Maria Trebens Lehre


Die Lehre der Maria Treben ähnelt der Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp. Ihr Schwerpunkt liegt jedoch vorwiegend auf den Kräutern. Wasserbehandlungen spielen eher eine Rolle am Rande, zusammen mit einer allgemein gesunden Lebensweise.

Kräuterkunde

Von klein auf wuchs Maria Treben mit Heilpflanzen auf. Sie nutzte sie vorwiegend auf der Basis der Erfahrungsheilkunde der ländlichen Bevölkerung.

Daher sind es auch vor allem die heimischen Kräuter, die von ihr empfohlen werden. Diesen Schwerpunkt auf heimische Heilkräuter teilt Maria Treben mit Paracelsus, dem die einheimischen Kräuter ein besonders wichtiges Anliegen waren.

Schöllkraut

Die Lieblingspflanze der Maria Treben scheint das Schöllkraut zu sein, dem sie im mittleren Alter auch die Gesundung von einer schweren Erkrankung verdankt. Wegen der hochdosierten Anwendungsempfehlungen zu dieser leicht giftigen Pflanze musste sich Maria Treben auch vielen Kontroversen aussetzen.

Meine Kritiker machen es sich zu leicht, wenn sie das Wissen unserer Vorfahren einfach als Quacksalberei abtun. Das Schöllkraut, diese grosse Heilpflanze, heisst im Volksmund Herrgottsblatt, Herrgottsgnade und Gottesgabe. Als einzige Pflanze hat es so grossartige Prädikate bekommen. Und das ist doch sicherlich ein Zeichen dafür, dass es wirklich eine wertvolle Volksheilpflanze ist.
Maria Treben in "Aus meiner Hausapotheke"

Schwedenbitter

Ganz besonders schätzt Maria Treben den Schwedenbitter, auch Schwedenkräuter genannt.

Hierbei handelt es sich um einen alkoholischen Auszug einer starken Kräutermischung.

Diese Kräutertinktur kann man für vielerlei Zwecke einsetzen, vor allem in der äusserlichen Anwendung. Schwedenkräuter sind sozusagen eine Allround-Medizin.

Eine ausführliche Anleitung für die Zubereitung von Schwedenkräutern findest du unter:

Christlicher Glaube

Maria Treben ist ganz durchdrungen von ihrem christlichen Glauben und bringt auch die Pflanzenheilkunde in enge Verbindung damit. Ihr Credo könnte lauten, dass Gott durch die Pflanzen heilt.

Im wohlbestellten Garten Gottes fand ich all die Heilkräuter, die mir halfen, meine Gesundheit zu erhalten.
Maria Treben in "Aus meiner Hausapotheke"

Gesunde Lebensweise

In ihren Büchern beschreibt Maria Treben immer wieder ausführlich ihren Tagesablauf und erläutert, wie gesund sie lebt.

Diesen Aspekt darf man nicht von ihrer Kräuterkunde trennen, denn die gesunde Lebensweise stellt einen wichtigen Baustein zur weitgehenden Gesundheit der Maria Treben dar.

Maria Treben lebt sehr regelmässig, geht früh ins Bett, liebt Wanderungen an der frischen Luft, schwimmt im kalten Wasser und geniesst alles in Maßen. Solch eine Lebensweise sorgt von ganz alleine für eine allgemein gute Gesundheit.


Kommentar

Den Stil der Maria Treben muss man mögen, um sich für ihre Weisheiten öffnen zu können. Tatsache ist aber, dass Millionen von Menschen ihren Stil anscheinend lieben und durch die Bücher und Vorträge der Maria Treben inspiriert wurden gesünder zu leben.

Dieser Aspekt wird von vielen ihrer zahlreichen Kritiker gerne übersehen.

Die frömmelnde und hausbackene Art der Maria Treben treibt so manchen zum Widerspruch. Seien es moderne Sofasitzer und Fernsehgucker, die nichts von kaltem Wasser hören wollen oder seien es Wissenschaftler, denen die Erfahrung alter Bergweiber nichts bedeutet, sondern die nur auf messbare Stoffe setzen.

Ihren Kritikern macht Maria Treben es streckenweise auch leicht, sich aufzuregen.

Denn sie propagiert Wunderheilungen am laufenden Band und empfiehlt teilweise haarsträubend hohe Dosierungen der Kräuter. Nicht etwa, dass die meisten dieser hohen Dosen giftig wären, aber aus meiner persönlichen Sicht stellen sie oft eine Verschwendung der kostbaren Pflanzen dar. Wenn man jedoch auf die Preise von gekauften Kräutern schaut und diese mit den Preisen chemischer Medikamente vergleicht, dann ist auch ein Bad mit 100 gr Kräutern noch recht preiswert. Allerdings kann man mit der gleichen Kräutermenge wochenlang Tee trinken oder lokale Umschläge bereiten.

Oft wird Maria Treben auch vorgeworfen, dass sie mögliche schädliche Wirkungen der Kräuter ignoriert und deren absoluter Unschädlichkeit verkündet.

Heilkräuter können nur heilen, nicht schaden.
Maria Treben

Obige Aussage von Maria Treben ist definitiv falsch, denn je stärker ein Heilkraut wirkt, desto geringer ist auch dessen schädliche Dosis. Denken wir nur an den Fingerhut, der niedrig und fachkundig dosiert so manches Leben rettet, weil er die Herzen stärkt. Zu hoch dosiert wird er aber schnell zum tödlichen Gift.

Selbst der alte Paracelsus wusste schon, dass es von der Dosis abhängt, ob ein Stoff heilsam oder schädlich ist.

Ausserdem muss man berücksichtigen, dass Heilkräuter durchaus mit Schadstoffen belastet sein können, Allergien auslösen können und in unerwünschte Wechselwirkung mit anderen Stoffen treten können.

Ich finde jedoch, dass man eine einfache Frau des letzten Jahrtausends, die uns die traditionelle Kräuterheilkunde nahe bringen will, mit anderen Augen sehen sollte, als einen Doktor der Chemie oder Pharmazie. Wenn man sich nicht auf ihre Wunderheilungen verlässt und auch bei den Dosierungen flexibel bleibt, ist Maria Treben aus meiner Sicht eine wunderbare Inspiration und eine Retterin des alten ländlichen Kräuterwissens. Eines Wissens, das ohne sie in unserer technisierten Welt möglicherweise teilweise verloren gegangen wäre.


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