdauungserkrankungen eignet.



Nebenwirkungen

Alant

Bei der Einnahme von großen Mengen Alant kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie:

Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Lähmungen.

Die Schleimhäute können bei äußerlicher Anwendung eventuell durch die im Alant enthaltenen Sesquiterpenlactone gereizt werden.

Auch Allergien treten relativ häufig auf, sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung.



Anwendungsgebiete

Alant

Alantwurzeln können innerlich und äußerlich angewendet werden. Frische Alantblätter werden vorwiegend äußerlich verwendet.

Innerlich

Alant kann man innerlich, als Tee oder Tinktur vor allem gegen Husten und andere Erkrankungen der Atemwege einsetzen.

Er hilft gegen das ganze Spektrum der Erkrankungen, die mit Husten einher gehen, also sowohl gegen den normalen Erkältungshusten, als auch gegen die Bronchitis, sowohl akut als auch chronisch.

Auch gegen Keuchhusten, Lungenentzündung und Tuberkulose wurde der Alant traditionell eingesetzt. Heutzutage sollte man den Alant bei diesen gefährlichen Erkrankungen höchstens begleitend zur schulmedizinischen Behandlung anwenden.

Außerdem hilft Alant gegen verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane, beispielsweise bei Magenbeschwerden, Blähungen oder Gallenschwäche. Dieser Anwendungsbereich galt im Altertum als Hauptanwendung für den Alant, heutzutage treten Verdauungsbeschwerden gegenüber der Husten-Anwendung jedoch deutlich in den Hintergrund.

Äußerlich

Äußerlich kann man Alant-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man die verschiedensten Hautentzündungen lindern, beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder schlecht heilende Wunden.



Magische Anwendung

Alant

Der Alant wurde sowohl von Hexen als auch von der Normalbevölkerung als Mittel angewendet, um Dämonen abzuwehren.

Im christlichen Kontext war Alant ein Bestandteil des Weihebuschs, der am 15. August zu Maria Himmelfahrt gebunden und geweiht wurde. Dieser Weihebusch sollte, im Stall aufgehängt, das Vieh schützen, und im Haus die Familie vor Schaden bewahren.

Auch als Räuchermittel wurde der Alant gerne benutzt, um vor Dämonen zu schützen, beispielsweise in der Steiermark.

Als Amulett getragen, sollte die Alantwurzel davor schützen, verhext zu werden.



Geschichtliches

Alant

Der Alant wurde schon in der Antike als Heilpflanze und Gewürz verwendet.

Schon auf Papyrus-Aufzeichnungen im alten Ägypten findet der Alant Erwähnung.

Der Pflanzenname "helenium" erinnert an zwei antike Legenden. Die schöne Helena soll ihre Hände mit Alantblüten gefüllt haben, bevor sie von Paris nach Troja entführt wurde. Eine andere Legende erzählt davon, dass die Alantpflanze dort wuchs, wo Helenas Tränen auf den Boden fielen.

Der Name "helenium" bezieht sich aber vielleicht auch auf die minoische Pflanzengöttin Helene.

Die antiken Heilkundigen Dioskurides und Theophrast empfehlen den Alant gegen Husten, Magenschwäche und bei Krämpfen, also ganz ähnlichen Einsatzgebieten wie auch heutzutage. Als Gewürz wurde der Alant damals bevorzugt in Süßspeisen verwendet.

Auch im Mittelalter war der Alant eine beliebte Heilpflanze und wurde nicht nur bei Husten, sondern auch gegen alle Arten von anderen Erkrankungen quasi als Allheilmittel verwendet, unter anderem gegen Seuchen wie die Pest. Dazu benutzte man den Alant als Wein.

Sowohl der englische Arzt Nicolas Culpeper (17. Jahrhundert) als auch Carl von Linné berichten von dieser ausgeprägten Anwendung des Alants.

Auch äußerlich wurde der Alant schon damals gegen verschiedene Hautkrankheiten eingesetzt, beispielsweise als Salbe.

In manchen Gegenden wurden Alantblätter auch geraucht, um gegen Husten zu helfen.

In China wurde der Alant unter dem Namen Hsün Fu Hua gegen Stauungen aller Art und gegen Verschleimung eingesetzt. Äußerlich wurde der Alant in China als Salbe gegen Knochenbrüche und Muskelrisse verwendet.




Pflanzenbeschreibung

Alant

Alant ist ursprünglich in Zentral- und Kleinasien heimisch. Daher war er auch schon in der Antike bekannt.

Auch in Spanien ist der Alant schon lange heimisch. Inzwischen wird er auch in Deutschland, Österreich, in den Niederlanden und auf dem Balkan angebaut.

Er wächst bevorzugt auf halbschattigen Standorten mit ausreichender Feuchtigkeit.

Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50 cm und 2 Meter hoch.

Die lange Wurzel ist teilweise knollig verdickt und wächst vor allem im ersten Vegetationsjahr heran. Sie ist außen braun und innen weißlich. Der Geruch der Wurzel ist aromatisch, der Geschmack außerdem bitter. In getrocknetem Zustand erinnert der Geruch an Veilchen.

Zuerst wächst eine Blattrosette heran, mit teilweise gigantischen Blättern, die bis zu 50 cm lang werden. Die Blätter haben auf der Oberseite kurze Haare und auf der Unterseite einen gräulichen Filz.

Später, oft erst im zweiten Jahr, wächst der Stengel, an dem die langen Blätter wechselständig entspringen. Diese Blätter sind länglich und vorne spitz, am Stengel herzförmig eingekerbt. Ihr Rand ist leicht gezähnt.

Aus den Blattachseln wachsen die Blütenstengel, die ein bis mehrere gelbe Korbblüten tragen. Je mehr Platz die einzelne Pflanze hat, desto breiter ist sie verzweigt und desto mehr Blüten trägt sie.

Die Blütezeit ist Juni bis September.

Einzelne Blüten werden bis zu 7 cm groß. Sowohl die Körbchen im Innern als auch die äußeren Zungenblüten sind warm-gelb in Richtung orange.



Anbautipps

Alant

Alant eignet sich sehr gut, um im Garten angebaut zu werden. Er ist dort nicht nur eine wertvolle Heilpflanze, sondern auch eine prachtvolle Solitärpflanze, die in ihrem Blütejahr alle Blicke auf sich lenkt.

Am liebsten mag der Alant sandigen, tiefgründigen Boden, der nicht zu stark gedüngt sein sollte.

Sonnige Standorte werden vom Alant bevorzugt, aber auch Halbschatten wird akzeptiert.

Man kann den Alant aus Samen anziehen oder fertige Pflanzen im Spezialhandel beziehen.

Damit der Alant gut gedeiht, braucht er immer eine ausreichende Wasserversorgung. In trockenen Zeiten muss er also regelmäßig gegossen werden.



Sammeltipps

Alant

Für die Ernte eignen sich am besten die Wurzelstöcke der 2 bis 3 jährigen Pflanzen.

Sie werden bevorzugt im Spätherbst zwischen November und Mitte Dezember ausgegraben, weil dann der Wirkstoffgehalt am höchsten ist.

Wenn man einen Teil der Wurzel im Boden lässt, können wieder neue Pflanzen daraus wachsen.

Zum Trocknen werden die Wurzeln abgebürstet, zügig gewaschen und der Länge nach aufgeschnitten.

Dann fädelt man sie auf einen Faden und hängt sie an einem warmen aber schattigen Ort zum Trocknen auf.




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