Heilkräuter-Kurs: Teil 1: Willkommen, Geschichte und Rosmarin


  

Heilkräuter-Kurs: Geschichte der Heilpflanzenkunde Willkommen beim Heilkräuter-Kurs - kostenlos und unverbindlich.

In diesem Kurs lernt Ihr die Grundlagen der Heilpflanzenkunde kennen, damit Ihr nach und nach immer besser wisst, was man mit Heilpflanzen alles anfangen kann, und auch warum das so ist.

Der Kurs besteht in erster Linie aus mehreren Videos, die inhaltlich aufeinander aufbauen.

Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr die bei den Kommentaren unter dem Video stellen. Sofern ich Zeit habe, werde ich die Fragen beantworten, aber ich freue mich auch, wenn Ihr Euch gegenseitig weiter helft.

Heutige Themen:

  • Geschichte der Heilpflanzenkunde
  • Rosmarin

Inhalt



Video

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Theorie

Willkommen beim Heilkräuter-Kurs.

Mein Name ist Eva und ich werde Euch durch diesen Kurs begleiten. Seit 1989 bin ich Heilpraktikerin und ich habe ein besonderes Interesse an Heilpflanzen.

Der Kurs besteht in erster Linie aus mehreren Videos, die inhaltlich aufeinander aufbauen.

Bevor wir uns den Details widmen, hier noch zwei grundsätzliche Infos:

Der Video-Kurs ist kostenlos und unverbindlich.

Kostenlos bedeutet, dass Ihr für die Videos und Infotexte auf meiner Homepage nichts bezahlen müsst. Beides ist werbefinanziert. Aber wenn Ihr richtig in die Kräuterkunde einsteigen wollt, werden Kosten auf Euch zukommen, in erster Linie für hin und wieder gekaufte Kräuter. Auch manche Werkzeuge können Geld kosten, aber am Anfang kommt man gut mit Haushaltsmitteln aus.

Unverbindlich bedeutet, dass Ihr Euch für den Kurs nicht anmelden müsst und auch überhaupt nicht verpflichtet seid, den Kurs von Anfang bis Ende mitzumachen. Man kann jederzeit ein- und aussteigen und die Videos anschauen, wann immer man dazu Lust und Zeit hat.


Überblick

Nun noch ein kurzer Überblick, was Euch in den kommenden Kurs-Videos erwartet:

Heute machen wir einen kurzen Ausflug in die Geschichte der Heilkräuter-Kunde. Außerdem lernt Ihr eine Heilpflanze kennen.

In kommenden Kurs-Videos stelle ich Euch nach und nach die wichtigsten Pflanzenfamilien vor und die Wirkstoffe, die den Heilpflanzen ihre Heilkräfte verleihen. Es gibt Videos mit Sammeltipps, Anbautipps, Infos über Nebenwirkungen und Gifte. Außerdem praktische Videos mit den verschiedenen Methoden, wie man Kräuter anwenden kann.

Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr die bei den Kommentaren unter dem Video stellen. Sofern ich Zeit habe, werde ich die Fragen beantworten, aber ich freue mich auch, wenn Ihr Euch gegenseitig weiter helft.

Die Inhalte des Kurses werdet Ihr auch auf meiner Webseite heilkraeuter.de finden. Dort könnt Ihr alles noch mal nachlesen und auf Wunsch auch ausdrucken.


Geschichte der Heilpflanzenkunde

Nun zur Geschichte der Heilpflanzen-Kunde:


Steinzeit

Heilpflanzen in der Steinzeit
Heilpflanzen in der Steinzeit

Schon in der Steinzeit haben die Menschen Pflanzen für medizinische Zwecke verwendet. So hat man beispielsweise im Irak in einem 60.000 Jahre alten Grab Pflanzenreste von Schafgarbe, Wegerich, Tausendgüldenkraut und Eibisch gefunden.

Sogar viele Tiere fressen bestimmte Pflanzen, wenn sie krank sind.


Europa: 3.000 v.Chr.

Heilpflanzen in Europa: 3.000 v.Chr.
Heilpflanzen in Europa: 3.000 v.Chr.

Vor 5.000 Jahren hat man in Europa bereits die Brennnessel als Heilpflanze verwendet. Sie wurde in Pfahlbauten in der Schweiz nachgewiesen.


Indien: 3.000 v.Chr.

Heilpflanzen in Indien: 3.000 v.Chr.
Heilpflanzen in Indien: 3.000 v.Chr.

In Indien gab es zu dieser Zeit schon eine komplexe Heilpflanzen-Kunde. Die Ayurveda-Medizin geht schon auf diese Zeit zurück und umfasste außer den Kräutern auch Edelsteine, Diäten und Chirurgie.

Das machte Indien zu einem Zentrum der Medizin und Menschen kamen von weit her, um die Medizin zu erlernen.

Eine typische Heilpflanze der indischen Medizin ist der Ingwer, der nicht nur die Verdauung und das Immunsystem stärkt.


Israel: 3.000 v.Chr.

Heilpflanzen in Israel: 3.000 v.Chr.
Heilpflanzen in Israel: 3.000 v.Chr.

In Israel wurde schon in alttestamentlicher Zeit mit Kräutern geheilt. Das kann man auch in der Bibel nachlesen. Zahlreiche Pflanzen werden im alten Testament erwähnt.

Zum Beispiel steht in 2. Mose 30, Vers 22-26 ein regelrechtes Rezept: "Nimm Dir die beste Spezerei; die edelste Myrrhe 500 Lot, Zimt die Hälfte davon, Kalmus auch 250 Lot, Kassia 500 Lot nach dem Gewicht des Heiligtums und eine Kanne Olivenöl. Und mache daraus ein heiliges Salböl nach der Kunst des Salbenbereiters."


Ägypten: 2.500 v.Chr.

Heilpflanzen in Ägypten: 2.500 v.Chr.
Heilpflanzen in Ägypten: 2.500 v.Chr.

In Ägypten lebte etwa 2.500 v.Chr. der Priester-Arzt Imhotep. Er gilt als Vater der ägyptischen Medizin. Damit die Bauarbeiter beim Pyramidenbau gesund blieben, gab Imhotep ihnen täglich Zwiebeln, Knoblauch und Rettich.

Aus der Zeit um 1500 v.Chr. stammt die bekannte Rezeptsammlung Papyrus Ebers. Daraus stammt ein Großteil unseres Wissens über die altägyptische Medizin. Die Ägypter kannten zahlreiche Heilpflanzen, von denen viele auch heute noch in Gebrauch sind.

Eine typische Heilpflanze dieser Gegend und Zeit ist der Rizinus, der abführend wirkt.


China: 1.000 v.Chr.

Heilpflanzen in China: 1.000 v.Chr.
Heilpflanzen in China: 1.000 v.Chr.

Die Chinesische Medizin entwickelte sich ab etwa 1.000 v.Chr.. Um 200 n.Chr. wurden die ersten medizinischen Schriften in China verfasst. In der chinesischen Medizin wurden Pflanzen, Mineralien und Tiere als Medikamente eingesetzt.

Eine in China besonders beliebte Heilpflanze ist der Ginseng, dessen Wurzeln als Allheilmittel eingesetzt werden.


Griechenland: 500 v.Chr. bis 200 n. Chr.

Heilpflanzen in Griechenland: 500 v.Chr. bis 200 n. Chr.
Heilpflanzen in Griechenland: 500 v.Chr. bis 200 n. Chr.

In den Jahrhunderten um die Zeitenwende war Griechenland ein Zentrum der Medizin und Kräuterkunde. Berühmte Männer wie Pythagoras, Hippokrates und Galen haben den Grundstein für die moderne Medizin gelegt. Allerdings unterschied sich ihr Verständnis von Gesundheit und Krankheit deutlich von unserem heutigen, denn die beiden letzteren vertraten die Viersäftelehre, bei der ein Ungleichgewicht der Säfte die Ursache für alle Krankheiten sein soll.

Für die Heilpflanzenkunde hatte der Militärarzt Dioskurides eine besonders große Bedeutung, denn er schrieb berühmte Bücher über Arzneimittel, unter anderem mit über 800 Heilpflanzen. Aus diesen Büchern wissen wir viel über die damalige Nutzung der Heilkräutern. Dioskurides lebte im 1. Jahrhundert n.Chr. Er war ein weitgereister Grieche und stand in römischen Diensten.

Die griechische Heilkunde geht relativ nahtlos in die römische Heilkunde über, weil zahlreiche Heilkundige des römischen Reiches aus Griechenland stammten.

Als typische Heilpflanze für diese Epoche habe ich die Alraune gewählt, auch Mandragora genannt. Die Alraune ist eine stark wirkende Giftpflanze, der auch magische Kräfte nachgesagt wurden. Mein Kanal-Logo ist übrigens eine mittelalterliche Zeichnung einer Alraunenwurzel in der Form einer Frau.


Arabien und Persien: 300 n.Chr. bis 1.100 n.Chr.

Heilpflanzen in Arabien und Persien: 300 n.Chr. bis 1.100 n.Chr.
Heilpflanzen in Arabien und Persien: 300 n.Chr. bis 1.100 n.Chr.

Zwischen 300 n. Chr. und 1.100 n.Chr. erlebte die Heilkunst in Arabien und Persien eine Blütezeit. Die dortige Medizin baute auf der griechischen Medizin auf und entwickelte sie weiter.

Ein berühmter Arzt dieser Epoche ist Avicenna, auch Ibn Sina genannt. Er war Mediziner, Universalgelehrter und Buchautor im persischen Isfahan um das Jahr 1.000 n.Chr. Einem breiten Publikum bekannt geworden ist Avicenna durch Buch und Film "Der Medicus" von Noah Gordon.

Die damaligen Kräuterrezepte enthielten oft bis zu 100 Zutaten. Einige dieser Rezepturen wurden als Theriak bezeichnet. Da Opium aus dem Schlafmohn eine Hauptzutat im Theriak war, habe ich den Schlafmohn als typische Heilpflanze dieser Epoche gewählt.


Mitteleuropa im Mittelalter: Klostermedizin

Mitteleuropa im Mittelalter: Klostermedizin
Mitteleuropa im Mittelalter: Klostermedizin

Im Mittelalter entwickelte sich auch die Medizin und Kräuterkunde in Mitteleuropa weiter. Die griechische Medizin der Antike wurde als Basis des mittelalterlichen Medizinwissens herangezogen. Hinzu kam das Volkswissen aus Jahrtausenden von Erfahrung der Menschen. Viele Krankheiten wurden jedoch als Besessenheit interpretiert und durch den Klerus behandelt.

In den Klöstern wurde aber auch das echte medizinische Wissen bewahrt und weiterentwickelt. Eine herausragende Rolle spielte dabei die Äbtissin Hildegard von Bingen, die Ende des 11. Jahrhunderts geboren wurde. Wegen ihres Lebens im Kloster war sie gebildet und in der Lage Bücher zu schreiben, was für eine Frau damals etwas ganz Besonderes war. Hildegard schrieb Bücher über Medizin und Religion. In ihren medizinischen Büchern verband sie das Wissen der alten Griechen mit der Volksheilkunde der Bevölkerung.

Weil Hildegard die Ringelblume sehr schätzte, steht diese hier für die mittelalterliche Klostermedizin.


Mitteleuropa im Mittelalter: Hexenmedizin

Mitteleuropa im Mittelalter: Hexenmedizin
Mitteleuropa im Mittelalter: Hexenmedizin

Im Kontrast zur christlich geprägten Klostermedizin stand die Kräuterkunde der weisen Frauen. Diese Frauen waren oft Hebammen und halfen der Bevölkerung mit einfacher Kräutermedizin.

Manche der weisen Frauen praktizierten wohl auch eine magische Nutzung der Kräuter. Sie wurden als Hexen bezeichnet und im Rahmen der Hexenverfolgung von der Obrigkeit verfolgt und getötet. Das Meiste der Vorwürfe war wohl erfunden, zum Beispiel Buhlerei mit dem Teufel oder Schadzauber aller Art.

Es ist auch nicht klar, wieviel von den Legenden über die magische Kräuternutzung der Wahrheit entspricht. Nichtsdestotrotz haben Nachtschattenpflanzen bei den weisen Frauen eine wichtige Rolle gespielt, unter anderem die Tollkirsche mit ihren schwarzen, glänzenden Früchten.


Mitteleuropa in der frühen Neuzeit: Paracelsus

Mitteleuropa in der Neuzeit: Paracelsus
Mitteleuropa in der Neuzeit: Paracelsus

Als der Arzt Paracelsus Anfang des 16. Jahrhunderts lebte, war schon die Neuzeit angebrochen. Statt Aderlass und Schwermetallvergiftungen, wie damals üblich, verwendete Paracelsus vor allem heimische Kräuter, um seine Patienten zu behandeln. Dadurch wurde er zum Vater der Naturheilkunde.

Sein bekanntester Leitspruch lautet: "Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist."

Die Arnika ist ein typischer Vertreter der heimischen Heilpflanzen, die Paracelsus so geschätzt hat.


Mitteleuropa in der frühen Neuzeit: Kräuterbücher

Mitteleuropa in der frühen Neuzeit: Kräuterbücher
Mitteleuropa in der frühen Neuzeit: Kräuterbücher

Mit der Erfindung des Buchdrucks wurden auch immer mehr Kräuterbücher geschrieben. Uns sind zahlreiche Kräuterbücher aus der frühen Neuzeit überliefert.

Einer dieser Buchautoren war Leonhard Fuchs, der wie Paracelsus am Anfang des 16. Jahrhunderts lebte. Fuchs veröffentlichte 1543 ein Kräuterbuch, das sich vor allem durch seine botanisch genauen Zeichnungen auszeichnete.

Einen Nachdruck dieses Buches besitze ich glücklicherweise. Über den bevorzugten Standort der Kamille schreibt Fuchs beispielsweise: "Wachsen gern in herten/trucknen/und magern erdtrich bey den wegen." Seine Zeichnung der Kamille trifft die Eigenschaften der Pflanze sehr genau.


Entwicklung der Heilpflanzenkunde

Seit dieser Zeit hat sich die Heilpflanzenkunde weiterentwickelt und in vier Richtung aufgesplittet, die sich natürlich teilweise überlappen.


Volksheilkunde

Volksheilkunde
Volksheilkunde

Da ist zum Einen die Volksheilkunde. Sie hat bewährte Kräuter und Anwendungen beibehalten und neue Kräuter und Methoden gerne aufgenommen, z.B. Heilpflanzen aus Amerika, Inhalationsgeräte und dergleichen.

Im Prinzip geht es bei der Volksheilkunde darum, was Großmutter noch wusste. Wobei mit jeder Generation neue Großmütter zu Rate gezogen werden. Die Volksheilkunde ist eine pragmatische Heilkunde, die auf praktische Erfahrungen setzt.

Eine typische Heilpflanze für die Volksheilkunde ist die Mariendistel, denn zahlreiche Heilpflanzen wurden vom christlich orientierten Volk mit Namen wie Maria oder Hergott bedacht.


Zurück zur Vergangenheit

Zurück zur Vergangenheit
Zurück zur Vergangenheit

Dann gibt es die Richtung, die sich an der fernen Vergangenheit orientiert und am liebsten alles so macht, wie es im Mittelalter, im Altertum oder in der Steinzeit gemacht wurde. Die Idee dahinter ist, dass wir in unserer modernen Welt alle Weisheiten vergessen haben und uns auf die unverfälschte Weisheit der entfernten Vorfahren rückbesinnen müssen. Diese Weisheit wird von manchen Vertretern dieser Richtung in Trance gechannelt.

Kräuter werden bei der rückgewärts gewandten Richtung häufig für magische Zwecke genutzt, manchmal auch zur Erweiterung des Bewusstseins. Selbst wenn man den Eindruck hat, es geht um heilkundliche Aufgaben werden die Kräuter häufig auf magische Weise angewendet und nicht nachvollziehbar praxisorientiert. Beispielsweise wird die Auswahl der Kräuter durch Pendeln ermittelt oder die Kräuter werden nicht eingenommen, sondern zur Aurabeeinflussung gewedelt.

Als Heilpflanze für diese Richtung habe ich den Eisenhut gewählt, weil engagierte Vertreter dieser Richtung auch nicht vor Giftpflanzen zurückschrecken, beispielsweise zur Korrektur der Erbfolge.


Phytotherapie

Phytotherapie
Phytotherapie

Einen völlig anderen Weg geht die Phytotherapie. Sie legt wissenschaftliche Maßstäbe an die Heilpflanzen und ihre Wirkung. Hier treffen die evidenzbasierte Medizin, auch Schulmedizin genannt, mit der Pflanzenheilkunde zusammen.

Auch der Gesetzgeber mischt bei der Phytotherapie mit. Denn damit eine Heilpflanze als Arzneimittel zugelassen werden kann, müssen medizinische und toxikologische Studien durchgeführt werden, die beweisen, dass eine Heilpflanze eine medizinische Wirkung hat.

Was einerseits sehr löblich ist, weil es uns vor Scharlatanerie bewahrt, hat aber auch einen erheblichen Nachteil. Medizinische Studien sind nämlich sehr teuer und nicht für jede wichtige Heilpflanze stehen genügend Gelder zur Verfügung, um solche Studien durchführen zu können. So kommt es, dass manch eine sehr gute Heilpflanze in der Phytotherapie keinen Platz findet, nur weil die Studien fehlen.

Eine Heilpflanze braucht nicht nur medizinische Studien, sondern muss auch standardisiert werden, bevor es als Arzneimittel in der Apotheke zu kaufen ist. Bei der Standardisierung werden die Extrakte aus der Heilpflanze so behandelt, dass immer die gleiche Wirkstoffmenge darin enthalten ist. Dadurch können wir als Kunde beim Kauf der Kräutermedizin sicher sein, dass wir jedes Mal die gleiche Wirksamkeit erhalten.

Eine typische Heilpflanze der Phytotherapie ist das Johanniskraut. Es gibt zahlreiche Studien zu seiner Wirksamkeit gegen Depressionen und auch über seine Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.


Pharmakologie

Pharmakologie
Pharmakologie

Die Pharmakologie nimmt nicht die gesamte Heilpflanze wie die Phytotherapie, sondern isoliert einzelne Wirkstoffe aus den Pflanzen und macht daraus chemische Medikamente. Etwa die Hälfte der weltweiten Medikamente basieren auf pflanzlichen Wirkstoffen. Spezialisierte Forscher sind überall auf der Welt auf der Suche nach neuen Pflanzen, deren Wirkstoffe sie für neue Medikamente ausbeuten können. Noch etwa 30.000 Pflanzen sind bereits entdeckt und warten darauf chemisch untersucht und ausgewertet zu werden.

Der Vorteil der Isolierung der Wirkstoffe liegt darin, dass unerwünschte Nebenwirkstoffe entfernt werden. Giftigkeit wird dadurch in den Griff bekommen. Der Nachteil besteht darin, dass auch hilfreiche Pufferstoffe entfernt werden. Das wichtige Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffe, das in der Heilpflanze von Natur aus vorhanden ist, muss bei isolierten Substanzen erst mühsam im Labor zusammengebaut werden.

Ein typisches Beispiel für eine Heilpflanze, die durch die Pharmaindustrie genutzt wird, ist der Fingerhut, dessen Wirkstoff Digoxin für ein wichtiges Medikament zur Behandlung von Herzschwäche genutzt wurde.

In diesem Heilkräuter-Kurs geht es hauptsächlich um die Volksheilkunde und die Phytotherapie, weil es darum geht, was man zuhause einfach selber machen kann und was wirksam ist.

Die anderen beiden Richtungen werde ich nur am Rande streifen.


Heilpflanze Rosmarin

Rosmarin Die Heilpflanze, um die es heute geht, ist der Rosmarin.

Er ist eine stark duftende Pflanze mit harten nadelartigen Blättern.

Der Rosmarin ist im Mittelmeerraum heimisch und wurde schon im ersten Jahrhundert nach Christus in Mitteleuropa eingeführt.


Mittelmeer-Landschaft (Mallorca Formentor) Im Mittelmeerraum wächst der Rosmarin wild und man kann ihn bei Spaziergängen am Wegrand finden.

Die mehrjährige Pflanze ist nicht ganz winterhart, ausser spezielle Sorten, sodass sie in Mitteleuropa meistens im Kübel gezogen wird. An günstigen Standorten werden Rosmarin-Pflanzen bis zu zwei Meter hoch, normalerweise sind sie aber eher 50 cm gross.

Die schmalen, linearischen Blätter sind immergrün, sie fallen also auch im Winter nicht ab. Diese Blätter wachsen direkt an den Zweigen, sind ziemlich hart und duften stark balsamisch, ähnlich wie Kampfer. Wegen dieses Duftes wurde der Rosmarin manchmal auch als Weihrauch-Ersatz benutzt, was ihm den Namen "Weihrauchkraut" eingebracht hat.

Zwischen Februar und Mai und manchmal auch im September blüht der Rosmarin mit hellblauen oder violetten Lippenblüten.

Er gehört zur Familie der Lippenblütler und ist somit verwandt mit dem Thymian und dem Salbei.

Geschichte des Rosmarins

Rosmarin Schon im Altertum wurde der Rosmarin im Mittelmeerraum hoch geschätzt. Er war der Göttin Aphrodite geweiht und symbolisierte die Liebe und die Schönheit.

Der Name "Rosmarin" ist lateinisch und bedeutet "Tau des Meeres".

Im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der Rosmarin von Mönchen in Mitteleuropa eingeführt. In den damaligen Klöstern galt er als wichtige Heilpflanze.

In mittelalterlichen Kräuterbüchern spielte er eine wichtige Rolle. Er wurde nicht nur gegen allerlei Beschwerden empfohlen, sondern auch zur Stärkung der Potenz.

Anwendungsgebiete des Rosmarins

Rosmarin Anwendungsgebiete Der Rosmarin ist eines der wenigen Kräuter, die niedrigen Blutdruck stärken können. Diese Wirkung gegen niedrigen Blutdruck erfolgt aufgrund der Stärkung von Herz und Kreislauf, hoher Blutdruck wird also nicht noch höher.

Auch nervöse Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen kann man mit Rosmarin behandeln.

Zur Stärkung des Verdauungssystems und zur Beseitigung von Blähungen kann man Rosmarin-Tee trinken oder Mahlzeiten damit würzen.

Zur Stärkung der Nerven ist Rosmarin besonders gut geeignet.

Man kann auch Kopfschmerzen und Migräne damit lindern.

Dazu kann man Rosmarin innerlich einnehmen oder äußerlich anwenden und beispielsweise das verdünnte ätherische Öl auf die Stirn reiben.


Anwendung des Rosmarins

Damit wären wir auch schon bei der Anwendung des Rosmarins.

Man kann den Rosmarin frisch oder getrocknet anwenden. Frisch finde ich ihn etwas besser.

Wenn man an den Blättern reibt, entfaltet sich der kräftige Duft des Rosmarins.

Weil die Wirkung des Rosmarins vor allem auf seinen ätherischen Ölen beruht, wird auch das reine ätherische Öl gerne angewendet, z.B. in der Duftlampe.


Rosmarin-Tee

Rosmarin-Tee Wenn man einen Tee aus frischem Rosmarin kochen will, ist es sinnvoll, die harten Blätter zuerst im Mörser etwas anzudrücken, damit die Rosmarin-Wirkstoffe besser in den Tee übergeben.

Zuerst rebel ich einige Rosmarin-Blätter in den Mörser. Dann drücke, klopfe und reibe ich mit dem Pistill auf den Rosmarinblättern. Am Ende sind die Blätter zwar nicht zerkleinert, aber sie sind weicher geworden und man kann riechen, dass sich die Wirkstoffe entfalten.

Nun gebe ich die Blätter in eine Tasse und übergieße sie mit kochendem Wasser. Der Tee muss jetzt etwa 10 Minuten lang ziehen. Danach filter ich den Tee ab. Bei Bedarf trinkt man morgens und mittags eine Tasse davon. Abends besser nicht, weil Rosmarin belebend wirkt. Wer will, kann den Tee mit Honig süßen.


Waschungen mit Rosmarin

Waschungen mit Rosmarin Das ätherische Öl kann man nicht nur in der Duftlampe nutzen, sondern beispielsweise auch für Waschungen und Armbäder. Dazu gibt man zwei bis fünf Tropfen ätherisches Rosmarin-Öl in eine Wasserschüssel oder in ein gefülltes Waschbecken. Man kann sich das Gesicht damit waschen oder die Unterarme darin baden. Auch ein Tuch kann man mit dem duftenden Wasser befeuchten und sich damit das Gesicht waschen.


Rosmarin-Salz

Rosmarin-Salz In der mediterranen Küche spielt der Rosmarin eine wichtige Rolle. Er unterstützt bei den oft fetten Gerichten die Verdauung und gibt den Speisen sein unverwechselbares Aroma.

Ein Rosmarin-Salz ist eine angenehme Möglichkeit, um das Rosmarin-Aroma immer zur Hand zu haben.

Man kann es ganz einfach herstellen, wenn man einen Zerhacker hat.

Dazu braucht man nur etwas Meersalz und ein paar kleine Rosmarin-Zweige.

Die Rosmarin-Blätter rebel ich in den Zerhacker. Dann gebe ich das Salz dazu.

Jetzt verschließe ich den Zerhacker, setze den Pürierstab auf und beginne zu zerkleinern. Nach einer Weile sind die Rosmarinblätter zerkleinert und das Salz ist leicht grünlich geworden. Es duftet kräftig nach Rosmarin und grünen Blättern. Und es schmeckt wunderbar nach Urlaub am Meer.

Ich fülle das Rosmarin-Salz in ein kleines Glas, damit ich es beim Kochen zur Hand habe.

Rosmarin-Salz
Rosmarin-Salz


Das war der heutige Kräuterkurs.


Anregung

Anregung für die Wartezeit bis zum nächsten Mal:

Haltet die Augen offen, wo Ihr überall dem Rosmarin begegnet. Im Supermarkt als Kräutersalz, im Gewürzregal, vielleicht im Baumarkt als Topfpflanze und mit etwas Glück sogar in einem Pflanzenbeet.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß mit dem Kurs und den Heilkräutern.

Bis zum nächsten Mal.

Dann geht es um Pflanzenfamilien.


Siehe auch:

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