Giftig Adonisröschen

(Adonis vernalis L.)


  

Adonisröschen Das Adonisröschen ist eine stark wirkende Heilpflanze, die ähnlich wirkt wie der Fingerhut und entsprechend auch giftig ist, wenn auch weniger giftig als der Fingerhut.

In der normalen Hausapotheke hat das Adonisröschen deshalb nichts zu suchen, sondern gehört in die Hand eines Fachmanns.

Im Gegensatz zum Fingerhut sammeln sich die Digitalis-Glykoside des Adonisröschens nicht im Körper an und sind daher eher geeignet, über einen längeren Zeitraum eingenommen zu werden.

Das Haupteinsatzgebiet des Adonisröschens ist das Herz und seine verschiedenen Schwächen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Funktionelle Herzbeschwerden,
Heilwirkung: beruhigend,
harntreibend,
venenstärkend,
Anwendungsbereiche: Asthma,
Bronchialasthma,
Epilepsie,
Fieber,
Herzinsuffizienz,
eingeschränkte Herzleistung,
Herzrasen,
Herzrhythmusstörungen,
Herzschwäche
Husten,
Hypotonie,
Hyperthyreose,
Kreislaufschwäche,
Leichte Herzklappenfehler,
Menstruationsbeschwerden,
Morbus Basedow,
Nervöse Herzbeschwerden,
Nervosität,
Niedriger Blutdruck,
Ödeme,
Prostatabeschwerden,
Rheuma,
Rheumatische Herzbeschwerden,
Schilddrüsenüberfunktion,
Tachykardie,
Venenschwäche,
Wassersucht,
wissenschaftlicher Name:Adonis vernalis L.
Pflanzenfamilie:Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name:False Hellebore
volkstümliche Namen:Frühlings-Adonisröschen, Frühlings-Teufelsauge, Frühes Adonisröschen, Feuerröschen, Blutauge, Falsche Nieswurz, Böhmische Nieswurz
Verwendete Pflanzenteile:Blühendes Kraut ohne Wurzeln (Adoniskraut, Adonidis herba)
Mittl. Tages-Dosis:0,5 Gramm
Max. Einzel-Dosis:1 Gramm
Max. Tages-Dosis:3 Gramm
Interaktionen:Verstärkt die Wirkung anderer Medikamente, z.B. Abführmittel, Mittel zur Natriumausscheidung
Nebenwirkungen:Appetitlosigkeit, Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Depressionen, Durchfall, Erbrechen, Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Psychosen, Pulsbeschleunigung (Tachykardie), Sehstörungen, Starrezustand (Stupor), Verwirrung
Gegenanzeigen:Nicht für Schwangere, Stillende, Kinder, bei Kaliummangel - Personen die empfindlich auf Digitalis-Glykoside reagieren.
Inhaltsstoffe:Flavonoide; Verschiedene Digitalis-Glykoside: Adonidosid, Adonivernosid, Cymarin, Adonitoxin, Adonin, Cholin, Harz.
Sammelzeit: April / Mai
Die Pflanze ist geschützt!
Also nur sammeln, wenn man sie selbst angebaut hat.
Fotos vom Adonisröschen


Anwendung

Adonisröschen

Da das Adonisröschen giftig ist, sollte man nicht damit spaßen und auch nicht damit experimentieren. Die Wirkung ist wegen der langsamen Aufnahme schwer einzuschätzen.

Das Verhältnis von Adonitoxin und Cymarin unterliegt starken Schwankungen und die Wirkung kann bei der nächsten Pflanze anders sein.

Es ist im allgemeinen deutlich milder als der Fingerhut und kann diesen manchmal ersetzen, wenn man Fingerhut-Präparate nicht verträgt.

Fertigpräparate

Am sichersten ist die Anwendung von Fertigpräparaten, z.B. aus der Apotheke, denn in solchen Fertigpräparaten ist die Menge der Wirkstoffe immer einheitlich, sodass eine sichere Dosierung möglich ist.

Selbst bei Anwendung von Fertigpräparaten darf man das Adonisröschen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt anwenden.

Die Fertigpräparate werden meistens aus dem Pulver der oberirdischen Teile des Adonisröschens zubereitet.

Häufig enthalten diese Präparate auch Maiglöckchen, Meerzwiebeln und Oleander, es sind also Mischpräparate.

Tinktur

Generell ist eine Tinktur wirksamer als ein Tee, weil die Glykoside teilweise nicht wasserlöslich sind.

Ein großer Teil der Wirkstoffe wird jedoch schon im Magen zerstört, denn die Glykoside reagieren empfindlich auf die Magensäure.

Das Selbermachen von Tinkturen ist beim Adonisröschen nicht empfehlenswert.

Das liegt einerseits an der Seltenheit des Adonisröschens und andererseits an der Giftigkeit, die das Adonisröschen in eigenen Tinkturen unberechenbar macht.

Ärztlich verordnete Tinkturen des Adonisröschens sollte man nur nach Anweisung des Arztes anwenden.

Mischtees

Traditionell wurde das Adonisröschen in der Volksmedizin gerne in Mischtees gegen Herzbeschwerden eingesetzt.

Die Volksheilkunde verwendet das Adonisröschen auch gegen Menstruationsbeschwerden und Fieber.

Außerdem wurde das Adonisröschen in der Volksheilkunde gegen Ödeme, vor allem gegen geschwollene Füße eingesetzt.

Der Vorteil als Bestandteil in Mischtees ist, dass man dabei das Adonisröschen nicht so leicht überdosieren kann.

Homöopathisch

Als homöopathisches Mittel wird Adonis vernalis in niedrigen Potenzen gegen ähnliche Beschwerden eingesetzt wie in der Heilpflanzenkunde.

Außerdem verwendet man das homöopathische Adonis vernalis gegen Kreislaufschwäche bei Infektionskrankheiten.

Manchmal findet Adonis vernalis auch bei Prostatabeschwerden Anwendung.

Von Adonis vernalis in homöopathischer Zubereitung nimmt man normalerweise 3 mal täglich 5 - 15 Tropfen ein.

Achtung!
Wenn man Digitalisglycoside einnimmt, darf man nicht gleichzeitig auch Adonisröschen-Präparate anwenden.



Vergiftungs-Symptome

Bei Vergiftung mit dem Adonisröschen kommt es zu nervöser Unruhe.

Außerdem kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Wenn der Verdacht auf Adonis-Vergiftung besteht, sollte man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.


Geschichte

Adonisröschen Das Adonisröschen ist ursprünglich eine Pflanze der kontinentalen Steppen Eurasiens.

So hat es seine Herkunft in den westsibirischen Steppen.

Nach den Eiszeiten ist das Adonisröschen stellenweise nach Westeuropa eingewandert.

Überall, wo es steppenartig trocken ist und wo die Wiese durch Beweidung relativ kurz gehalten wurde, konnte sich das Adonisröschen heimisch machen.

Daher steht die Ausbreitung des Adonisröschens in engem Zusammenhang mit der Schafhaltung.

Weil die Schafzucht weniger geworden ist, wird auch das Adonisröschen immer seltener.

An manchen Stellen werden extra Schafe gehalten, um die Trockenrasengebiete zu pflegen, und dadurch unter anderem die Lebensbedingungen für das Adonisröschen zu erhalten.

Mittelalterliche Anwendung

In Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts findet man das Adonisröschen als Mittel gegen Herzschwäche und Wassersucht.

Etwas später, im 18. Jahrhundert wurde das Adonisröschen zur Mode-Heilpflanze.

Große Mengen der Wurzel wurden in Thüringen ausgegraben und in ganz Europa verkauft.

Dadurch wurde das Adonsiröschen stark dezimiert und ist heute eine sehr seltene Pflanze.

Sage

Die Sage erzählt, dass der wunderschöne Adonis von Aphrodite geliebt wurde.

Auf Zypern wurde Adonis im Rahmen eines Racheaktes der Göttin Artemis von einem Eber getötet.

Wo immer nun das Blut des schönen Adonis hin tropft, wächst ein Adonisröschen. Hierbei ist jedoch die Sommerform des Adonisröschens gemeint, denn diese Blume blüht rot.

Eine andere Variation der Adonisröschen-Sage stammt aus der römischen Mythologie.

Hier ist es der eifersüchtige Mars, der den Eber schickt, um Adonis zu töten. Adonis hatte sich mit der Göttin Venus eingelassen. Venus und Aphrodite sind verschiedene Namen der gleichen Göttin der Liebe.



Pflanzenbeschreibung

Adonisröschen Das Adonisröschen gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunkulazeen) und gedeiht auf kalkhaltigem Boden an warmen eher trockenen Stellen.

Es ist eine typische Pflanze des trockenen Kontinentalklimas.

Seine bevorzugten Standorte sind Steppenrasen und Trockenrasen. Da diese Rasenarten selten sind, ist auch das Adonisröschen in den meisten Gegenden sehr selten.

In Deutschland kommt das Adonisröschen am häufigsten in trockenen Gegenden Ostdeutschlands vor, beispielsweise in Brandenburg. Überall woanders trifft man nur an wenigen Stellen einige Exemplare an.

Daher ist es auch kein Wunder, dass das Adonisröschen streng unter Naturschutz steht.

Die mehrjährige Pflanze hat einen fingerdicken Wurzelstock mit vielen Nebenwurzeln.

Aus dem Wurzelstock treiben im Frühling 15 bis 30 cm hohe Stengel aus.

Die Blätter sind mehrfach gefiedert. Die einzelnen Blattabschnitte sind schmal linealisch, fast wie weiche Nadeln.

Zwischen März und Mai blüht das Adonisröschen in kräftigem Gelb.

Die Blüten werden bis zu sieben Zentimeter groß. Sie haben viele Blütenblätter.

Man kann die Verwandtschaft zum Hahnenfuss und zur Sumpfdotterblume deutlich erkennen. Die Blüten des Adonisröschens sind jedoch sehr viel grösser und prachtvoller.

An einer Pflanze wachsen meistens mehrere Blüten.

Mehr Fotos vom Adonisröschen ...



Anbautipps

Adonisröschen

Das Adonisröschen gilt als schwer kultivierbar, dennoch lohnt ein Versuch. Für den Anbau des Adonisröschens braucht man einen kalkhaltigen Boden und einen sehr trockenen, sonnigen Standort.

Da Schnecken das Adonisröschen sehr gerne essen, sollte man schon vor dem Anpflanzen Maßnahmen gegen Schnecken ergreifen.

Das Wachstum benachbarter Pflanzen wird durch das Adonisröschen gebremst, daher eignet es sich nicht für Gruppen mit verschiedenen Blumenarten.

Wenn man das Adonisröschen aussäen will, tut man das am besten im kalten Frühbeet sobald die Samen im Sommer reif sind.

Die Samen brauchen meistens lange bis sie keimen.

Sobald die Pflanzen gekeimt sind und das erste Jahr überstanden haben, kann man sie an ihren Platz im trockenen Beet pflanzen.

Einfacher ist es, wenn man die fertigen Pflanzen kaufen kann. Man kann sie dann direkt ins Beet pflanzen.


Sammeltipps

Weil das Adonisröschen streng unter Naturschutz steht, darf man es in der Natur nicht sammeln.

Auch bei Pflanzen im eigenen Garten sollte man mit der Ernte sehr zurückhaltend sein.

Da die Wirkstoffe des Adonisröschens sehr unterschiedlich stark sind, je nachdem wie der Standort und das Klima ist, kann es sehr leicht zu Unter- oder Überdosierungen bei selbst gesammelten Pflanzen kommen.

Am besten freut man sich am wunderschönen Aussehen der sonnengelben Blüten und kauft sich die Präparate aus dem Adonisröschen in der Apotheke.


Disclaimer: Frage Deinen Arzt oder Apotheker
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